Dienstag, 15. Juni 2010

Kämpfe so wie Du pinkelst!

Wie beschreibt man die innere Haltung beim Kämpfen? Ich habe schon viele kluge und weniger kluge Texte zu diesem Thema gelesen. Das Beste aber was ich bisher dazu in die Hand bekommen habe fand sich in einem Buch von Walter Moers, dem Schöpfer des "Kleinen Arschloch" und "Käpt'n Blaubär".
In Seinem Buch "Rumo und Die Wunder im Dunkeln" findet sich folgende Beschreibung:

"Es schadet, wenn man im Kampf zu viel denkt! Man muss im entscheidenden Moment die Kraft haben, das Handeln dem Denken vorzuziehen. Dies hat nichts mit Kraft zu tun, das Gegenteil ist richtig. Es darf nichts von einer Anstrengung in der Entscheidung sein. Es muss so sein als würdest Du pinkeln. Wenn Du Dein Wasser abschlägst, löst sich etwas, das Du lange in Dir aufgestaut hast. Es ist wie eine Befreiung. Es ist leicht und befriedigend, geradezu eine Lust. Es kostet keine Kraft, Du lässt es einfach geschehen. Wenn Du wolltest, könntest Du den ganzen Tag Wasser lassen, wo Du gehst und stehst, aber Du tust es nicht. Was wäre das auch für eine Sauerei! Du staust es auf, bis es weh tut und Du lässt es fließen und es ist eine Erlösung."
"Genauso solltest Du kämpfen! Wie Du pinkelst!"


Das Buch enthält auch eine sehr schöne und ausführliche Beschreibung der Fechtkünste und des Fechtgartens des Fechtmeisters und Fechtlehrers Ushan DeLucca. Ein absolutes Muß für jeden der sich für die Benutzung der "Klinge" interessiert. Es ist immer wieder erstaunlich, in welchen Werken man solche Schätzchen findet. Ach ja, Als Hörbuch wird das Buch von Dirk Bach gesprochen und ist ebenfalls sehr zu empfehlen, wenn nicht durch die hervorragende Leistung Dirk Bachs noch interessanter. Eines sei hier noch bemerkt: Es handelt sich NICHT um ein Kinderbuch, ganz im Gegenteil. Wer näheres erfahren will schlage mal bei Wikipedia zu "Rumo" nach.

Zitat aus Wikipedia:
Drastik der Kampfszenen
Eine weitere Parallele zur Heldenepik ist die drastische Darstellung der Kämpfe. War der Blaubär noch ein Buch, das man ohne weiteres als Kinder- und Jugendlektüre einstufen konnte, so gilt dies für Rumo nicht mehr. Die Geschichte ist wesentlich düsterer, es kommt zu zahlreichen Kämpfen und Schlachten, die detailreich beschrieben werden und teilweise sehr blutig sind. Dies erinnert eher an den Burgundenuntergang im Nibelungenlied als an Jim Knopf.


Quelle:
"Rumo und Die Wunder im Dunkeln". Ein Roman in zwei Büchern von Walter Moers
Piper Verlag GmbH; ISBN: 978-3492241779

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