Donnerstag, 17. Dezember 2009

Tameshigiri - Teil 2: Schnittziele, Schnittmuster & Schnitt-Kata

Um die Tatami Rollen für das Schneiden vorzubereiten, werden diese nach dem Rollen entweder mit Gummibändern oder mit Bindfaden mindestens an drei Stellen fixiert. Einmal in der Mitte und dann jeweils ca. 15 cm vom Rand entfernt. 

Betont sei hier, das ein zu langes Einweichen der Matten dazu führt, dass diese zu weich werden und mit einem realen Schnitttest nichts mehr zu tun haben! Wenn die Rollen abgetropft sind werden sie auf den Holzzapfen aufgespießt. Dafür eignen sich ca. 20 cm lange Buchenholz-Rundstäbe mit 16 mm  Durchmesser aus dem Baumarkt. Diese werden mit einem speziellen Anspitzer angespitzt und dann in die Ständer gesteckt. Dazu wurde in den Ständer eine Bohrung von 18 mm Durchmesser und 7 cm Tiefe angebracht. Die Matten werden dann auf die Zapfen gesteckt.


(Anspitzer für Rundstäbe, erhältlich bei der Firma: DICK GmbH, 94526 Metten)
 Als Ziele eignen sich die zuvor beschriebenen einfach gerollten Tatami Omote oder aber auch spezielle Ziele wie z.B. ein O-Makiwara, eine besonders dicke Rolle aus zwei bis 6 Matten die überlappend zusammen gerollt werden. Auch ein „Tombo“ Ziel ist sinnvoll. Dazu wird ein Drittel der Matte abgeschnitten und wie bei einem „T“ auf das obere Ende gelegt. Die Kunst ist es hier erst en einen Arm des „T“ und dann den anderen Arm abzuschneiden, ohne dass der Querträger herunterfällt.

Es gibt einige klassische Schnittmuster, die hier dargestellt sind. Natürlich lassen sich in der Kata-Arbeit auch Stiche und senkrechte Schnitte einbauen. Auch sollten die Ziele so platziert werden, dass damit mehrere Gegner simuliert werden.

1. Stufe:







2. Stufe:



 

 

3. Stufe:


 
 
 

Ein schönes Beispiel für eine sehr schnelle und spektakuläre Technik ist in diesem Video zu sehen:



In diesem Video sind einige sehr schnelle und dynamische Formen zu sehen, die aus der Koreanischen Kampfkunst „Haidong Gumdo“ stammt. Diese Kampfkunst erscheint deutlich zeitgemäßer und spektakulärer als das traditionelle japanische Tameshigiri. Jedoch haben beide ihre Vor- und Nachteile und sprechen unterschiedliche Geschmäcker an. Einige der komplizierten Formen beinhalten multiple Schnitte, wie beim Misu Gaeshi, dem berühmten diagonalen Aufwärtsschnitt nach rechts, gefolgt von einem horizontalen Schnitt darüber, der ausgeführt wird bevor das Ziel herunterfällt.

Auf eine bemerkenswerte Entwicklung möchte ich an dieser Stelle noch eingehen:
"BACKYARD CUTTING", ein Begriff der Aus den USA stammt und die „Hinterhof Cutter“ beschreibt. Die inoffizielle „Bibel“ dieser „Kunst“ findet sich hier als frei verfügbares PDF eBook: http://www.sword-buyers-guide.com/support-files/ebook-backyard-cutting.pdf


Das „Backyard Cutting“ hat natürlich nichts mehr mit dem traditionellen japanischen Tameshigiri zu tun, sollte aber der Vollständigkeit halber erwähnt werden. Man sollte immer über den Tellerrand schauen, lernen kann man von jedermann!

Hier noch ein Video des aktuellen Senbongiri Rekordhalters Aaron McCloud:



Das Interview zum Video findet sich hier (englisch):
http://www.pnwlocalnews.com/kitsap/bir/news/35092559.html

Einen Bericht von Russell McCartney über seinen Weltrekord im Jahre 2000 (englisch) findet sich hier: http://www.ishiyamaryu.com/senbongiri.php

Es ist interessant die Artikel miteinander zu vergleichen!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen