Samstag, 6. März 2010

Renzokuwaza 連続技

Renzokuwaza ist die fließende Verkettung verschiedener Techniken und eine sehr wichtige Übung, sowohl im Kendo, als auch im Iaido und anderen Budokünsten. Eine andere Deutsche Erklärung des Begriffes ist: "aufeinanderfolgende Techniken".
Es gibt verschiedene Möglichkeiten Renzokuwaza durchzuführen. Es kann eine Abfolge von Techniken (z.B. Schnitten) sein oder eine Abfolge von Kata.

Im Rahmen des Artikels über Hayanuki kam die Frage auf, worin sich Renzokuwasa und Hayanuki unterscheiden.

Wenn wir uns den Begriff Renzokuwaza ansehen, so besteht er aus den Kanji:
連 - ren - aufeinander folgen
続 - zoku - (an)dauern, fortgesetzt werden, weiterführen, fortsetzen.
技 - waza - Fähigkeit, (Kunst) Fertigkeit; Technik.

Was zur Wortbedeutung "aufeinanderfolgende, fortgesetzte Techniken" führt. Renzokuwaza ist somit ein zusammenfassender Begriff für die fließende Ausführung verschiedener Kata bzw. Techniken hintereinander. Die Kata müssen dabei nicht zwingend in einer bestimmten Reihenfolge ausgeführt werden oder aus einer einzigen Schule stammen. Auch können die vorgeführten Techniken sich zu einem fließenden Ganzen addieren ohne zwingend ganze Kata zu sein. Jemand hat es einmal sehr schön formuliert: "Techniken sind die Wörter, Kata die Sätze und Renzokuwaza ist der Textabsatz".

Hayanuki hingegen besteht aus den Kanji 早抜き mit der Bedeutung:
早 - haya - schnell
抜き - nu(ki) - hintereinander

Die Bedeutung des Hayanuki ist somit auf das "schnell hintereinander Ausführen" und das des Renzokuwaza auf die "aufeinanderfolgende Ausführung verschiedener Techniken" gerichtet.
Somit ist beim Renzokuwaza nichts über die Geschwindigkeit gesagt. Auch ist hier nicht zwingend die "Aneinanderreihung" von Kata gemein, sondern die Aufeinanderfolge von Techniken. Es können also beliebige Techniken kombiniert und hintereinander gezeigt werden und somit eine völlig neue Kata formen.

Musou Jikiden Eishin Ryu Iaido Renzoku-Waza

Die Einzelbewegungen sollen im Renzojuwaza sichtbar bis zu ihrem Ende ausgeführt werden und fließend zur nächsten Bewegung übergehen, ohne dass die Ausführung dabei hastig und verschwommen wirkt. Dabei soll aber auch der richtige Rhythmus von Spannung und Entspannung mit dem entsprechenden Energieeinsatz widergegeben werden. Die Einzelnen Komponenten einer Kata werden in der aufeinanderfolgenden Technik des Renzokuwaza quasi als eine Bewegung ohne Pause ausgeführt.
Ganz wichtig ist dabei der Rhythmus! Wenn man verschiedene Kata hintereinander als Renzokuwaza ausführt, muss man den Rhythmus der einzelnen Kata kennen und wissen, wo man kleine Pausen machen darf und wo nicht. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass man die verschiedenen Techniken zu einer einzigen verbindet. Daher ist darauf zu achten, dass jede Technik sauber und akzentuiert bis zum Ende ausgeführt wird und dann erst mit der nächsten begonnen wird. Jede einzelne Technik sollte bis zu ihrem Ende ausgeführt werden, bevor man mit der nächsten beginnt.
Wie auch bei der einzeln ausgeführten Kata ist beim Renzokuwaza darauf zu achten, die Spannung von Anfang bis zum Ende aufrecht zu erhalten. Dies bezieht sich auf die sowohl auf die Körperspannung wie auch auf die mentale Spannung, also die Konzentration. Alle Schnitte werden aus dem Tanden heraus ausgeführt. Ein festes Becken ist dafür absolut notwendig. Um Renzokuwaza reibungslos durchführen zu können muss die Stellung der Füße stimmen, nur so kann sich der Körper schnell und fließend bewegen.

Die Körperhaltung und der Blick sind beim Renzokuwaza immer auf den jeweiligen "Gegner" gerichtet. Der Blick ist dabei, wie immer im Kampf, peripher und erfasst das gesamte Geschehen. Anders als bei der Kata verweilt der Blick hier nicht beim gefallenen Gegner, sondern geht sofort zum nächsten Gegner und verweilt dort bis dieser besiegt ist um dann sofort zum nächsten Gegner zu wandern. Dabei soll aber der Körper nicht vor den Augen reagieren, da sonst die nächste Bewegung voraussehbar wäre, sondern der Körper folgt dem Blick.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen