Sonntag, 15. August 2010

Suburi 素振り, Te no Uchi 手の内 & Schwertführung

Führe das Schwert in der Linken wie einen Regenschirm und greife es mit der Rechten wie ein Ei.

Wenn man schon Suburi macht, dann auch bitte mit der richtigen Technik. Um die richtigen Muskelgruppen zu trainieren nützt es wenig seinen Bokken (oder sein Iaito) wie eine Axt zu schwingen. Die linke Hand hält den Griff am hinteren Ende fest umschlossen und befördert das Bokken alleine über den Kopf. Die rechte Hand liegt dabei lediglich locker um das obere Ende des Griffes und bremst den Schlag vor dem "gedachten" Ziel ab. Dies auch, um das Gelenk der linken Hand zu entlasten. Die linke Hand schneidet und die rechte Hand führt. Dabei geht die Kraft allein von den kleinen Fingern der linken Hand aus. Das ist auch der Grund, warum jemand ohne kleine Finger nicht mehr vernünftig mit dem Schwert kämpfen kann.

Die linke Hand ist der Vorstellung nach die "kräftige Hand" und die rechte Hand ist die "Führungshand". Das bedeutet, dass man beim Schnitt am stärksten mit links zieht, während die rechte Hand dafür sorgt, dass das Schwert exakt geführt wird und nicht "flattert". Während des Schnittes wird die ganze Bewegung dadurch weiter stabilisiert, dass beide Hände eine Art "Wringbewegung ausführen. Diese Wringbewegung ist das sogenannte "Te no Uchi" (手の内) und wird bis zum Ende der Schnittbewegung ausgeführt.

Zu viel rechte Hand ist nicht Schneiden, sondern Holz hacken.
Beim Kendo sind die Partner die so trainieren sehr unbeliebt.

Suburi (素振り) sind sich wiederholende Bewegungs- bzw. Schnittübungen, die dazu dienen, die eigene Grundtechnik zu verbessern. Man kann ins Leere schneiden oder auf ein Ziel. Dies kann eine Stange, ein Makiwara, ein Baum oder eine Mülltonne sein. Ein Ziel ist sehr dienlich und meines Erachtens besser als der Schnitt ins Leere, der erst später wichtiger wird.
Es gibt ein altes Sprichwort das besagt, wenn man nicht mit einem richtigen Lehrer üben kann, 1000 Suburi jeden Tag dabei helfen ein guter Schwertkämpfer zu werden. Man sollte aber realistisch sein und die Übungseinheiten langsam steigern, da man sonst sehr schnell das Training abbrechen wird. Jedoch ist die Aussage "Jeden Tag" sehr ernst zu nehmen!

Wenn man nur für 100 Suburi pro Tag (und das dauert nur ca. 2 Minuten) Zeit hat, würde ich dazu raten, dass diese 100 Suburi nur mit der linken Hand ausgeführt werden. Die meisten Iaidoka und Kendoka haben in den ersten drei Jahren eine grundlegende Schwäche in der linken Hand. In den ersten 5 - 10 Jahren des Trainings sollte man niemals nur mit der rechten Hand Suburi trainieren! Linkshänder bilden hier eine Ausnahme, solange sie auch wirklich alles mit der linken Hand machen.


Man sollte beim Suburi auch ein wachsames Auge auf den Rückschwung haben. Ein Spiegel ist dabei sehr hilfreich. Trainiert man draußen, ist der eigene Schatten ein guter Indikator. Der Bokken sollte beim Rückschwung immer auf der selben Höhe stoppen. Suburi ist für Aufbau und die Formung der Muskeln des linken Armes und der Hand unabdingbar.

Man kann sich auch Übertrainieren, jedoch sind die meisten Menschen davon weit entfernt, dass man sich keine Sorgen zu machen braucht. Kendoka die sich auf die "All Japan Championships" vorbereiten machen jeden Tag regelmäßig 2000 - 3000 Suburi, zusätzlich zu ihrem regulären Dojo-Training. Wenn man eine vernünftige Anzahl, sagen wir zwischen 300 und 800 jeden Tag ausführen, dann besteht wenig Gefahr sich zu verletzen. Auch ist es hilfreich das Gewicht des Bokken oder Shinai oder Iaito beim Training zu variieren. Ich selbst übe (fast) täglich mit einem 2,5 kg Suburito (素振り刀).

Suburi ist eine einfache, sich wiederholende Bewegung!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen