Mittwoch, 9. Dezember 2009

Tameshigiri - Teil 1: Die Vorbereitung

Viele träumen vom "Cutting", dem Tameshigiri, dem Schwerttest.

Sensei Toshishiroro Obata hat einmal gesagt: 
"Bogenschießen und Treffsicherheit werden geübt, indem man auf wirklich Ziele schießt - folglich sind die Resultate sehr klar. Es gibt vermutlich niemanden auf der Welt, der nur vortäuscht zu schießen und dann hundertprozentig von seiner Treffsicherheit überzeugt ist. Dasselbe gilt für die Schwertkampfkunst: ein Schwertkämpfer kann nicht sicher sein, dass er oder sie gut schneidet, ohne Tameshigiri durchgeführt zu haben. Ohne wirklich Tameshigiri geübt zu haben, ist es dumm zu glauben, dass man gut schneiden könnte."

Eine Aussage die jeder der zum ersten Mal wirklich schneidet sofort nachvollziehen kann. Im Iaido wird besonderer Wert auf die Qualität des Schneidens gelegt. Warum wird beim Cutting schnell klar. Ich kann jedem Iaidoka nur raten auch "richtig" zu schneiden um so ein Gefühl dafür zu bekommen was Schneiden wirklich bedeutet.

Wer aber schneiden will, sollte zuerst einmal die notwendige Ausrüstung beisammen haben.

Zuerst ein Wort zum "Schwert". Wer ein Katana zum Schneiden benutzen will sollte ein dafür ausgelegtes Schwert benutzen. Also eine Klinge möglichst ohne Bo-Hi, mindestens 8mm stark, in der richtigen Länge (abhängig von der Physiognomie des Besitzer) und vor allem muss die Klinge scharf sein, sehr scharf. Die Klinge/das Schwert sollten vom Hersteller für Tameshigiri "zugelassen" sein!!!

Weiterhin sollten die üblichen Schwertpflege Materialien bereit liegen, denn nach jeder Schnittübung sollte die Klinge gesäubert, getrocknet und gepflegt werden!

Dann geht es an die Beschaffung der Tatami Omote Rollen. Da gibt es verschiedene Qualitäten. Auch hier gilt, dass Beste ist gerade gut genug! Die etwas besseren und teueren sind zu empfehlen, Eure Technik und Euer Schwert werden es Euch danken.

Tatami Omote gibt es in einfacher Qualität und in hoher Qualität. Vergleicht man die Tatami Omote der einfachen Qualität mit der hohen Qualität, so kann man sehr leicht feststellen, dass die hohe Qualität im gerollten und gewässerten Zustand etwa doppelt soviel Widerstand bietet wie die einfache Qualität. Somit ist die hohe Qualität ist doppelt so schwer zu schneiden wie die einfache Qualität. Das liegt hauptsächlich an dem verwendeten Material und der Dichte der Fasern. Diese Dichte ist bei der Tatami Omote der hohen Qualität wesentlich höher als bei der einfachen Qualität. Die Matten haben eine Größe von 180 x 90 cm.

Wichtig ist es, die Matten "richtig" zusammen zu rollen:








Bildquelle mit freundlicher Genehmigung des Verlages: Shinkendo Tameshigiri - Die Schwertkampfkunst der Samurai; Toshishiro Obata; Verlag J.R. Ruther; ISBN 978-3-929588-14-9




Die Matten vor dem Schneiden ca. 4- 8 Stunden völlig untergetaucht wässern und dann ca. 20 Minuten aufrecht stehend abtropfen lassen.

Das Schneiden von mit Wasser gefüllten PET-Flaschen ist nicht traditionell, aber lehrreich. Wenn man eine auf einem Ständer frei stehende mit Wasser gefüllte PET-Flasche mit einem rasiermesserscharfen Katana schneidet und diese Flasche dabei einfach nur herunterfällt und kein Kratzer zurück bleibt, hat man seine erste Erfahrung damit gemacht, was der Unterschied zwischen Schneiden und Hacken ist!!!
Ach ja, es gibt da einige Spezialisten, die Schneiden PET-Flaschen die mit erstarrter Gelatine gefüllt sind. Solche Gelatine wird auch für Schiessübungen verwendet (wie in den netten CSI Serien). Gelatine in diesen Mengen bekommt man beim Metzger seines Vertrauens in 1 kg Beuteln.

Ganz wichtig sind die Ständer. Zu Beginn mag ein einfacher Ständer reichen. Will man aber ernsthafter arbeiten, benötigt man mehrere Ständer zumindest einige der einfachen Ständer für eine Tatami-Rolle und zumindest einen Ständer für 6-7 Rollen nebeneinander.






 



Der Ständer für mehrere Rollen (die Rollen haben gewässert einen Durchmesser von ca. 9cm) bietet die Möglichkeit 6-7 Rollen aufrecht nebeneinander zu platzieren, womit "richtige" Kesa-Schnitte aber auch Horizontalschnitte möglich sind. Das gibt dann schon mal eine Schulterbreite von gut 60cm.









Ich schneide im Garten und habe in die Sockelkreuze der Ständer Löcher gebohrt und aus Moniereisen für jedes Ständerkreuz vier Anker - ähnlich Zeltheringen - gebogen um die Ständer damit im Boden zu fixieren. Der optimale Stand des Ständers ist sehr wichtig!




Eine nette Anleitung zum Bauen eines Ständers findet sich hier: http://www.customworkshop.biz/tameshigiri.html

Unterhaltsame Videos hier und natürlich bei YouTube (wobei es hier einiges an nicht zur Nachahmung empfohlenen Machwerken gibt!): http://www.angelsword.com/videos/videos.php

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