Sonntag, 21. Februar 2010

Hayanuki 早抜き

In Chuden 中伝 (Hasegawa Eishin Ryu 長谷川英信流) des Muso Shinden Ryu (夢想神伝流) Tachihiza Iai gibt es eine besondere Methode die Kata ohne Unterbrechung, hintereinander auszuführen, ohne dass nach jeder Kata aufgestanden und diese formal beendet wird. Der Überlieferung nach soll Oe Masamichi (1852–1927), der 17. Soke der Jikiden Eishin Ryu (無双直伝英信流), diese Variante eingeführt haben.
Der Begriff Hayanuki (schnelles ziehen) bezient sich nicht nur auf das „schnelle Ziehen“, auch muss jede Bewegung getrennt voneinander ausgeführt werden. Das richtige Timing zwischen den Bewegungen muss eingehalten werden, damit die einzelnen Bewegungen und die Kata nicht verwischen. Es geht nicht um Schnelligkeit, sondern darum die Kata fließend und sauber auszuführen.

Laut Yamatsuta Higeyoshi Sensei wird man die Bedeutung und den Inhalt von Hayanuki nicht verstehen können, wenn man nicht bereits ein Meister ist und Shoden und Chuden über mindestens zehn Jahre intensiv geübt hat. Wenn man nur versucht schnell zu ziehen, wird sich die Form verschlechtern und nutzlos werden. Aus diesem Grund wird diese Übung nicht für Anfänger empfohlen, sollte aber zumindest bekannt sein. Die Methode des Hayanuki lässt sich auch auf die anderen Schulen, ja auch auf die Seitei-Iai Kata übertragen.

Beim Hayanuki beginnt man mit der ersten Form indem man nach Shomen blickt und beendet die letzte Form indem man wieder nach Shomen ausgerichtet ist. Dazu wird manchmal in der Abfolge der Kata die sechste (Iwanami - 岩浪) mit der siebenten Kata (Urokogaeshi - 鱗返) ausgetauscht und in Kata sieben wird dann außerdem nach rechts gedreht.

Für das schnelle Ziehen nach rechts gibt es die Variante, ein schnelles einhändiges Ziehen durchzuführen, jedoch erscheint diese Methode komplizierter als die beidhändige. Der Vollständigkeit halber sollte dies jedoch erwähnt werden.

Es gibt Gelegenheiten bei denen Hayanuki bei einer Taikai ausgeführt wird, jedoch ist Hayanuki eine sehr persönliche Übung und wird niemals bei einer Embu vorgeführt.

Es gibt Iaidoka die Hayanuki praktizieren wenn sie nicht genug Zeit zum regulären Trainieren haben. Der Anfänger ist jedoch besser beraten seine Zeit mit der ersten Seitei-Iai Kata „Mae“ (前) zu verbringen. Die meisten der Europäischen Iaidoka sind viel zu eifrig dabei so viele Techniken (Waza - 技) wie nur möglich zu erlernen, ohne jedoch Mae gemeistert zu haben und (perfekt) zu beherrschen. Es ist eine Sache, die „äußere Form“ einer Technik zu erlernen, aber etwas völlig anderes diese Schale zu durchbrechen und zum „Herz“ einer Waza zu gelangen. Als Iaidoka sollte man nicht davon eingenommen sein wie viel man glaubt zu wissen, sondern sich darauf konzentrieren was man versteht und wie man es zum Ausdruck bringen und perfektionieren kann.

Chūden – 中伝 – mittlere Stufe
(Hasegawa Eishin ryū – 長谷川英信流)
  1. Yokogumo 横雲 -  seitliche Wolke
  2. Toraissoku 虎一足 - Fuß des Tigers
  3. Inazuma 稲妻 - Blitz
  4. Ukigumo 浮雲 - schwebende Wolke
  5. Yamaoroshi 颪 - Bergwind
  6. Iwanami 岩浪 - Welle am Fels
  7. Urokogaeshi 鱗返 -  umgedrehte Fischschuppe
  8. Namigaeshi 浪返 - umschlagende Welle
  9. Takiotoshi 滝落 - Wasserfall
  10. Nukiuchi 抜打 - schnell ziehen und schneiden

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