Donnerstag, 4. März 2010

Menkyo Kaiden (免許皆伝), (めんきょかいでん)

Menkyo (免 许) ist ein japanischer Begriff der so viel wie "Lizenz" bedeutet. Menkyo Kaiden (免許皆伝), (めんきょかいでん) bezeichnet die Lizenz (oder Bescheinigung) der "gesamten Übertragung des Wissens". Hier geht es um die Lizenz, die von einer Schule, einer Koryū oder einer Organisation erteilt wird und aussagt, dass der Empfänger alles gelernt hat was es zu lernen gibt und alle Aspekte seiner Ausbildung im Rahmen der Ausbildung in der Koryū oder Organisation erfüllt sind.
Im Menkyo Lizenz-System ist der Menkyo Kaiden die höchste Lizenz die vergeben werden kann. Die Ausstellung einer solchen Lizenz ist unabhängig davon wie lange man gelernt hat und bezieht sich ausschließlich darauf als wie gut man von seinem Meister erachtet wird und ob es nichts mehr gibt was er an einen weiter reichen kann. Jedoch ist davon auszugehen, dass es im Schnitt dreißig Jahre Erfahrung, Übung und Ausbildung bedarf um ein solches Menkyo Kaiden zu erhalten. Der Inhaber des Menkyo Kaiden ist häufig, aber nicht immer, der De-facto-Nachfolger des Soke der Koryū.

Eine nette Geschichte berichtet, dass der Meister einer Schwertschule sagte: "Wenn es ein Schüler schafft, eine Kata auf dem mit nassem Reispapier ausgelegten Dojo-Boden in Einzahn-Getas zu laufen ohne dass Papier dabei zu zerreißen, bekommt er sofort das Menkyo Kaiden von mir." Er ging natürlich davon aus, dass die Kata technisch perfekt ausgeführt wird!

Eine Kata in Tengu-Geta zu laufen ist schon eine heftige Übung, diese dann noch "perfekt" zu laufen eine wirklich überdurchschnittliche Leistung. Aber eine Kata dann noch auf nassem Reispapier zu laufen ist schon Barfuss eine echte Herausforderung. Diese Methode Kata auf nassem Reispapier zu laufen ohne dieses dabei zu zerreißen ist eine in den Okinawa Kobudo oft angewandte Übungsmethode.

 So oder ähnlich muss man sich ein Menkyo Kaiden in den Kampfkünsten vorstellen.

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