Samstag, 23. Januar 2010

Tameshigiri im Wettbewerb

Tameshigiri Wettbewerbe werden nach dem K.O.-Verfahren ausgetragen. Jeder Teilnehmer führt an einem oder mehreren Zielen eine Reihe von vorgegebenen Schnittmustern aus. Die Schnitte werden zuvor benannt gegeben und definiert. Die Kampfrichter bewerten dabei nach verschiedenen Aspekten wie das Einhalten der richtigen Reihenfolge der Schnitte, Schnittwinkel, Sauberkeit der Schnitte und den Gesamteindruck der Vorführung. Teilnehmer können diskqualifiziert werden, wenn sie das Ziel verfehlen, das Ziel nicht völlig durchschneiden, das Ziel vom Ständer stoßen, den Ständer umwerfen oder den Pflog treffen der die Matte hält. Der oder die Kampfrichter können die Vorführung sofort abbrechen, wenn ein Teilnehmer disqualifiziert wurde.
Der Teilnehmer darf weder den Ständer noch das Ziel berühren, sei es mit der Klinge oder den Händen. Auch das ausrichten eines schiefen Zieles ist nicht gestattet. Die einzige Ausnahme ist eine Dodan Vorführung, wo es dem Teilnehmer erlaubt ist das Ziel ein einziges Mal mit der Klinge zu berühren um den korrekten Abstand einzuschätzen. Nachdem der Dodan Schnitt ausgeführt wurde soll der Teilnehmer sein Schwert aus dem Ziel entfernen und einige Schritte zurück treten und Chiburi und Noto ausführen.
Für ausgelassene Schnitte, Schnitte in der falschen Reihenfolge, schlechte Schnittwinkel, das Schneiden durch einen bereits erfolgten Schnitt, für das Schneiden von dünnen Segmenten am oberen Rand des Ziels kommt es zum Punktabzug.
Sicherheit ist das oberste Prinzip. Bei jedem Schnitt ist darauf zu achten, dass weder der Ausführende noch Umstehende gefährdet werden. Daher ist zuvor das Schwert von allen drei Kampfrichtern ausgiebig zu begutachten. Alle Kesa Schnitte müssen selbstverständlich weg vom vorne stehenden Fuß durchgeführt werden.
Nach jedem Durchgang wird die Wettkampffläche gesäubert und der Boden trocken gewischt. Das Schwert steckt immer in der Saya, nur bei der Vorführung wird die Klinge gezogen und danach sofort wieder in die Saya gesteckt. Niemals wird mit einer blanken Klinge herumgelaufen oder herumgefuchtelt. Beim Wettkampf in der Halle wird immer Barfuss gearbeitet. Nur bei Vorführungen im Freien dürfen Schuhe getragen werden. Es ist immer auf einen festen, sicheren und rutschfesten Stand zu achten. Es ist ausdrücklich erlaubt und empfohlen ein Tasuki zu tragen.

Je nach Ziel, Schnitt und Schnittfolge werden unterschiedliche Bewertungen angesetzt:
Godan Giri und Rokudan Giri
- Der Schnittwinkel ist wichtig
Inazuma Giri
- Die Schnittgeschwindigkeit ist wichtiger als der Schnittwinkel
- Alle Schnitte sollen innerhalb einer Sekunde ausgeführt werden
Namigaeshi
- Zuerst die beiden Kesa Schnitte und dann den horizontalen Schnitt durch beide Ziele mit einem Hieb
- Schnittwinkel ist wichtiger als die Höhe der restlichen Ziele
- Die gleiche Höhe der beiden Ziele nach dem horizontalen Schnitt ist wichtig
Mizu Gaeshi
- Schnittwinkel ist entscheidend
- Der untere Schnitt muss zuerst ausgeführt werden
Free Style
- Jede beliebige Schnittfolge ist erlaubt. Die Schnittfolge muss zuvor angesagt werden.
- Der Schwierigkeitsgrad der Schnittfolge ist entscheidend
Dodan
- Verlässt die Klinge die Matten, führt dies zur Disqualifikation
- Trifft die Klinge nachdem alle Matten geschnitten wurden den Ständer, so führt dies NICHT zur Disqualifikation
- Trifft die Klinge andere Teile des Ständers, so führt dies zur Disqualifikation

Das K.O.-Verfahren
Es treten jeweils zwei Teilnehmer in einem Durchgang an. Der eine auf der weißen Seite, der andere auf der roten Seite. Je einer der beiden Teilnehmer erreicht die nächste Runde. Wie in einem realen Kampf gibt es pro Runde nur einen Sieger. Entscheiden über den Sieg ist das Mehrheitsurteil der drei Kampfrichter, angezeigt durch entweder eine rote oder eine weiße Flagge. Werden beide Flaggen gekreuzt hochgehalten, so zeigt dies die Disqualifikation des Teilnehmers an. Die Vorführung kann gleichzeitig oder nacheinander erfolgen. Die Bewertung erfolgt nach dem der letzte Teilnehmer zurück zur Startlinie getreten ist. Vor und nach der Vorführung verbeugen sich die beiden Teilnehmer zueinander und vor den Kampfrichtern.

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