Sonntag, 3. Januar 2010

Schnitte im Iaido, Battodo und Tameshigiri

In den zwölf Formen (kata) des Seitei-Iai werden unterschiedliche Schnitte, Stöße und Stiche ausgeführt. Zusammengefasst sieht das aus wie auf der ersten Abbildung. Die Zahlen entsprechen der jeweiligen kata.



  1. mae 前 vorn
  2. ushiro 後 hinten
  3. ukenagashi 受流 empfangen und abfließen lassen
  4. tsukaate 柄当 Stoß mit dem Griff
  5. kesagiri 袈裟切 Schnitt entlang der Kesa
  6. morotetsuki 諸手突 Stich mit beiden Händen
  7. sanpogiri 三方切 Schnitt in drei Richtungen
  8. ganmenate 顔面当 Stoß in das Gesicht
  9. soetetsuki 添手突 Stich mit angelegter Hand
  10. shihogiri 四方切 Schnitt in vier Richtungen
  11. sogiri 総切 alle Schnitte
  12. nukiuchi 抜打 ziehen und schlagen

Umgesetzt auf eine Tatami-Rolle - hier sollte ein o-makiwara aus sechs Rollen verwendet werden - sieht das dann so aus.




Die Schwierigkeit wird schnell deutlich, wenn man sich vergegenwärtigt, dass einige der Schnitte den Körper nicht verlassen. Aber auch im Iaido wird immer wieder der Schnitt auf einen Gegner und dann das Zuwenden zu einem anderen, hinter einem stehenden Gegner und dann das Herausziehen der Klinge simuliert. Versucht man dies einmal an einer Tatami-Matte, werden einige der Unterschiede zwischen "Realität" und Dojo-Training erkennbar.

Eine weitere wichtige Schnittabfolge sind die im suburi des Battodo geübten 18 Schnitte. Diese Schnitte und ihre korrekte und fließende Ausführung sind eine Grundvoraussetzung und wichtige Vorübung für kumitachi Training.

Die hier dargestellten 18 Schnitte werden mit Partner durchgeführt.




Die 18 Schnitte

Das bokken wird (im Gegensatz zum ZNKR-Iai) horizontal an der linken Seite getragen.

Der Abstand der beiden Übenden zueinander ist „Issoku itto no maai“ ("Ein-Schritt / Ein-Schwert Abstand." Das ist der Abstand, von dem aus der Gegner mit einem Schritt getroffen werden kann, oder aber mit einem Schritt seinem Schlag ausgewichen werden kann.)

Gegenseitiges Verbeugen.

Beide ziehen ihre Schwerter mit gleichzeitigen vorsetzen des rechten Fußes, und nehmen Chudan no Kamae (mittlere Haltung, Tsuka etwa in Bauchnabelhöhe, die Spitze (Kensen) wird auf die Kehle des Gegners gerichtet) ein. Wobei sich die Klingen im oberen Drittel kreuzen.

Der (passiv) Übende hebt das Chudan no Kamae auf, bringt sein Schwert von unten seitlich über die rechte Schulter und geht in eine Waki no Kamae ähnliche Stellung.
Der (aktiv Übende) bleibt in Chudan no Kamae.

Hidari (links) und Migi (rechts) bezieht sich immer auf die Körperseite beim passiv Übenden, also dem Partner der „geschnitten“ wird.

Bei allen Schnitten gilt, dass der aktiv Übende bei Hidari das rechte Bein vorn stehen hat und bei Migi das linke Bein.

Beim zurück gleiten „Suri Ashi (gleitender Fuß - Bewegung) bleiben die Füße in gleichen Abstand zu einander.

Wird nun aus dieser Position Migi (also rechts beim Gegner) geschnitten, dann kommt das linke Bein nach vorne. Hier nach den Schnitt zurück gleiten (Suri Ashi) Mit beiden Füßen im gleichen Abstand zurück gleiten.

Der erste Schnitt Shomen und der letzte Tsuki werden traditionell nicht mitgezählt, weshalb es eigentlich 16 Schnitte und nicht 18 sind.

1. Shomen - Senkrechter Schnitt zu Shomen.

2. Hidari Men - Schnitt zur rechten Schläfe.

3. Migi Men - Schnitt zur linken Schläfe.

4. Hidari Kubi - Schnitt zur rechten oberen Halsseite.

5. Migi Kubi - Schnitt zur linken oberen Halsseite.

6. Hidari Yoko Kubi - Schnitt rechte Halsseite , waagerecht durch den Hals.

7. Migi Yoko Kubi - Schnitt linke Halsseite waagerecht durch den Hals.

8. Hidari Kesa Giri - Schnitt durch das Kesa.
Von oben nach unten.

9. Migi Kesa Giri - Schnitt durch das Kesa.
Von oben nach unten.

10. Hidari Yoko Kesa Giri - Schnitt durch das Kesa, gleicher Schnitt zurück.
Von unten nach oben.
Der rechte Fuß geht vor und es wird von oben nach unten durch das Kesa geschnitten. Dann kommt der linke Fuß in Höhe des rechten Fußes (parallel) und beim zurücksetzen des rechten Fußes wird von unten nach oben durch das Kesa geschnitten.

11. Migi Yoko Kesa Giri (Migi Kiriage) - Schnitt durch das Kesa, gleicher Schnitt zurück.
Von unten nach oben.
Der linke Fuß geht vor und es wird von oben nach unten, durch das Kesa geschnitten. Dann kommt der rechte Fuß in Höhe des linken Fußes (parallel) und beim zurücksetze des linken Fußes wird von unten nach oben durch das Kesa geschnitten.

Ab hier geht der passiv Übende in Jodan no Kamae (obere Haltung). Die Klinge wird über dem Kopf gehalten, mit ca. 40 - 50 Grad nach hinten geneigter Spitze).

12. Hidari Kote - Schnitt linkes Handgelenk.

13. Migi Kote - Schnitt rechtes Handgelenk.

14. Hidari Do - Schnitt unterhalb linken der Achsel des passiv Übenden.

15. Migi Do - Schnitt unterhalb der rechten Achsel des passiv Übenden.

16. Hidari Suihei Do - Waagerechter Schnitt unter Bauchnabel (wie bei ZNKR Sogiri) linke Seite des passiv Übenden.

17. Migi Suihei Do - Waagerechter Schnitt unter Bauchnabel (wie bei ZNKR Sogiri) rechte Seite des passiv Übenden.

18. Tsuki - In den Suigetsu (Plexus Solaris) mit Kiai und sofortiger Korrektur durch den passiv Übenden.

Beide Übende gehen in Chudan no Kamae und kreuzen die Klingen. Beide führen Yoko Chiburi aus, dann Noto und Verbeugung.

1 Kommentar:

  1. Ein wirklich sehr schöner Blog. Ich werde doch öffters mal zu Besuch kommen.

    Viele Grüße,
    Jürgen Bieber
    www.bujinkanfuryu.de

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