Freitag, 19. März 2010

Die Tanka des Eishin Ryu 短歌

Musō Jikiden Eishin Ryu und Muso Shinden Ryu sind die in der westlichen Welt am weitest verbreiteten Iaido Schulen. Beide stammen aus der Linie des Hasegawa Eishin Ryū, die von Hasegawa Chikaranosuke Eishin während der Edo-Zeit begründet wurde. Zwei Generationen später zog diese Ryuha in die Provinz Tosa, wo die Schule bis in die Neuzeit existierte. Eishin, in der siebenten Generation Shihan von Shinmei Hayashizaki Jinsuke's Muso Ryu, adaptierte die Batto-Techniken der Schule für das Uchigatana und entwickelte selbst auch einige Waza. Die von ihm entwickelten Waza sind vollständig in der mittleren Stufe (Chuden) der beiden Schulen Muso Jikiden Eishin Ryu und Muso Shinden Ryu, in den Techniken die als "Tatehiza no Bu" bekannt sind, enthalten. Diese Techniken werden heutzutage oft auch einfach nur als "Eishin Ryu" oder "Hasegawa Eishin Ryu" bezeichnet.

Tatehiza no Bu besteht heute aus zehn Waza. Alle bis auf eine werden aus der halb knienden Tatehiza Stellung ausgeführt. In dieser Stellung kniet man mit dem linken Bein wie in Seiza sitzend, während das rechte Bein aufgestellt wird und der Fuß neben dem Knie des linken Beins gesetzt wird. Diese Sitzhaltung soll sich aus der korrekten Haltung beim Knien in voller Rüstung entwickelt haben.

Außerhalb Japans ist kaum bekannt, dass die Eishin-Ryū auch aus einem zugehörigen Satz von neun kurzen Gedichte, sogenannten Tanka (短歌 ) besteht, von denen ein jedes mit einer der Tatehiza no Bu Waza korrespondiert. Es ist nicht ungewöhnlich für die Koryu, dass bestimmte Lehren über Gedichte (Doka 道 歌) weitergegeben werden. Diese Gedichte übermitteln üblicherweise in einer leicht verdaulichen Form eine moralische Botschaft. Eishin Ryu bildet hier keine Ausnahme und enthält viele Doka mit moralischen Inhalten. Die neun mit den jeweiligen Waza korrespondierenden Gedichte beschreiben die grundlegenden Bewegungen jeder Waza metaphorisch und was vielleicht noch wichtiger ist, sie beschreiben das Gefühl (心 持) mit denen jede Waza durchgeführt werden soll.
Es gibt eine Reihe von Variationen der Tanka, aber die gängigste Version findet sich in "Musō Jikiden Eishin Ryū Iaidō " von "Jisaku Kamo (Airyudo, 1999)".

Eine deutsche Übersetzung der Tanka existiert meines Wissens nicht, jedoch findet sich in dem wunderbaren, englischsprachigen Blog: Koredō – 是道 - A beginner's adventures in budō eine sehr schöne und ausführliche Darstellung mit vielen Hintergrundinformationen:

Over my head: Returning to the Tanka of Eishin-ryū

The Tanka of Eishin-ryū: Part 1 – Yokogumo

The Tanka of Eishin-ryū: Part 2 – Tora no Issoku

The Tanka of Eishin-ryū: Part 3 – Inazuma

The Tanka of Eishin-ryū: Part 4 – Ukigumo

The Tanka of Eishin-ryū: Part 5 – Oroshi

The Tanka of Eishin-ryū: Part 6 – Iwanami

Die Wichtigkeit dieser Tanka liegt unter anderem in dem transportierten Gefühl (心 持), das über die Vermittlung der Bewegungsmuster hinaus geht. Die Chuden Formen schaffen im Gegensatz zu den Shoden Formen, wo man auf den Gegner zu geht, den richtigen Abstand indem man nach hinten tritt und die Saya vom Schwert zieht und nicht das Schwert aus der Saya. Die meisten der Formen basieren auf der Annahme, dass der Gegner sehr nahe bei einem sitz und man Distanz aufbauen will.

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