Dienstag, 26. Januar 2010

Fundoshi 褌

Der traditionelle Kampfkünstler ist bekanntermaßen sehr "modebewusst". Dies schließt natürlich auch die politisch korrekte Unterwäsche mit ein, die japanische Lendenschurz-Unterhose Fundoshi.

Ein Fundoshi, auch Shitaobi genannt, ist ein Kleidungsstück (Unterwäsche) für Männer, bestehend aus einem langen Streifen Tuch, das um die Taille befestigt, zwischen den Beinen durchgezogen und gebunden oder auf der Rückseite eingesteckt wird. Geht man von Tonfiguren (Haniwa) aus der Kofun-Periode (ca. 300-710) aus, so waren Fundoshi bereits seit altersher in Verwendung. Anfangs waren sie aus Leinen gefertigt, in der Edo-Zeit (1600-1868) war aber Baumwolle bereits weit verbreitet. Die Oberschicht favorisierte jedoch Unterwäsche aus Seide. Die beliebteste Art des Fundoshi waren die so genannten Rokushaku, benannt nach ihrer Länge von sechs Shaku (Roku Shaku, ca. 2,2 m) und aus einem einzigen Stück. Der Ecchu Fundoshi ist halb so lang wie der Rokushaku und der in der Mitte umgeschlagen wurde um ein Taillenband einzunähen. Weiterhin gibt es noch den Mokka Fundoshi bei dem beide Enden des Tuches ein Taillenband aufweisen. Während der Showa-Periode (1926-89) wurde die Fundoshi nach und nach durch Unterwäsche im westlichen Stil ersetzt.

Er wird zwischen den Beinen und unter einem Gürtel durchgezogen, über den es dann frei hinunterhängt und so den Schambereich schützt und bedeckt, oder besteht aus einem Teil, das von einem Gürtel über den Schambereich hängt. Eine weitere Form besteht in einem längeren Stoffstreifen, der um die Hüfte geschlungen und dann durch die Beine gezogen wird. Die beiden Enden hängen dann über die Genitalien und das Gesäß hinunter.


Rokushaku-, Mokka- und Ecchu-Fundoshi

Man kann sich ein Rokushaku Fundoshi leicht selbst herstellen, indem man 2,2 bis 2,7 m langes Tuch (in der Breite eines Tenugui) nimmt und es nach Anleitung anlegt.



Man kennt die Fundoshi auch aus den Yakuza Filmen, wo die netten ganzkörpertätowierten Herren diese Art der Unterwäsche tragen






Gerne wurden Fundoshi auch bedruckt und gefärbt. Meist wurden Stoffe traditionell mit Persimone (カキノキ), zu Deutsch Kaki, gefärbt. Das aus dem fermentierten Saft unreifer Kaki Früchte gewonnene Färbemittel heißt Kakishibu. Auch Hakama und Gi wurden traditionell mit Persimone gefärbt. Zum einen bietet sich diese Behandlung bei Allergikern an, zum anderen gibt diese, bereits seit über 2000 Jahren in China, Korea und Japan benutzte Textilfarbe sehr angenehme Brauntöne. Ein anderer Grund für die Verwendung von Persimone war die medizinische Wirkung des Pflanzensafts gegen Bluthochdruck und bei Verbrennungen. Das aus der unreifen Frucht gewonnene Tannin wurde auch bei der Sake Herstellung und als Holzschutz benutzt.


Farbpalette

In Japan bietet unter anderem der Tozando Online Shop mit Persimone gefärbte Hakama und Gi aus Baumwolle an: http://www.tozandoshop.com


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