Montag, 30. August 2010

Weltmeister im Papierschneiden - "Haidong Gumdo"

Am Wochenende bin ich auf einen Artikel in meinem örtlichen "Einwurfblättchen" gestoßen:

Quelle: Erft Kurier Nr. 34, 29. August 2010

Worum handelt es sich hier? In meinen Beiträgen Alte Koreanische Kampfkunst und Tenugui (手拭い oder 手ぬぐい) und Schnitt-Test / Bruch-Test habe ich bereits auf "Haidong Gumdo" hingewiesen.

In der koreanischen Schwertkampfkunst „Haidong Gumdo“ bildet das Papierschneiden eine Unterdisziplin. Horst Hübertz aus Bedburger in NRW hat den Weltmeistertitel errungen, obwohl er erst seit eineinhalb Jahren diese Disziplin trainiert und noch einen "bunten Gürtel" trägt. Er trainiert bei Großmeister Chae Seung-Eun, in dessen Sportschule in Eschweiler. Jedoch sei erwähnt, dass Horst Hübertz einen langjährigen Tae Kwon Do Hintergrund beim TKD Bedburg hat, dem er auch vorsteht.
Die Wettkämpfe fanden, bereits zum fünften Mal, Ende Juli 2010 in Yongpyung, Südkorea statt. Horst Hübertz trat in zwei Disziplinen an: mit dem Holzschwert, dem „Mokgum“, im Papierschneiden und im „Individual Gumbub“.

In der Koreanischen Schwertkunst Haidong Gumdo wird mit unterschiedlichen Schwertern trainiert. Das „Mokgum“, ist ein etwa ein Meter langes Holzschwert. Das „Jingum“ hat eine sehr scharfe Metallklinge und wird in der Disziplin Bambusschneiden (Test-Cutting) genutzt. Das „Gagum“ ist ebenfalls aus Metall, hat aber eine stumpfe Klinge, ähnlich dem Iaito. Es gibt verschiedene Disziplinen, in denen auch Wettkämpfe und internationale Meisterschaften ausgetragen werden. Die koreanische Schwertkunst wird ohne Schutzbekleidung trainiert, was bedeutet, dass Disziplin, Kontrolle und Sicherheit oberste Priorität haben. Neben dem physischen Teil ist auch der philosophische Teil der Schwertkunst ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung.

Im physischen Training des Haidong Gumdo werden sieben Disziplinen unterrichtet:

Sangsoo-Gumbup, die 12 Formen (Kata) bis zum 1. Dan:
Kibon Donjak, die Grundform, die zum eintrainieren und aufwärmen absolviert wird.
Sangsoo Gumbup's 1-12, die obligatorischen Formen (Kata) bis zum 1. Dan und die "Schwarzgurt-Formen"
Kyuk-Gum:
12 klar definierte Angriffs- und Abwehrformen, die jeweils mit Partner trainiert werden. Aus diesen Formen sowie Teilen der Sangsoo-Gumbup Formen werden für Wettkämpfe die Zweikämpfe zusammengestellt.
Papier-Schneiden:
Mit dem Holzschwert, später mit dem ungeschliffenen Schwert, muss Zeitungspapier mit einem sauberen Schnitt zerteilt werden. Dies ist eine Disziplin an der die Sauberkeit der Schnittführung sichtbar wird. Das Papier-Schneiden kann Bestandteil der Tests sein und ist ebenfalls eine Wettkampfsdisziplin.
Kerzentest:
Mit dem Holzschwert müssen Kerzen gelöscht werden, ohne diese zu berühren. Dieser Test ist Bestandteil jeder Gurtprüfung und zeigt Genauigkeit, Kontrolle und mentale Präsenz des Trainierenden. Anfangs wird nur eine Kerze gelöscht, mit höheren Graduierungen nimmt die Anzahl der mit einem Schnitt oder Schlag zu löschenden Kerzen zu.
Bambus-Schneiden:
Mit Hilfe des scharfen Schwertes, des Jing-Gum, müssen Bambusröhren mit einem Hieb in einem 45 Grad Winkel zerschnitten werden. Dies erfordert höchste mentale Präsenz, genaue Schnittführung und eine optimale Koordination.
Laufschule:
Die Laufschule ist ein Hilfsmittel, in der die Koordination zwischen dem Schneiden mit dem Schwert und dem Laufen geschult wird.
Sword-Dance:
Für Wettkämpfe oder Vorführungen können Gruppen ab 6 Personen eine Schwertkunst-Choreografie zu Musik vorführen. Genauigkeit, synchrone Bewegungsabläufe, der Fluss der Bewegungen und die Choreografie sind einige der Merkmale, die bewertet werden.

Newspaper cutting (Haidong Gumdo 해동검도 海東劍道)

Haidong Gumdo paper cutting

2010 Budo Gala in Swiss(Haidong Gumdo)

Haidong Gumdo - Swiss TV: SSF Magazin

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