Donnerstag, 24. Dezember 2009

Tameshigiri - Teil 3: Technik ist alles!

Um sauber und sicher zu schneiden sind die Grundsätze wie hasuji (Schnittwinkel), tachisuji (Schwertschwungwinkel, die Bahn, die das Schwert beim Schwingen beschreibt) tenouchi (Griffhaltung) zu erlernen und zu beachten.
Tameshigiri hat nichts mit Kraft zu tun!
Wer es nicht glaubt mag sich mal dieses Video in Ruhe ansehen. Da fliegt nichts umher:


Falsche Technik erkennt man selbst sofort daran, dass man einen starken Widerstand beim Schnitt verspürt und das abgetrennte Stück durch die Gegend fliegt. Je weiter es fliegt, desto mehr hat man falsch gemacht.
Bei richtiger Technik geht die Klinge praktisch ohne größeren Widerstand selbst durch dicke Matten hindurch und das abgetrennte Stück bleibt im Idealfall sogar auf der Rolle stehen, ansonsten „hüpft“ es kurz hoch und fällt dann direkt an der Rolle herunter zu Boden.
Ganz wichtig ist es, sich zu vergegenwärtigen, dass die Klinge nachdem sie den Schnitt begonnen hat und durch das Ziel hindurch schneidet, seinen Schnittwinkel nicht mehr verändern kann. Die Schnittbahn kann innerhalb des Schnittziels nicht mehr verändert werden. Jeder Versuch dies zu tun, sei es bewusst oder durch schlechte Technik, endet unweigerlich mit einer verbogenen Klinge, einer gebrochenen Klinge oder bestenfalls mit einer Klinge die im Ziel stecken bleibt. Wie damals im Physikunterricht: Eintrittswinkel gleich Austrittswinkel!!



Geschnitten wird mit der monouchi, dem oberen drittel der Schneide. Die leichte Biegung der Klinge, und die Bewegung der Arme sorgt dafür, dass der Schnitt ganz von allein ausgeführt wird. Es muss ein Schnitt sein, kein Hacken. Dazu werden, nachdem das Schwert erhoben wurde und die Schnittbewegung beginnt, das Handgelenk und auch der Ellenbogen gestreckt und die Kraft wird in die kissaki übertragen. Es hilft sich vorzustellen, man wolle eine Angel auswerfen und die Kraftline zeigt dabei über die Klingenspitze hinaus. Um wirklich sauber zu schneiden hilft es auch, sich vorzustellen, dass man ein weitaus größeres Ziel schneidet als vor einem steht. Wenn also eine Matte auf dem Ständer steht, sollte man sich vorstellen drei Matten zu schneiden. Dadurch wird der Schnittwinkel sauberer.
Beim Schnitt, der bereits mit dem Ausholen beginnt, sollen die Schultern nicht gehoben werden! Es werden lediglich die Arme gehoben. Neben der Fehlhaltung der Arme und Hände sind oft ein falscher Stand und ein schwaches Becken der Grund für schwache Schnitte. Das Kraftzentrum ist im Becken, zwei Finger unter dem Bauchnabel. Das Becken muss gerade und fest sein. Der Stand muss sicher und fest sein.

Die folgenden vier Fälle sind Beispiele dafür, dass zu viel Druck auf die Klinge ausgeübt wird, was möglicherweise zum Verbiegen, Verdrehen oder Reißen der Klinge führen kann. tenouchi, tachisuji und hasuji haben alle eine starke Beziehung zueinander.
Wenn das tenouchi schlecht ist, dann ist das tachisuji falsch. Wenn das tachisuji schlecht ist, dann wird das hasuji dies nicht ausgleichen. Einer der Schlüssel für erfolgreiches Schneiden ist das Verriegeln der Handgelenke. Die Handgelenke sollten sich nicht biegen oder sich verdrehen und wenn die Handgelenke oder der Griff schwach sind, werden die Handgelenke entriegelt.
  1. nagare: Das tachisuji und das hasuji sind beide gekrümmt (nicht gerade).
  2. yoko naguri: Die Klinge des Schwertes zeigt zur Seite und folglich trifft die stumpfe Seite das Ziel.
  3. hirauchi: Die Seite der Klinge trifft das Ziel. Bei harten Materialien wie z.B. Bambus, rutscht die Klinge von der Oberfläche des Ziels ab.
  4. tateiri: Die Klinge stoppt in der Mitte des Ziels.

 Zu guter letzt noch ein Ratschlag von Maestro Ramon Martinez, einem begnateten Fechtmeister:

Übe langsam und Du lernst schnell!
Übe schnell und Du lernst langsam!

In der Ruhe liegt wie immer auch hier die Kraft!

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