Dienstag, 7. September 2010

Das Dilemma

Ich habe vor einiger Zeit von lieben Freunden mit denen ich jahrelang Iaido trainiert habe eine Handgefertigte Geburtstagskarte beschenkt bekommen. In dieser Karte war folgender Bilderwitz eingeklebt:



Ist dies wirklich ein Dilemma? Einer meiner hochgeschätzten Iaido-Übungsleiter sagte einmal zu mir, als ich gerade eine Prüfung im Kyudo bestanden hatte: "Du wirst Dich irgendwann entscheiden müssen. Du kannst nicht zwei Herren dienen!" Er meinte damit entweder Iaido oder Kyudo, beides wird nicht gehen. Nun ist meine Grundeinstellung die, dass ich niemandem diene, schon gar nicht irgendwelchen Herren. Aber es gibt auch die Einstellung, dass man nur eine Kunst wirklich richtig ausüben kann.

Mich würde interessieren welche Erfahrungen die Leser dieses Blogs in dieser Beziehung gemacht haben?

Kommentare:

  1. Hallo.
    Das Problem is m.E., dass jeder "do" (Iaido, Kyudo, Kendo, Aikido, Chado und was einem sonst noch so einfällt) zumindest ab einem bestimmten Grad extrem zeitaufwendig ist. Wenn man zwei sehr verwandte Künste betreibt (z.B. Iaido und Jodo), dann spart man wohl etwas Zeit ein, da einige Techniken verwandt sind. Bei z.B. Iai und Kyudo sehe ich aber kaun Ähnlichkeit bei der Technik. Das gilt jedoch nicht für die innere Einstellung. Hat man beim betreiben der einen Kunst diese gefunden, fällt es möglicherweise bei der anderen nicht ganz so schwer bei der anderen.
    Also wenn man die Zeit aufbringen kann, ist es meiner Meinung nach kein Problem "zwei Herren zu dienen". Hat man aber schon zeitliche Probleme mit einer Kunst, sollte man sich darauf konzentrieren.

    Grüße tct1312

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  2. Moin

    aus meiner Sicht stellt sich das Problem recht einfach dar: Du willst in mehr als einer Kunst etwas erreichen, also gehst Du auf Lehrgaenge und Seminare. Je mehr Du erreichen willst, um so mehr Veranstaltungen besuchst Du, die Zahl der Wochenenden pro Jahr bleibt aber konstant. Also mal ganz abgesehen von der Do-Philosophie stellt sich Dir irgendwann ein zeitliches Problem. Dieses zeitliche Problem stellt sich auch bei der Verbindung von Do mit anderen "Hobbies", oder gar der Familie.

    Du stehst immer im Spannungsfeld mehrerer Dinge, die gleichzeitig Deine Aufmerksamkeit, Kraft oder Konzentration erfordern.

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  3. Umfasst die klassische Ausbildung zum Samurai nicht auch Reiten, Schwimmen, Kalligrafiestudium? ;-)

    Na also, lass Dich nicht engstirnig beschränken. Das gehört alles dazu und zusammen — wenn Du es entscheidest!

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  4. Na der Kommentar von ConnyLo gefällt mir!!!
    Habe lange nicht mehr so eine gute Aussage gehört! Recht hat er (oder sie?)!!!!
    Und es gehörte noch viel mehr dazu, die Kenntnis der Räuchermittel, Ästhetik, Heilkunde etc.
    Wirklich ein schöner Beitrag, so sollte man das ganze betrachten.
    Danke!

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  5. Ich mache seit vielen Jahren Kendo, habe vorher Aikido gemacht und mich für Kyudo interessiert. Als ich meinem Sensei fragte, ob er schon einmal Kyudo gemacht hatte, sagte er nur: „Man kann nicht alles machen!“ So trivial das klang, hat es mich doch tief berührt, denn wenn ich inziwschen nur Kendo mache, dann hat es nicht nur etwas mit der knappen Zeit zu tun, dass ich nichts anderes mache, sondern auch mit meinem inneren Wunsch, mich in einer Kunst so weit zu bilden und so viel zu erreichen, wie es nur irgend geht. Alles andere ist Ablenkung und kontraproduktiv. Mein Sensei ist für mich personifiziertes Kendo. Ich habe die Ruhe gefunden, meinen Hunger nach anderen Kampfkünsten zu stillen und lieber in der einen meinen Weg zu machen. Das klingt abgehoben, aber als er das so locker sagte, hat es wirklich „Bäng“ bei mir gemacht und ich habe gemerkt, dass dies die Einstellung ist, die ich auch haben will. Das ist mein persönlicher Standpunkt und Weg.

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  6. Hallo,
    ich sehe es eigentlich ähnlich wie ConnyLo.

    Wichtig ist, das man zwischen den einzelnen Sachen switschen kann. Also wirklich sich, wenn man Iaido macht, nur auf Iai konzentrieren.
    Oder was meint ihr, wie haben Lowry, Skoss, Draeger, Relnick, usw. es geschafft in mehreren Koryu hohe Ränge zu erreichen? Weil Ihre Sensei Ihnen gesagt hatten, dass sie nur eine Sache machen sollten?
    Shimizu Takaji zB. hat für seine ausländischen Studenten die Möglichkeit eröffnet in andere Koryu einzusteigen. Warum auch nicht?
    Viele Grüße

    ps: wäre mal ein interessantes Topic für einen neuen Blog-Artikel...

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  7. @ConnyLo: Das Problem ist nur, dass die Vollzeit-Samurai-Stellen im heutigen Deutschland echt rar sind ;-)

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    1. ...im alten Deutschland waren diese Volzeit-Samurai-Stellen auch nicht wirklich reichlich verfuegbar :)

      Ich selbst versuche mich in Kendo, interessiere ich aber seit vielen Jahren fuer Aikido und mach mir Gedanken darueber, ob sich nicht beide "Denkweisen" gegenseitig nagativ beeinflussen koennten; den zeitlichen Aspekt lass ich mal weg, das muss jeder fuer sich selbst wissen was zeitlich moeglich ist.

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  8. Ich mache schon seit einiger Zeit Iaido und Jodo, da ich beides sehr spannend finde und es sich in manchen punkten "überlappt" wie tct1312 bereits sagte. kyudo finde ich auch sehr interessant, habe aber bisher nur darüber im internet recherchiert. ich bin ebenfalls der meinung, dass man sich schon für einen weg entscheiden sollte, wenn man nur 1-2 mal in der woche zeit hat, aber ansonsten würde ich kyudo auch sehr gerne machen ^^

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