Mittwoch, 16. Dezember 2009

Senbongiri (千本斬り) Tameshigiri

Senbongiri bedeutet wörtlich „1000 Schnitte“. Bei dieser Disziplin handelt es sich um die Ausführung von mindestens 1000 sauberen und regelkonformen Schnitten durch gerollte Tatami Omote Matten. Die Schnitte sind mit einer japanischen Klinge, ohne Pause und ohne Klingenwechsel durchzuführen. Ein unsauberer oder verfehlter Schnitt beendet das Senbongiri sofort.
Einige Schwertkünstler haben sich im Tameshigiri einen international anerkannten Ruf erarbeitet und bemerkenswerte Rekorde aufgestellt. So unter anderem Mitsuhiro Saruta, der Soke der Ryu Sei Ken; Russell McCartney vom Ishi Yama-ryū; Saruta Mitsuhiro vom Battodo-ryū Sei Ken und Toshishiro Obata, der Gründer des Shinkendo und einige andere.

Mitsuhiro Saruta stellte 1998 den ersten dokumentierten Rekord des 20. Jahrhunderts im Senbongiri auf, in dem er in 1 Stunde 36 Minuten und 36 Sekunden 1000 Matten schnitt.

Im Jahr 2000 stellte Russell McCartney einen neuen Weltrekord auf, als er den bestehenden Rekord im Senbongiri mit 1181 aufeinanderfolgenden Schnitten durch igusa goza Matten in 1 Stunde 25 Minuten übertraf.

Im Jahr 2005 stellte Chuu Sondon einen neuen Rekord auf, indem er 1000 Schnitte in 41 Minuten und 56 Sekunden ausführte.

Isao Machii stellte im Jahr 2007 einen neuen Rekord im Senbongiri auf indem er die tausend Schnitte in 36 Minuten and 4 Sekunden vollführte.

Im November 2008 erstaunte der junge High School Absolvent Aaron McCloud mit einer neuen Bestzeit von 33 Minuten und 34 Sekunden. Von Aaron gibt es auch ein Video in dem er 29 Schnitte an 9 Zielen in 30 Sekunden ausführt.

Toshishiro Obata hält den Weltrekord im Kabuto Wari, dem Helmspalten, für seinen Schnitt durch einen stählernen Kabuto (Helm). Toshishiro Obata ist ebenfalls Rekordhalter im Ioriken Battojutsu speed cutting für zehn Schnitte auf zehn Ziele über drei Runden. Seine Rekordzeiten sind: 6.4, 6.4 und 6.7 Sekunden.




Um solche einen Rekord aufzustellen bedarf es langer Vorbereitung, exzellenter Technik und sehr guter Kondition. Nachdem McCartney den Rekord im Jahr 2000 gebrochen hatte, litt er als Folge der dauerhaft wiederholten Schwing- und Schnittbewegungen an schweren Muskelfaserrissen. Er verbrachte einige Zeit im Krankenhaus und es dauerte Monate bis er wieder in der Lage war mit dem Schwert zu trainieren.






Eine vergleichbare Leistung wird auch im Kyudo, dem traditionellen Japanischen Bogenschiessen, vollbracht.
In Kyoto wird seit dem 16. Jhdt. jedes Jahr im Sanjusangendo-Tempel (Musashi soll hier seine Kämpfe gegen die in Kyoto ansässige Schwertschule der Yoshioka ausgefochten haben) das wohl schwierigste und spektakulärste Bogenschießen Japans zelebriert - das Toshiya. Der offizielle Name des Tempels heißt Rengeo-in, umgangssprachlich nennt man ihn in Japan jedoch Sanjusangendo.
Sanjusangen bedeutet sinngemäß 33 Nischen, was sich auf die Abstände zwischen den gewaltigen Holzsäulen in der Haupthalle bezieht.
Toshiya übersetzt man am ehesten mit "der Pfeil, welcher sein Ziel trifft).
Hauptevent des Wettkampfes ist das Oyakazu (viele Pfeile), ein Ereignis, welches seit 1606 einmal jährlich, meist am Ende des Frühlings, ausgetragen und beginnt um 18.00 Uhr. Ende des Oyakazu ist erst am Abend des nächsten Tages, was heißt, dass der Schütze 24 Stunden lang ununterbrochen Pfeil auf Pfeil zum Ziel schicken muss. Das im Sanjusangendo ausgetragene Toshiya findet über eine Distanz von 119,9 m statt. Das spezielle Handicap besteht darin, dass der Schütze auf der Veranda des Tempelgebäudes steht. Die Flugbahn des Pfeils wird dabei von der Dachhöhe der Veranda (5,66 m) und deren Breite (2,20 m) beschränkt. Geschossen wird auf der Westseite des Tempelgebäudes, von der Südseite nach Norden. Statt der herkömmlichen Zielscheiben aus Stroh verwendete man beim Toshiya ein großes Tuch mit aufgemalten Ringen (Tani Heisoku). Einer der besten Schützen, welcher im Sanjusangendo seine Kunst zur Schau stellte und auch als solcher im Yakazucho verewigt ist, war Daihachiro Wasa, ein Krieger aus Kishu. Er schoß am 7. April 1686 in einer Zeit von 24 Stunden 13053 Pfeile über die Veranda, wovon 8133 ihr Ziel trafen. Dies entsprach einem Durchschnitt von 544 Pfeilen je Stunde oder 9 je Minute. Daihachiro Wasa war zu diesem Zeitpunkt 18 Jahre alt.  




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