Samstag, 11. September 2010

Film: MIYAMOTO MUSASHI, SÔKEN NI HASERU YUME

宮本武蔵-双剣に馳せる夢-
MIYAMOTO MUSASHI, SÔKEN NI HASERU YUME
MUSASHI, THE DREAM OF THE LAST SAMURAI

Im Japanischen Kulturinstitut Köln lief und läuft gerade ein sehr interessanter Film über Miamoto Musashi.

Japanisches Kulturinstitut (The Japan Foundation)
Universitätsstraße 98
50674 Köln, Germany
Fon: +49 (221) 94 05 58 0
Fax: +49 (221) 94 05 58 9

In atemberaubender Animationstechnik schildert der Film das Leben des legendären Schwertkämpfers Miyamoto Musashi (circa 1584-1645).
  • Regie: NISHIKUBO Mizuho (OSHII Mamoru)
  • Spieldauer: 72 Min.
  • Produktionjahr: 2009
  • Sprache: OmeU


Das Originalkonzept des Films wurde von Oshii Mamoru erstellt, der u.a. mit Arbeiten wie Ghost in the Shell (1995) und The Sky Crawlers (2008) sowohl in der Fachwelt als auch bei den Zuschauern eine große Fangemeinde gewinnen konnte. Sein langjähriger Mitarbeiter Nishikubo Mizuho hat Regie geführt und eine packende Mischung aus 2D, 3D CGI-Animation und Realfilm geschaffen, die verschiedene erzählerische und optische Stile miteinander verbindet, angefangen bei klassischen Schwertkämpfen bis hin zu dokumentarisch anmutenden Szenen.

Der Film räumt mit vielen falschen Vorstellungen über Musashi auf. Teilweise dürfte er für die Fangemeinde Musashis sehr schmerzhaft sein. Der Mythos Musashi wird als eine Propagandalüge eines militärisch erstarkenden Japan entlarvt. Nach der Satsuma Rebellion im Jahr 1877 wurden fast alle Dojos geschlossen und den japanischen Offizieren wurde verboten japanische Schwerter zu tragen. Dies führte dazu, dass viele der alten Techniken, Fertigkeiten und Geisteshaltungen in Vergessenheit gerieten. Als aber Japan begann sich in Asien militärisch zu betätigen waren heldenhafte Leitfiguren aus der japanischen Vergangenheit gewünscht. So entstand damals der Begriff des "Bushido", der in der Gesellschaft bis dahin mehr oder weniger unbekannt war. Erst durch die Veröffentlichung des Buches "Bushido" von Inazo Nitabe im Jahr 1899 in den U.S.A. wurde der Begriff zuerst im Westen etabliert. (Ähnlich wie mit Eugen Herriegels Kyudo Buch "Zen in der Kunst des Bogenschießens", das in seiner japanischen Übersetzung zu einer neubelebung des japanischen Kyudo führte.) Im Jahr 1908 erschien das Buch im Auftrag der Japanischen Regierung nach Beendigung des Russisch-Japanischen Krieges in Japan. Im Jahr 1911 erschien die erste autorisierte Musashi Biographie und im Jahr 1930 schrieb Yoshikawa Eiji den berühmten Musashi Roman. Die Veröffentlichung dieses japanischen "Heldenepos" fiel zeitgleich mit der Austragung des zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges und war ebenfalls eine Propagandaschrift zur Erbauung des Volkes. In diesem Buch wurde dann auch aus dem rationalen Begriff Bushido ein spiritueller Begriff.
Ähnlich verhält es sich mit dem hoch gelobten "Buch der fünf Ringe" - Gorin no Sho. Das "Buch" war niemals mehr als ein Entwurf und die Mähr das Musashi nach der Niederschrift des Buches starb eine unbestätigte Theorie. Es existierte nie ein handschriftliches Mauskript und was wir heute lesen sind alles Kopien verschiedener Versionen. In Japan existieren unzählige verschiedene Kopien dieser verschiedenen Schriften.


Weiter wird in dem Film auch Musashis Schwertschule "Niten Ichi Ryu", was ebenfalls zu erhellenden Erkenntnissen in der Fangemeinde führen dürfte.

Siehe auch in Facebook

Jeder der seine Sicht auf Musashi relativieren und entmystifizieren möchte sollte sich diesen Film ansehen. Strema Versionen des Films mit Untertiteln finden sich hier:

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