Samstag, 21. August 2010

Diskussion: Wie führe ich ein japanisches „Schwert“?

In dem von mir schon oft zitierten und geschätzten Blog „Life for a Sword“ wird gerade die Frage: „Der Griff am Schwert“ diskutiert.

Die Frage die sich hier stellt ist: „Wie greife/führe ich ein japanisches Schwert?“ Da ich den Blog nicht kopieren mag, hier nur der Link auf das Thema: „Der Griff am Schwert“

Da ich zwei Kommentare dazu geschrieben habe, hier mein Input. Vielleicht und hoffentlich regt dieser Eintrag die Diskussion ja an und wir können gemeinsam einige Ideen und Anregungen – vielleicht sogar Antworten sammeln. Wie den regelmäßigen Lesern meines Blog bekannt, ist dies ja eines meiner Lieblingsthemen:
Link
Hallo Micha,
Danke für die Blumen zu meinem Blog; http://japancutters.blogspot.com/
Also Deine Beobachtung war mir auch schon lange eine bohrende Frage. Du hast die „Problematik“ sehr gut und detailliert dargestellt!
Ich hatte einige Male das Vergnügen in den alten Europäischen Schwertkünsten unterrichtet zu werden und dort ist die in den Videos gezeigte Variante die „normale. Du greifst das Schwert mit links am hintersten Griff. Dabei ist aber die rechte Hand NICHT die „Krafthand“ sonder die „Lenkhand. Wenn Du dies mit einem Langschwert a la Lichtenauer oder einem Langen Messer so ausführst wie auf dem „Samurai Spirit“ Video mit dem Shinai, wirst DU merken, dass ein wirklicher Kampf (im Sparring oder Kumi Tachi) nur wirklich mit dieser Technik zu führen bzw. zu gewinnen ist.
Die im „klassischen“ (deutschen/europäischen) Iaido gelehrten Techniken sind eher als Richtschnur und „zeremonielle“ Techniken zu werten. Aber ich bin der Meinung, dass ohne diese klassische Iaido Unterweisung ein sauberes Schneiden nicht möglich ist. Das ist eines meiner Lieblinsthemen, dass ich nicht aufhören kann zu betonen.
Vielleicht haben wir ja mal das Vergnügen dies in der Praxis gemeinsam zu üben oder zu demonstrieren. Würde mich sehr freuen. Vielleicht im Januar in Düsseldorf?? Oder such mal in YuoTube, u.a. bei den Videos zu Lichtenauer oder den von mir im Blog genannten klassischen europäischen DVDs. Immerhin ist Klingenkampf weltweit im Kern universell. Ist im Grunde wie beim Sex!
P.S.
Email Konversation wäre einfacher. Schick mal bitte Deine Emailadresse!
Beste Grüße!
Nitombo


Nachtrag:
Ich hatte mal in grauer Vorzeit das Vergnügen einen sinnvollen handwerklichen Beruf zu erlernen. Wenn mit einem Hammer arbeite und diesen in der Art des klassischen Iado griff (so dass hinter der hinter der Hand noch ein Stück des Stiels herausschaute, pflegte mein Lehrmeister in den ersten Monaten immer zu sagen: „Ah, der Stiel ist zu lang, soll ich das Stück, dass Du nicht brauchst abschneiden, dann sparen wir Material?“
Soll heißen, wenn ich eine Tsuka von 27 cm habe und nur 21 cm benutze, warum habe ich das Geld für die anderen Zentimeter ausgegeben???
Was wir heute im Iaido machen hat nichts, aber auch gar nichts mit Kampf zu tun. Das ist „zeremonielle Schwertkunst“, die aber unbedingt notwenig für die korrekte Ausbildung ist!!!
In der Diskussion sind sich Micha („Life for a Sword“) und ich uns im Kern einig:
„Iaido ist wirklich mittlerweile „nur“ eine zeremonielle Schwertkunst. Viele praktizieren Iaido so praktizieren so, dass man dabei einschlafen könnte. Auch wenn der Gegner nur imaginär ist, fehlt die richtige Einstellung, es fehlt der Kern des Iaido. Iaido wird von vielen so wie Zazen praktiziert, nur beim Zazen sitz man ruhig auf einer Stelle.“
Vielleicht gibt es ja den einen oder anderen unter Euch der dazu was beizutragen hat!?

1 Kommentar:

  1. Ich habe keine Ahnung von den Japanischen Schwertkünsten aber 1389 schrieb jemand in deutschen Landen zum Griff am Schwert:

    "Auch wisse das eyn guter fechter sal vör allen sachen syn swert gewisse vnd sicher füren vnd fassen / mit beiden henden /
    czwische~ gehilcze vnd l?c klos / wen alzo helt her das sw°t vil sicher / den das hers bey dem klosse vasset mit eyn° hant / vnd
    slet auch vil harter vnd sürer / alzo / wen der klos öberwirft sich vnd swenkt sich noch de~ slage das der slag vil harter / dar
    ku~pt / den das her das swert mit dem klosse vasset / wen alzo / czöge her den slag / mt dem klosse weder / das her nicht zo
    voelkömlich vnd zo stark möchte dar kome~ / Wen das swert ist recht zam eyn woge / den ist ey~ sw°t gros vnd swer / zo mus der
    klos auch dornoch swer syn / recht zam noch eyn° wogen"

    Folio 15r, f., Hs. 3227a Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
    Transkription von http://www.hammaborg.de

    Kurz zusammengefasst: man soll das Schwert mit beiden Händen zwischen Parierstange und Knauf - NICHT mit einer Hand am Knauf -
    fassen. So kann der Knauf frei schwingen und der Hieb wird stärker.
    Ich seh' auch noch ein paar andere Vorteile, die sich neben der 'Stärke' aus dem Freien Schwingen ergeben.

    Inwiefern das von Relevanz für ein Katana ist, kann ich nicht beurteilen. Schließlich gibt es da keinen Knauf als Gegengewicht.
    Aber schließlich muss ja auch da die Ballance des Schwertes stimmen.
    --------------------------------------
    Alte Kampfkunst - Stefan Dieke
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    tel. 0202-5156680 - fax. 0202-5156678
    email: info@alte-kampfkunst.de
    http://www.alte-kampfkunst.de
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