Samstag, 31. Juli 2010

6. offene Norddeutsche Iaido Meisterschaft in Bremen

Der Norddeutsche Iaido Bund e.V. hat die Ausschreibung zur "6. offenen Norddeutschen Iaido Meisterschaft" herausgegeben.

Für die Taikai gilt dieses mal: Teilnahme für ALLE Mudan (ohne Graduierung) bis Sandan (3. Dan)!
Also ist jeder Iaidoka herzlich eingeladen, sich dieser Herausforderung zu stellen!
Beim Mannschafts-Taikai sind gemischte Mannschaften aus verschiedenen Vereinen möglich! Sollten Graduierungen nicht ausreichend vorhanden sein, behält sich der Veranstalter vor, diese mit anderen Graduierungen zusammenzulegen.






Freitag, 30. Juli 2010

Warum schneiden wir dahin wo wir hinschneiden? Atemi (当て身 oder 当身)

Einer meiner Lehrer, ein wirklich alter Recke mit jahrzehntelanger Karate und Iaido Erfahrung (Muso Shinden Ryu und Katori Shinden Ryu) der auch Kumitachi unterrichtet, unterwies uns auch im Atemi (当て身 oder 当身, wörtlich: Körpertreffer), der Kunst, den Angreifer durch Druck, Schlag oder Stoß auf lebenswichtige Nervenpunkte des menschlichen Körpers zu lähmen bzw. aktionsunfähig zu machen.
Es gibt rund 250 verschiedene empfindliche Stellen am menschlichen Körper. Die Wirkung der Schläge reicht von harmlosem Schmerz, der den Gegner zur Aufgabe zwingt, bis hin zu den 69 kritischen Punkten die als gefährlich eingestuft werden, weil sie zu Bewusstlosigkeit, Lähmung oder Tod führen können. Bei diesen Punkten handelt es sich um Nervenzentren (Meridiane), lebenswichtige Organe oder Ansammlungen von Blutgefäßen. Die Nervendruckpunkte finden ihre Anwendung in verschiedenen Kampfkünsten, Kampfsport- und Selbstverteidigungsarten wie zum Beispiel im Hap Ki Do, Aikido, Jiu Jitsu oder speziell Dim Mak. Natürlich sind dies auch Punkte die sich beim Kampf mit dem Schwert als vitale Trefferzonen anbieten.

Eine Liste der kritischen Punkte findet sich hier: Liste

Wenn also in den Kata auf bestimmte Punkte gezielt wird, wie zum Beispiel in der ZNKR Kata Mai auf den Punkt an der Schläfe, im Augenwinkel, dann ist dieser Schnitt auch mit einem Bokken tödlich. Wichtig ist es sich der Energie des Gegners zu bedienen und seine verwundbaren Punkte zu kennen.





Wie alles zwei Seiten hat, so sind auch die Atemi eigentlich Meridiane, Nervenenden und Nervenbahnen, die sowohl zum heilen als auch zum töten dienen.
Viele alte Budo-Schulen unterrichten die Kunst der Wiederbelebung durch Massage vitaler Körperstellen Kyusho (急所) die oft auch Angriffspunkte (Atemi) sind. In der Vorbereitung zum Training werden diese Punkte oft stimuliert um den Körper auf den Kampf vorzubereiten.

Eine wunderbare Erläuterung der Kyusho findet sich in dem Buch "Zen in den Kampfkünsten Japans". Ein wunderbares Buch, das ich jedem empfehlen kann der ernsthaft die Kampfkünste studiert.


Zen in den Kampfkünsten Japans
Gebundene Ausgabe
189 Seiten
Kristkeitz Verlag
ISBN-10: 3921508045
ISBN-13: 978-3921508046
EUR 14,95

Aus diesem Wissen entwickelte sich am Anfang des 20. Jahrhunderts Shiatsu (指圧) die japanische Heilmassage und Fingerdruck-Therapie. Die Techniken werden an Körperstellen ausgeübt, die oft auch mit den vitalen Punkten (Atemi) übereinstimmen.


Das Wissen um die Meridiane ist für jeden Kampfkünstler überaus wichtig. Nicht nur um den Kampf für sich zu entscheiden, sondern auch um zu helfen und zu heilen.

Montag, 26. Juli 2010

Alternative Jahreshauptlehrgänge in Iaido (Jodo)

Alternativ zum Jahreshauptlehrgang des Deutschen Iaido Bundes (DIaiB) finden jedes Jahr auch die vergleichbaren Veranstaltungen in den Niederlanden und in Polen statt. Diese Kehrgänge werden auch von einigen deutschen Teilnehmern und Lehrern besucht. Es ist jedem nur zu empfehlen sich auch mal die andere Iaidoka und Lehrer anzusehen.
Auch Prüfungen können dort abgelegt werden. Voraussetzung sind zwingend zwei Unterlagen um eine Prüfung im Ausland abzulegen:
  • Permission des nationalen Verbandes (DIaiB)
  • Kopie der letzten Prüfungsurkunde
Die sogenannte "Gelbe Karte", die von der EKF ausgestellt wird ist zwar nicht nötig, kann aber nichts schaden. Dieses "Karte" sollte schon vor einigen Jahren verteilt werden (auf meine warte ich seit dem JHL in Steinbach), kann aber sicherlich ohne Probleme über den Verband (DIaiB) angefordert werden. Bitte beachtet, dass es Wartezeiten für die Ausstellung der genannten Papiere gibt!

In den Niederlanden findet dieses Jahr der Lehrgang in Eindhoven statt und in Polen in Komprachcice, in der Nähe von Opole (Oppeln).

Niederlande

NKR 2010 Summer Seminar
Jodo / Iaido 4 - 6 August 2010 in Eindhoven (Netherlands)
Unter der Leitung von:
Ishido Shizufumi Sensei, 8. Dan Kyoshi Jodo, 8. Dan Hanshi Iaido und einer Reihe weiterer hoch graduierter Japanischer Lehrer. Übersetzungen in Englisch durch Louis Vitalis, 7. Dan Renshi Jodo, 7. Dan Kyoshi Iaido.


Das Seminar findet im "Indoor Sports Center" in Eindhoven statt.
Jodo: Sonntag 1. und 2. August
Dienstag, 3. August, Übungen und Prüfungen von Ikkyu bis Godan.

Iaido: Mittwoch, 4. und 5. August, Program : ZNKR-Iaido and Muso Shinden Ryu.
Freitag, 6. August6, Übungen und Prüfungen von Ikkyu bis Godan.

Trainingzeiten: 09.30 – 17.00 h

Homepage mit Infos und Anmeldung



In Polen unterrichten auch immer wieder einige bekannte deutsche Lehrer aus Berlin, Düsseldorf und Köln. Auch hier können Prüfungen abgelegt werden.

Polen

The Sumer School of the Polish Iaido Association
Unter der Federführung der Polish Kendo Association
Vom 16 August bis 21 August, 2010
Unter der Leitung von:
Inoue Miyoji, 8 Dan Iaido Kyoshi


Organisation: The Polish Iaido Association, Krzysztof Górnicki
Program : ZNKR-Iaido and Muso Shinden Ryu
Austragungsort: Polen, Szkolna stret 18, 46-070 Komprachcice - Das ist in der Nähe von Opole, ehemals Oppeln nahe der Tschechischen Grenze.
Teilnahme: Alle interessierten Iaidoka, Anfänger und Fortgeschrittene aus Polen und dem Ausland.

Polskie Stowarzyszenie Iaido
ul.Kujawska 8
45-311 Opole
Webseite

Ausschreibung

Bei Inoue Sensei treffen sich viele der "alten" Sagawa Schüler, die meist nicht zu Soejima Senseis Lehrgängen gehen. Inoue Sensei unterricht u.a. sehr gute Atemtechniken. Bei Ishido Sensei treffen sich u.a. die Leute, die auch gerne zu den Seminaren René van Amersfoort gehen.

Ach ja, bei beiden Seminaren kann man sich noch anmelden, die Fristen sind noch nicht abgelaufen!

Als Iaidoka der sich in seinem Können weiter entwickeln will, ist eine Teilnahme an unterschiedlichen Seminaren mit unterschiedlichen Sensei sicherlich interessant. Ein solches Seminar im Ausland erweitert den Horizont ungemein und man sieht die Iaido-Welt mit anderen Augen. Und wenn es dieses Jahr nicht klappt, nächstes Jahr finden auch wieder Seminare statt. Es ist wie immer, Reisen bildet!!!

Samstag, 24. Juli 2010

Japanische Heulpfeile - Kaburaya 鏑矢 - selbst gebaut.

Das Projekt begann damit, dass ich bei einem Japanbesuch das Geschäft von Asahi Archery in Tokyo besuchte. Dort zeigte man mir einige wunderschöne Heulpfeile (Rübenpfeile), sogenannte Kaburaya 鏑矢, die mit Urushi lackiert waren.









Die Bilder zeigen dem sachkundigen Betrachter noch einige interessante Details.

Leider ward er Preis mit knapp € 400,- pro Stück astronomisch, wenn auch gerechtfertigt.

Ich entschloss mich daher, einige Rohmaterialien mitzunehmen und eine einfachere Variante selbst herzustellen. Ich erstand zwei unbehandelte Klangkörper, zwei Makiwara-Ya und zwei Pfeilspitzen aus Bronze.
Die Federn bekam ich von einem befreundeten Bogenbauer - Danke Ralf!!

Das Prinzip des Heulpfeils basiert auf dem er Flöte, die Luft bricht sich in der Öffnung und erzeugt im Klangkörper den Ton. Daher sind Form des Klangkörpers, Größe, Anzahl und Form der Öffnung(en) sowie das verwendete Material entscheidend für den Klang des fertigen Produkts.

Das Prinzip des Heulpfeils:


  • (A) Der Luftstrom bricht sich an den Kanten der Öffnungen.
  • (B) Metal Kappe zum Schutz des Pfeils.
  • (C) Die Wände des Klangkörpers.
  • (D) Der Pfeilschaft.
  • (E) Sehnenbindung zum versiegeln des Klangkörpers und zur Sicherung der Konstruktion.


Ein anderes Schema:



Ausgangsmaterial:



Es sollten am Ende zwei Pfeile - ein Haya und ein Otoya - mit jeweils unterschiedlichen Spitzen und unterschiedlich großer Befiederung herauskommen.

Als Vorlage dienten u.a. diese Bilder:





Das Vorbereiten der Befiederung war eine der anspruchsvollsten Arbeiten. Das Schleifen und Ausbrennen des Federkiels war entscheidend für die Haltbarkeit der Federn. Da ich seit fast dreißig Jahren auch traditionell Bogen schieße, hatte ich sowohl die Erfahrung als auch das notwendige Material und die Werkzeuge (Befiederungsgerät) für diese Arbeit.



Die Zeichnungen stammen aus dem kleinen Heftchen über Kyudo Geräte von Günther Ismer aus Köln. Ich kann dieses Werk nur jedem an Kyudo interessierten empfehlen!

Die fertigen Pfeile bedurften einer längeren Tunig-Zeit um einen schönen Ton zu erzeugen. Die Größe der Löcher im Pfeilkopf ist entscheidend für den entstehenden Ton.

Fertige Pfeile (zum Vergrößern anklicken):






Nun können sie pfeifen!

Heulpfeile wurden in Japan als Signalpfeile verwendet, um z.B. den beginn einer Schlacht oder Anweisungen der Heerführer zu signalisieren. Im shintoistischen Ritual sind sie unentbehrlich. Sie werden bei der Eröffnung eines Dojo, bei Richtfesten, Geburten, Todesritualen, Beerdigungen und Eheschließungen geschossen, sowie beim Neujahrsfest. Der "Schütze" ist in diesem Fall immer ein shintoistischer Priester oder ein hochgestellte Persönlichkeit (Sensei oder Soke).

Kabura-Ya in Aktion:

Freitag, 23. Juli 2010

Musō Shinden Ryū mit Kumitachi Kata

Musō Shinden Ryū (夢想神伝流) ist eine alte Idido-Schule. Der Überlieferung nach reichen die Wurzeln dieser Linie bis in dass 16. Jahrhundert zurück. Musō Shinden Ryū bedeutet „die im Traum durch göttliche Unterweisung entstandene Schule“ und wurde von Nakayama Hakudō (1869-1958) neu strukturiert. Er gliederte die überlieferten Formen in drei Stufen: Shoden (beginnende Stufe) auch Omori Ryū genannt, Chuden (mittlere Stufe) auch als Hasegawa Eishin Ryū bezeichnet, sowie Okuden (die geheimste oder tiefste Stufe der Überlieferung). Nakayama Hakudō prägte erstmals den Begriff des Iai-do. Er war mit Ueshiba Morihei, dem Begründer des Aikido, befreundet, der ebenfalls den Begriff des Do in seine Kampfkunst einführte. Zuvor waren Begriffe wie Battōjutsu und später Iaijutsu gebräuchlich.

Der Lehrplan der Musō Shinden Ryū Koryu hört bei Okuden keineswegs auf. Musō Shinden Ryū ist deutlich umfangreicher als man gemeinhin denkt. Leider werden die Mehrzahl der Kumitachi Formen heutzutage kaum mehr gelehrt. Die heute als Lehrer fungierenden ("alten") Übungsleiter, die noch das Glück hatten von Sagawa Sensei unterrichtet worden zu sein, wurden von ihm leider nie in die Kumitachi Kata eingeweiht. Selbst in Japan ist es schwer, einen kundigen Lehrer zu finden. Sogar hoch graduierte Iaidōka beschäftigen sich immer weniger damit. Dadurch gerät der Kumitachi Teil immer mehr in Vergessenheit und die meisten Leute sind der Meinung, Iaidō bestünde nur aus Solo-Übungen, was so nicht stimmt. In Deutschland gibt es nur eine knappe Hand voll Lehrer die Kumitachi Kata unterrichten können (und auch nicht alle sieben Stufen). Daher gilt es dieses Wissen und dessen praktische und theoretische Umsetzung zu bewahren. Iaido ist mehr als nur "Schattenboxen"!


Die Solo Kata:

I. Shoden – 初伝 – beginnende Stufe
(Ōmori ryū – 大森流 – Schule des Ōmori)
1. shohattō 初発刀 beginnendes Schwert
2. satō 左刀 linkes Schwert
3. utō 右刀 rechtes Schwert
4. ataritō 当刀 treffendes Schwert
5. inyōshintai 陰陽進退 vor und zurück, yin yang
6. ryūtō 流刀 fließendes Schwert
7. juntō (kaishaku) 順刀 (介錯) Schwertfolge (Adjutant)
8. gyakutō 逆刀 gegenteiliges Schwert
9. seichūtō 勢中刀 starkes Schwert in der Mitte
10. korantō 虎乱刀 große Stärke des Tigers
11. nukiuchi (battō) 抜打 (抜刀) ziehen und schlagen
12. inyōshintai kaewaza 陰陽進退替業 vor und zurück, yin yang, (Variante)


II. Chūden – 中伝 – mittlere Stufe
(Hasegawa Eishin ryū – 長谷川英信流 – Schule des Hasegawa Eishin)
1. yokogumo 横雲 seitliche Wolke
2. toraissoku 虎一足 Fuß des Tigers
3. inazuma 稲妻 Blitz
4. ukigumo 浮雲 schwebende Wolke
5. yamaoroshi 颪 Bergwind
6. iwanami 岩浪 Welle am Fels
7. urokogaeshi 鱗返 umgedrehte Fischschuppe
8. namigaeshi 浪返 umschlagende Welle
9. takiotoshi 滝落 Wasserfall
10. nukiuchi 抜打 ziehen und schlagen


III. Okuden – 奥伝 – höchste Stufe
1. kasumi 霞 Schläfenblitz
2. sunegakoi 脛囲 Schien­bein­schutz
3. shihōgiri 四方切 Schnitt in vier Richtungen
4. tozume 戸詰 an der Tür vorbereitet auf Gegner warten
5. towaki 戸脇 neben der Tür
6. tanashita 棚下 unter dem Hausboden
7. ryōzume 両詰 beide (Seiten) eingeengt
8. torabashiri 虎走 Tigerlauf
9. yukitsure 行連 von zwei Personen begleitet
10. rendatsu (tsuredachi) 連達 (連立) zusammen losgehen
11. sōmakuri 惣捲 Alles zusammen
12. sōdome 総留 Alles anhalten
13. shinobu 信夫 ganz leise
14. yukichigai 行違 gehend verfehlt
15. sodesurigaeshi 袖摺返 wehende Ärmel umdrehen
16. moniri 門入 in ein Tor gehen
17. kabezoi 壁添 an der Wand entlang
18. ukenagashi 受流 empfangen und (ab)fließen lassen
19. oikakegiri 追いかけ切 Verfolgung und Schnitt
20. ryōshihikitsure 両士引連 von zwei Samurai begleitet
21a. itomagoi 1 暇乞 Abschied nehmen (Variante 1)
21b. itomagoi 2 暇乞 Abschied nehmen (Variante 2)
21c. itomagoi 3 暇乞 Abschied nehmen (Variante 3)


Die Kumitachi 組太刀 Kata:

Kumitachi sind feste Bewegungsabläufe, in denen man mit dem Partner übt. Sie dienen vor allem der Übung der Schwertbewegungen und dem Erlernen des Timings. Zu Beginn wird langsam geübt und nach einiger Zeit können die Abläufe dann sehr schnell werden. Das Ziel ist es, mit den Bewegungen des Partners zu "verschmelzen". Kumitachi ist ein wichtiger Bestandteil des Musō Shinden Ryū. Konzentration, Geistesschärfe, Überwindung von Angst und das Verständnis von Distanz sind einige Dinge, die während des Kumitachi gefördert werden, aber auch das Verständnis von Raum und Zeit und der eigenen Position in diesen Koordinaten werden gefördert. Das Verständnis für die eigene Mittelachse, der eigenen Position und das Timing sind ausschlaggebend für das Gewinnen eines Kampfes. Daher sollte Kumitachi auch nicht mit Anfängern geübt werden. In den einzelnen Stufen werden oft verschiedene Techniken wie Daito gegen Tachi bzw. Shoto oder auch Jujutsu und Kenjutsu Techniken wie im wirklichen Kampf miteinander verbunden. Bei den Kata gibt es immer einen Lehrer (Uchidachi - 打太刀) und einen Schüler (Shidachi - 受太刀). Der Lehrer führt grundsätzlich immer den ersten Schlag aus und der Schüler immer den letzten, der ihn dann zum „Sieger“ deklariert. Es kommt bei den Kata aber nicht auf das „Gewinnen“ an, sondern auf eine möglichst saubere und flüssige Ausführung der Techniken.


I. Tachi uchi no kurai 太刀打之位
(10 kata stehend daito gehen daito)
1. deai 出合 erste Begegnung
2. tsukekomi 附込 Vorteil ziehen
3. ukenagashi 請流 empfangen und abfließen lassen
4. ukekomi 請込 empfangen und reingehen
5. tsukikage 月影 Mondschatten
6. suigetsutō 水月刀 Stich in den Solarplexus
7. zetsumyoken 絶妙剣 vortreffliches Schwert
8. dokumyoken 独妙剣 Schwert von einzigartiger Pracht
9. shinmyoken 心明剣 das Schwert des klaren Geistes
10. uchikomi 打込 Kampf um das Zentrum
11. Platzwechsel


II. Kurai dori 位取り
(9 kata stehend tachi gegen tachi)
1. deai 出合 erste Begegnung
2. kobushidori 拳取 die Faust ergreifen
3. kaminari 雷 (出撃) Donner (Ausfall)
4. tsumegaeshi 詰流 (撃流)
5. tsubadome 鍔留
6. tsukatsume 柄詰
7. tshinmyoken 神妙剣
8. kaeri-uchi 返討
9. seigan 育眼


III. Tsume iai no kurai 詰居合之位
(11 kata aus iaihiza tachi gegen tachi)
1. hasso 八相 (発早) Früher Start
2. kobushidori 拳取 Die Faust ergreifen
3. nami Gaeshi (Iwanami) 岩浪 (浪返) Brandung am Felsen
4. yaegaki 八重垣 Gestaffelte Hindernisse
5. urokogaeshi 鱗返 Fisch schuppen
6. kuraiyurumi 位弛 Situation der Ungleichheit
7. tsubame Gaeshi 燕返 Schwalbenwende
8. ganseki Otoshi 眼関落 Augenverbindung verlieren
9. suigetsuto 水月刀 Schwert wie der sich im Wasser spiegelnde Mond
10. kazumiken 霞剣 Dunst(Nebel)schwert
11. uchikomi 討込 Eindringen



IV. Daishō tsume 大小詰
(8 kata aus iaihiza, hauptsächlich jujutsu zwischen mit tachi bewaffneten Gegnern)
1. dakizume 抱詰
2. koppō 骨防
3. tsukadome 柄留
4. kotedome 小手留
5. munatori 胸捕
6. migifuse 右伏
7. hidarifuse 左伏
8. yamagatazume 山形詰


V. Daishō tachi tsume 大小立詰
(7 kata: 6 aus iaihiza und 1 stehend, jujutsu zwischen mit tachi bewaffneten Gegnern)
1. shimetori 〆捕
2. sode Surigaeshi 袖摺返
3. tsuba Uchikaeshi 鍔打返
4. koppōgaeshi 骨防返
5. tonbōgaeshi 蜻蛉返
6. rankyoku 乱曲
7. utsuri 電光石火 (移り)


VI. Tsume no kurai 詰之位
(7 kata aus iaihiza und stehend: jujutsu und kenjutsu Techniken)
1. hozume 抱詰
2. waki-tsubo 脇坪 (わきつぼ)
3. mune-tori 胸取 (むねとり)
4. tsume-ken 詰懸 (つめけん)
5. tsubame Gaesh 燕返
6. geshusori 迎手そり (けいしゅそり)
7. monomi-uchi 物見打 (ものみうち)

VII. Daiken dori 大検取:
(10 kata: 6 kata daito gegen daito und 4 kata shoto gegen daito)
1. muken 無剣
2. suiseki 水石
3. gaiseki 外石
4. tesseki 鉄石
5. eigan 榮眼
6. eigetsu 榮月
7. yamakaze 山風
8. sorihashi 橇橋
9. raiden 雷電
10. suigetsu 水月

Einige der genannten Kata sind hier im japanischen original nachzulesen: Link

Hier zwei Mitschnitt von einem Einführungslehrgang in "Tachi Uchi no Kurai", der im Jahr 2007 abgehalten wurde. Ausführende sind: Horst Erhard und Udo Schneeweiß vom Hakushinkai Düsseldorf:



Die Deutsche Übersetzung der japanischen Namen der Kata anzugeben ist ohne die Unterweisung eines in Kumitachi erfahrenen Sensei eher irreführend und eigentlich wertlos. Wenn dies hier trotzdem geschieht, dann nur der Vollständigkeit halber. Die noch fehlenden Übersetzungen werden sobald sie verfügbar sind nachgetragen. Die japanischen Namen und deren Bedeutung geben den Kata mehr Tiefe und beschreiben die mentale Einstellung und die Taktik der Ausführung. Ein gutes Beispiel ist Suigetsuto (水月刀). Wenn man die Kanji wörtlich zu übersetzen versucht, könnte man annehmen, es bedeute "Solar Plexus Schwert", was natürlich nicht zutrifft. Der Begriff Suitetsuto kann nur schwer in wenigen Worten erläutert werden. Die Kanji für "Suigetsu" bestehen aus 水 (Wasser) and 月 (Mond). Man mag sich also einen See oder eine unbewegte Wasserfläche vorstellen auf der sich der Mond in der Nacht widerspiegelt. Das Wasser wirkt wie ein Spiegel, der ein kristallklares Abbild des Himmels zeigt. Nun, was würde wohl geschehen, wenn jemand die Ruhe der Wasseroberfläche stören würde? Ein Fisch oder ein Frosch etwa. Das Bild würde verschwimmen oder verblassen. Das ist es, was in der Kata Suigetsuto geschieht. Shidachi und Uchidachi sind eins, unbeweglich, ruhig, friedlich. Die Geisteshaltung von Uchidachi ist friedlich und harmonisch, er hat die Haltung die notwendig ist den Kampf fortzusetzen bereits verloren, da sein Geist die Harmonie reflektier die Shidachi als sein Gegenüber ausstrahlt - so wie die ruhige Reflexion des Mondes. Was er aber nicht erwägt ist die Tatsache, dass ein See oder Teich viele andere Lebewesen beherbergt. Unter der Oberfläche ist der Teich lebendig, so wie auch Shidachis Geist immer noch aktiv und konzentriert ist. Dabei behält Shidachi seine ruhige Haltung, die sich wiederum in seiner Körpersprache ausdrückt. Und so hat Uchidachis Geist aufgehört Informationen zu verarbeiten und sein Vermögen sich auf die Situation zu konzentrieren und sie zu erfassen ist beeinträchtigt. An genau diesem Punkt hat Uchidachi den Kampf bereits verloren, ganz ohne den Angriff oder die Abwehr des Shidachi. Dies ist die Bedeutung von Suigetsuto. Jedem der versucht diesen Inhalt in ein paar Worte zu verpacken wünsche ich viel Erfolg.

Das ist die Schwierigkeit wenn man Kata oder Koryu ausführt. Wenn man Kata ohne einen Gedanken daran zu verschwenden was wirklich passiert (mental, physisch, taktisch) ausführt ist das nichts anderes als rhythmische Sportgymnastik oder Standardtanz. Die Komplexitäten die durch Prinzipien wie Suigetsuto oder Zegoku Itto (是極一刀) dargestellt werden sind es, was Koryu so faszinierend und wahrhaft wertvoll macht. Das ist es was Koryu vom faden "McDojo" unterscheidet in dem "08/15-Ryu" unterrichtet wird. Dies ist auch der Grund, warum es heute nur sehr wenige "wirkliche Meister" gibt und weltweit so viele oberflächlich ausgebildete Schüler der Kampfkünste existieren. Dies liegt auch daran, dass es so wenige Lehrer gibt, die in der Lage sind dieses Wissen an ihre Schüler weiter zu geben. Es fehlt einfach am tiefen Verständnis und Erkenntnis. Es fehlt an der Erklärung des "warum".
Die Inhalte der Koryu Kata sind weitaus komplexer als sie uns heute oft gelehrt werden. Ich hatte dies schon in dem Artikel "Die Tanka des Eishin Ryu 短歌" angesprochen.

"Es ist nicht ungewöhnlich für die Koryu, dass bestimmte Lehren über Gedichte (Doka 道 歌) weitergegeben werden. Diese Gedichte übermitteln üblicherweise in einer leicht verdaulichen Form eine moralische Botschaft. Die mit den jeweiligen Waza korrespondierenden Gedichte beschreiben die grundlegenden Bewegungen jeder Waza metaphorisch und was vielleicht noch wichtiger ist, sie beschreiben das Gefühl (心 持) mit denen jede Waza durchgeführt werden soll."

Verständnis, Erkenntnis und Gefühl sind der Schlüssel zu den Kampfkünsten!
Kokoro (心 oder こゝろ) "Das Herz der Dinge" - wie es der Japaner so schön ausdrückt!

P.S:
Auch im Musō Jikiden Eishin Ryū gibt es diese bzw. verwandte Kata. Siehe hierzu Wikipedia
Es gibt auch eine etwas ältere DVD von Masayuki Shimabukuro, in der die Tachi Uchi no Kurai Kata gezeigt werden. Diese wurde bereits im Blog besprochen. Link
Die DVD kann hier bezogen werden: Direktbestellung

Mein Dank gilt:
Horst Ehrhard; Hakushinkai Düsseldorf e.V
Jeff Karinja; Red Bank, New Jersey und Tokyo
Der Abteilung Iaido der TG Höchst 1847 e.V.

Mittwoch, 21. Juli 2010

"Oshugatsu Iaido Seminar" mit René van Amersfoort in Düsseldorf

Unbedingt vormerken!



"Oshugatsu Iaido Seminar"
mit
René van Amersfoort in Düsseldorf

Samstag, 8. und Sonntag 9. Januar 2011

Lehrer: René van Amersfoort, 7.Dan Renshi Iaido, 7.Dan Renshi Jodo, 5.Dan Wado-Ryu Karate, 2.Dan Kendo.

Programm: ZNKR-Iaido und ausgesuchte Formen der Koryu (Muso Shinden Ryu)

Zeiten: Samstag, 8. Januar 2011, 10:30 Uhr bis 17:30 Uhr, Abendessen ab 19.30 Uhr
Sonntag, 9. Januar 2011, 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr

Ort: 2-fach Sporthalle Lessing-Gymnasium, Ellerstraße 84-94, 40227 Düsseldorf - Oberbilk.


Seminargebühr: € 50 für beide Tage oder für jeweils einen Tag (Samstag oder Sonntag) € 25.-. Meldegebühr wird bei Nichterscheinen einbehalten.
Die Meldegebühr ist bis spätestens 2. Dezember 2010 zu überweisen. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, können verspätete Anmeldungen nicht berücksichtigt werden!

Übernachtung: Ist in der Halle möglich! Bitte bei der Anmeldung angeben.

Verpflegung: Selbstverpflegung ist möglich, es werden Getränke und am Samstag auch belegte Brötchen etc. angeboten.

Ausrichter: Hakushinkai Düsseldorf e.V. (Ausschreibung)

René van Amersfoort ist einer der wenigen hochgraduierten Iaido Sensei die auch in Deutschland regelmäßig unterrichten. Durch seine didaktisch und auch persönlich sehr ansprechende Art hat er siuch eine große Fangemeinde in Deutschland erarbeitet. Die Seminare und Lehrgänge von René sind unbedingt zu empfehlen!!!

Ausschreibung: Zum vergrößern anklicken.


Montag, 19. Juli 2010

Iaido in Deutschland - Eine Momentaufnahme

Immer öfter höre ich von deutschen Iaidoka die Klage, daß es angeblich keine "wirklich" eindeutige Richtlinie für die Ausführung der zwölf Seitei-Iai (ZNKR) Kata gibt. "Dauernd gibt es Änderungen und jeder zeigt es anders." Ob das so stimmt sei mal dahingestellt, aber wenn Menschen dies äußern oder so empfinden, dann ist da scheinbar was dran.

Es gibt einiges an Material:
Die sogenannte "Rote Bibel" die jeder Iaidoka besitzen und kennen sollte. Leider ist der Text der "Roten Bibel" eher hölzern geschrieben und liest sich ausgesprochen zäh.


Zen Nihon Kendo Renmei Iai, Kommentar, Zweite Fassung im Jahre 1988, Dritte Fassung im Jahr 2000.
Der ZNKR-Kommentar kann für 6,50 € zzgl. Versandkosten bei Titiaan Stuurmann per Mail (siehe Webseite des DIaiB) bestellt werden.
Dazu die beiden im Download auf der DIaiB-Web-Seite erhältlichen Schriften:

Ergänzung zum ZNKR-Kommentar (Änderung vom 26. Juli 2006)


Kurzüberblick über die wichtigsten Änderungen (von 2009, betrifft aber nicht die Ausführung der Kata)

Eine andere Möglichkeit ist die Unterstützung durch Video-Material und DVDs. Hier gibt es:
Die "offizielle" DVD der "All Japan Kendo Federation" aus dem Jahre 2005.


Das schon oft besprochene "inoffizielle" Video von Sagawa Sensei, in dem aber ausschließlich Koryu gezeigt wird.
Die Buch & Video Seite des ZNKR.
Der ZNKR Online Shop

Es gibt auch ein Iaido-Lehrvideo in dem Soejima Sensei die Kata vorführt.

Dann seien noch der Vollständigkeit halber die diversen Videos auf YouTube erwähnt.

Die einzigen anderen Möglichkeiten sein Iai zu überprüfen und zu verbessern sind die verschiedenen Lehrgänge bei den unterschiedlichen Sensei oder Übungsleitern.

Da haben wir zum einen den alljährlich stattfindenden Jahreshauptlehrgang (JHL) des DIaiB, der dieses Jahr vom 24. - 31. Jul. 2010 in Kiel stattfindet. Dort hat der Iaidoka die Möglichkeit unter Leitung von Soejima Sensei, 8. Dan Kyosh, sein Iai zu verbessern. Auf dem JHL werden auch immer wieder "Neuerungen" gezeigt und eingeführt, die aber leider sehr selten schriftlich dokumentiert werden.
Es hat in den letzten Jahren immer wieder Klagen gegeben, daß bei einer Teilnehmerzahl von über einhundert Iaidoka wenig Zeit bleibt um wirklich individuell korrigiert zu werden. Einer der kritisierten Punkte war auch, daß zum Teil einige der deutschen Übungsleiter selbst seit Jahren nicht mehr in Japan oder anderswo waren um sich selbst korrigieren zu lassen und somit ein wirklicher Austausch der aktuellen Iaido-Linie nur bedingt möglich ist.

Dann sind da noch die Seminare in Deutschland und Europa, die von verschiedenen Sensei gehalten werden. Hier ist ebenfalls zu sagen, daß es Seminare gibt, die von Übungsleitern gehalten werden, die wie oben erwähnt ihren Sensei auch nur auf dem Jahreshauptlehrgang sehen und sich nicht in Japan weiter ausbilden lassen. Dies trifft aber nur in den seltensten Fällen zu.

Es scheint Licht am Ende des Tunnels zu geben. Man muß dem DIaiB zu Gute halten, daß er den Spagat zwischen den verschiedenen "Linien" des Iaido in Deutschland realisieren muß und dies auch tut. Es gibt mindestens 3 Linien, davon 2 Ausprägungen der Sagawa Linie: von Sagawa Sensei zu Inoue Sensei, der in Japan das Hakushinkan-Dojo übernommen hat und regelmäßig in Polen einen Sommerlehrgang abhält. Von Sagawa Sensei zu Soejima Sensei, den er ausdrücklich auf Bitten des damaligen DIV (Deutscher Iaido Verband) nach Deutschland gesandt hat, um sich dort um das Iaido zu kümmern.
Daneben gibt es die Linie von Ishido Sensei, zu der auch René van Amersfoort gehört. René hat sich in den letzten Jahren sehr um das deutsche Iaido bemüht.
In Berlin gibt es dann noch Schüler von Furuichi Sensei.
Daneben gibt es aber auch noch die Muso-Jikiden-Eishin-Ryu und im Oldenburger Raum noch einige Anhänger der Katori Shinto Ryu.
Dann gibt es in Norddeutschland die "Deutsche Iaido Vereinigung" unter Karl-Heinz Lübcke, die aber nichts mit dem DIaiB zu tun haben wollen und eine "sehr eigene" Linie verfolgen. Einige andere Dojos die zwar dem DIaiB verbunden sind, aber noch sehr exzessiv der Verehrung Sagawa Senseis anhängen und sich strikt weigern die "Änderungen" und "Neuerungen" die nach seinem Tod eingeführt wurden umzusetzen, sind auch noch zu erwähnen. Die wenigen "seltenen Ryu" die mit sehr kleinen Mitgliederzahlen in Deutschland existieren sollen hier unberücksichtigt bleiben.

Sensei Hakuo Sagawa, 9. Dan Iaido Hanshi, 8. Dan Kendo, gestorben am 16. Dez. 2004

Sensei Soejima Manabu, 8. Dan Iaido Kyoshi

Sensei Inoue Miyoji, 8 Dan Iaido Kyoshi

Sensei Shizufumi Ishido, 8. Dan Iaido Hanshi, 8. Dan Jodo Kyoshi, 7. Dan Kendo Kyoshi

Sensei René van Amersfoort, 7. Dan Renshi Iaido, 7. Dan Renshi Jodo, 5. Dan Wado-Ryu Karate, 2. Dan Kendo

Sensei Norio Furuichi, 8. Dan Iaido Kyoshi

Nun sollte diese Vielfalt aber eigentlich kein Problem darstellen, denn die Unterschiede der einzelnen Ryu spiegeln sich ja "nur" in den Koryu wieder. Die ZNKR Seitei Iai Kata, die in den Prüfungen gezeigt werden, sind Schulen- (Ryu) Übergreifend festgelegt und sollten in jeder der "Linien" gleich aussehen. Ist dies der Fall?

Nun, es besteht Hoffnung, denn der DIaiB hat sich offensichtlich der Herausforderung gestellt und einige Dinge kommen in Bewegung. Vor allem einige der wirklich verkrusteten Strukturen geraten in Bewegung und dies zum Vorteil der deutschen Iaidoka. Denn eigentlich sind die wirklichen Baustellen schon in den Grundlagen zu finden:
Eine fehlende strukturierte Ausbildung die dem jeweiligen Ausbildungsstand des Schülers entspricht. Die oft nicht nachhaltig stattfindende Vermittlung der Grundfertigkeiten (Reiho, Suburi, "Ki-Ken-Tai-Itchi", Noto, sauberes Schneiden und die Beherrschung der Klinge). Die fehlende Vermittlung des theoretischen Hintergrundwissens.
Die Japanische Lehrmethodik des "Der Lehrer zeigt und der Schüler schaut es sich ab", funktioniert in unserem Kulturkreis nur selten und ist nicht für jeden Schüler anwendbar.
Diese Mängel sind von Dojo zu Dojo und von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich stark ausgeprägt. Manchmal hapert es auch an der Arbeit der jeweiligen Landesverbände. In einigen Bundesländern sieht es da ganz trübe aus!

Ich bin auf das Feedback der Teilnehmer am diesjährigen Jahreshauptlehrgang des DIaiB gespannt!

Was aber jedem Iaidoka zu raten ist: "Besucht so viele Lehrgänge und Seminare so vieler verschiedener Sensei wie Ihr könnt! Nur wer über den Tellerrand schaut kann etwas dazulernen. Manchmal ist es einfach nur die Art und Weise wie ein anderer Lehrer etwas zeigt oder erläutert, was dann zu einem echten Erkenntnisprozeß und einer Verbesserung des eigenen Iai führt."

Ganbate!

Samstag, 17. Juli 2010

Imagination hilft...

Wenn ich mit dem Katana einen "sauberen" Schnitt machen will - und darum geht es ja schließlich - hapert es im Suburi-Training und in den Kata immer wieder an der Umsetzung. Ich glaube dies ist darauf zurück zu führen, daß die Vorstellung nicht richtig transportiert wird.
Wir schneiden mit dem Katana mit dem vorderen Drittel Teil der Klinge, der Mono-Uchi.
Dazu ist eine Bewegung auszuführen, die sich am ehesten mit dem Auswerfen einer Angelrute vergleichen läßt. Wenn ich mir vorstelle, mein Katana (Iaito) sei eine Angelrute an der eine Schnur (wie lang die auch immer seien mag) befestigt ist und am Ende der Schnur ist der Haken mit den Gewichten und dem Köder, dann projiziere ich das "Ende" meiner Bewegung in weite Ferne und nicht auf das "Ziel" des Schnittes. Dabei wird die Bewegung gleichzeitig geschmeidiger und fließender. Belohnt wird dieser "korrekte" Schnitt dann mit dem wunderbaren Pfeifen der Klinge.


Leider sind viele der im Umlauf befindlichen "Klingen" mit einer Bo-Hi ("Blutrinne") ausgestattet, die selbst bei einem schlechten Schnitt die Klinge pfeifen läßt. Als ich vor einiger Zeit ein Katana mit einer deutlich gebogeneren Klinge, also mit einer stärkeren Zori (Krümmung) bekam, wunderte ich mich, warum die Klinge so selten pfiff. Meine alte Klinge hatte eine sehr kleinere Zori und pfiff (fast) immer.
Nach einigen Wochen der Übung und der Anwendung der "Angel-Technik" pfiff die neue Klinge nun auch. Ergo: Meine Technik war zuvor schlecht!
Manchmal glaube ich, daß diese andauernd pfeifenden Klingen den Übenden in dem Glauben lassen gute Schnitte auszuführen. Was aber oft gar nicht der Fall ist. Daher sollte man sich nicht zu sehr auf den "Ton" verlassen, da dieser nicht immer ein Garant für einen sauberen Schnitt ist.

Wer einmal die Faszination der Bewegung einer meisterhaft ausgeworfenen Angel beim Fliegenfischen sehen und genießen will, dem sei der Film "Aus der Mitte entspringt ein Fluß" (A River Runs Through It) nahe gelegt. Das erinnert an gute Klingenarbeit.


Im Kyudo gibt es eine Imaginationsübung die dabei hilft den Pfeil sicher ins Ziel zu befördern. Natürlich hängt auch hier alles sehr stark von der richtigen Technik ab! Man muß sich vorstellen dreidimensional zu schießen und den Pfeil um die ganze Erde zu schicken.

Dazu gehört natürlich auch eine gute bis perfekte Technik die dazu führt, daß man den Bogen nicht nur vor und zurück, sondern auch noch nach links und rechts und nach oben und unten bewegt. Ein altes Sprichwort sagt, man sollte die Schultern mit dem Pfeil berühren.

Copyright© 1998: Dan and Jackie DeProspero

Oder wie mein Sempai (先輩) Johannes es auszudrücken pflegte:
"Wenn Du den Bogen voll gespannt hast, der Pfeil auf das Ziel gerichtet ist, bevor du abschießt, dann stell dir vor: Zaiteki (der Pfeil existiert im Ziel).
Der Peil ist so lang, das er um die Welt reicht und die Spitze dir den rechten Ellenbogen kitzelt."



Imagination ist alles!

Freitag, 16. Juli 2010

Mal was anderes... - Kancho (カンチョー)

"Kennst Du diese Japanische Freizeitbeschäftigung, bei der sich die Japaner gegenseitig mit den Fingern in den Po pieken?" So klang es in meinen Ohren und ich dachte ich könne denselben nicht trauen. Mein Sohn hatte etwas Neues aufgeschnappt.


Laut Wikipedia ist Kancho (カンチョー) ein Streich, der in Japan häufig von Schulkindern gespielt wird. Es ist auch in Südkorea als Ttong chim, Ddong chim oder Dong chim (kor. 똥침, 糞針) und auf den Philippinen als Tumbong bekannt.

Beim Kanchō legt man seine Hände zusammen, so daß die Zeigefinger ausgestreckt sind, und versucht, diese in den Anusbereich eines anderen zu stecken, wenn dieser unaufmerksam ist. Der Begriff leitet sich vom japanischen Wort für Einlauf (浣腸, kanchō) ab.


Kanchō wird in Japan schon seit langem gespielt und wurde ab 1999 durch die Manga- und Anime-Serie Naruto, in der es den Namen „Tausend-Jahre-Schmerzen-Technik“ hat, auch international bekannt.

Zur Freude aller gibt es auch eine offizielle Kancho Web-Page und zur Steigerung die Kancho University. Motto: "How can I learn to Kancho like a master?"

Wer der Englischen Sprache mächtig ist findet hier unter Ass Wars Episode VI - Return of the Kancho noch einige unterhaltsame Informationen.

Es gibt vier Hautarten von Kancho praktizierenden
1. Kinder bei Erwachsenen
2. Teenager
3. Paare untereinander
4. Betrunkene Geschäftsleute


Was hat das mit "Japanischem Stahl" zu tun? Na ganz einfach, wer immer das tut sollte aufpassen, daß ihm die Kancho-Finger nicht abgeschnitten werden! :-)