Freitag, 31. Dezember 2010

明けましておめでとうございます



Werter Leser dieses Blog, ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein frohes お正月 o-shōgatsu und ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2011, das Jahr des Hasen!

明けましておめでとうございます

Was man auch immer von Astrologie halten mag, hier einige Infos zum Jahr des Hasen:

Am 3.Februar 2011 beginnt das Jahr des Hasen 卯, genau genommen des Metall-Hasen und es endet am 22.Januar 2012. Stand 2010 noch unter der anstrengenden, bewegten, gar stürmischen Herrschaft des Tigers, kommt Anfang Februar 2011 der Hase und sorgt endlich für Ruhe. Der Hase steht für Sanftmut, Harmonie und Genuss. Die Verbesserung von Beziehungen, Freundschaft und Diplomatie stehen im Vordergrund und wir dürfen in diesem Jahr unserem Bauchgefühl mehr trauen. Allgemein ist die Atmosphäre entspannt, das Allgemeinwohl zählt. Statt Machtkämpfen wird man jetzt vernünftigen Argumenten und Kompromissen den Vorzug geben und ein konstruktives Miteinander anstreben. Es heißt, dass der Hase auch ein leichteres Geldverdienen begünstigt.





Nitombo

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Die vier Ebenen des Zanshin

Der britische Iaidoka Andy Watson hat in seinem Blog SHUGYUO einen interessanten Artikel gepostet, den ich dem deutschsprachigen Publikum (in freier Übersetzung) nicht vorenthalten möchte. Der Bericht schildert eine Begebenheit auf dem "Eindhoven Sommerseminar 2010".

Die vier Ebenen des Zanshin (zur Originalfassung)

... Sensei fuhr fort zu beschreiben wie die verschiedenen Ebenen des Zanshin Körper und Geist beeinflussen. In der Reihenfolge ihrer Tiefe sind dies:
1. Sekka no Kurai - Der Körper wie ein Fels.
2. Tsuyu no Kurai - Der Regen tropft von einem Blatt.
3. Bonsho no Kurai - Das Echo des Klangs der buddhistischen Glocke.
4. Hei no Kurai - Der Furz, der nicht gehört werden kann.

Die letzte sorgte natürlich für allgemeines Gelächter!

Um ihre Bedeutung zu erläutern beschreibe ich, wie sie zu Kirioroshi (Schnitt nach unten hin) in Beziehung stehen und weise den Leser auf das Interview mit Ogura Sensei hin, in dem man noch einige Details findet. Die Quelle kann mit Google gefunden werden:

1. Sekka no Kurai - Der Körper wie ein Fels - Dies bezieht sich auf einen Funken der entsteht wenn Felsen aneinander geschlagen werden. Dies bedeutet, dass die tatsächliche Ausführung der Schnitte unverzüglich, und ohne Vorwarnung zu geschehnen hat.
2. Tsuyu no Kurai - Die Regen tropft von einem Blatt - Dies beschreibt wie man den Schnitt aufbaut, genau so wie sich ein Wassertropfen allmählich an der Spitze eines Blattes sammelt und wie die Schwerkraft dann schließlich die Viskosität überwindet und der Tropfen fällt.
3. Bonsho no Kurai - Das Echo des Klangs der buddhistischen Glocke - Dieser beschreibt die Nachwirkung des Schnittes - keine Bewegung, kein Zeichen einer Aktion oder einer Absicht, nur das leise, tiefe Echo des Geschehenen.
4. Hei no Kurai - Der Furz, der nicht gehört werden kann - ich würde vorschlagen, dass damit gemeint ist, dass ohne Vorwarnung oder Anzeichen, die Menschen um einen herum tot zu Boden fallen. Obwohl es sich lustig anhört, basiert dieser Satz wohl auf einem Reim. Er fasst die vorherigen drei in so zusammen, dass er alle Gegner ohne erkennbare Bewegung oder Anstrengung tötrm kann.

Die ersten drei (von denen ich annehme, dass sie die klassischen Ebenen darstellen) sind natürlich nicht in der Reihenfolge des Ablaufs aufgelistet. Das heißt, dass zuerst Tsuyu in der Vorbereitung des Schnitts, dann Sekka, wenn der Schnitt ausgeführt wurde und dann Bonsho als das Zanshin nachdem der Schnitt ausgeführt wurde stattfinden. Die Reihenfolge beruht glaube auf dem Niveau der praktischen Erfahrung, nach der Reihenfolge in der sie üblicherweise gelernt werden
Zuerst lernt man schnell zu schneiden, mit Kraftaufwand und Geschwindigkeit, aber letztlich bedeutet gute Technik, dass natürliche Schnelligkeit und Kraft ohne großen Kraftaufwand auskommen. Das ist Sekka no Kurai.

Man lernt man wie man Johakyu (siehe hier und hier) entwickelt, was zu einem Schnitt führt, den ein Gegner nicht abwehren, dem er nicht ausweichen oder den er nicht kontern kann. Das eigene Taisabaki, die Balance, Ashisabaki (Fussarbeit), Ma-ai und Merihari(*) sind maßgeblich an der Entwicklung des Aufbaus beteiligt.

Schließlich der unbewegte und entfesselte körperliche und geistige Zustand nach dem Schnitt, der wie der Nachhall einer Glocke empfunden werden kann, langsam verklingen, wenn der Moment des niederstrecken des Gegners zur Vergangenheit wird. Das ist es, was wir unter dem Wort Zanshin verstehen.

Der erste Teil des Artikels ist im original hier zu finden: The Four Levels of Zanshin



Zanshin wird viel zu oft vernachlässigt, schade!

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*Merihai: Merihari (メリハリ, 減り張り, めり張り) wird im Kendo und im Iaido verwendet um zu erklären wie man nicht nur eine Vielzahl von Techniken anwendet, sondern sich völlig auf das festlegt was man tut. Mach keine halben Sachen. Beweg Dich entweder schnell oder langsam, aber wusele nicht wirr irgendwo dazwischen herum. Wenn es stark gemacht werden muss, mach es stark, wenn es sanft gemacht werden muss, mach es sanft. Merihari ist das was Dich davon abhält auf eingefahren Wegen zu wandeln.

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Donnerstag, 23. Dezember 2010

Frohe Weihnachten!

Ich wünsche allen Lesern meines Blog
ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest!


メリークリスマス!

Quelle: Cabinet of Wonders


Das Weihnachten in Verbindung mit Japan auch seine lustigen Seiten haben kann, sieht man auf diesen Links:

Cabinet if Wonders

Top Ten Strange Santas from Japan


Da feiert man doch gerne Weihnachten!



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Mittwoch, 22. Dezember 2010

Katori Shinto Ryu Fußbewegungen "ashi-no-fumikata"

Da ist mal wieder ein schönes neues Buch auf dem Markt erschienen:


Tenshin Shoden Katori Shinto Ryu Budo Kyohan
Die Kampfkunst-Lehrmethode des Tenshin Shoden Katori Shinto Ryu
von Kikue Ito und Yoshio Sugino
Herausgeber: Izumi Mikami-Rott und Ulf Rott
ISBN: 978-3-8423-0682-0
Verlag: Books on Demand, Dezember 2010
Hardcover, 264 Seiten
EUR 34,90

Wirklich ein interessantes Buch mit schönen Erklärungen. Der Blog "Life for a Sword" hat bereits einen Artikel zu dem Buch gepostet, den ich nur empfehlen kann. Es ist geschafft…
Ganz besonders interessant fand ich ein kleines Kapitel in dem Buch: Shisei - 姿勢 [Körperhaltung]

Hier geht es um die unterschiedlichen Fußstellungen. Es ist schon eigenartig, dass gerade im Iaido und im Kendo die geschlossene, parallele Fußstellung gelehrt und praktiziert wird, wohingegen im Karate und vielen anderen Kampfkünsten die stabile T-Stellung mit geradem führenden Fuß und angewinkeltem hinteren Fuß gelehrt wird. Die Gründe und Hintergründe wurden bereits in einem anderen Blog-Artikel im Jahr 2008 ebenfalls bei "Life for a Sword" diskutiert:

Von der erzwungenen Natürlichkeit Man beachte besonders die Kommentare!

Wie in dem Artikel besprochen, ist eine gewisse "Natürlichkeit" auch bedingt durch die in der jeweiligen Zeit der Entstehung bedingte kulturelle Hintergründe, Moden und ästhetische Vorlieben. In dem o.g. Buch "Tenshin Shoden Katori Shinto Ryu Budo Kyohan" schreibt der Autor auf Seite 95:

"Ken-jutsu (tachi-jutsu) - 万術(太刀術)
1. Kihon - 基本 [Grundlagen]
1.1. Shisei - 姿勢 [Körperhaltung]
Die Körperhaltung ist die Grundlage aller Dinge. Daher muss man korrekt, sehr sorgfältig und ohne Nachlässigkeit eine gute Körperhaltung [shisei] entwickeln; sowohl beim Hinsetzen als auch beim Vorwärts- und Rückwärtsgehen.
Es gibt viele verschiedene Körperhaltungen, wie z.B. beim Halten des Schwertes an der Körperseite [taito-no-shisei], beim Stehen, beim Gehen oder auch beim Halten des Schwertes in einer bestimmten Position und viele mehr.
Immer muss man den Nacken gerade halten, das Kinn zieht man etwas heran und schließt den Mund fest. Beide Schultern und die Ellenbogen sind entspannt. Der Rücken ist sauber gestreckt. Man nimmt Kraft in den Unterbauch und muss immer auf seine Mitte konzentriert sein. Man muss eine den Umständen angepasste Körperhaltung haben.
In der stehenden Körperhaltung kann man ganz natürlich in shizentai [自然 韓] stehen. Oder man geht mit dem rechten Fuß einen Schritt nach vom in hanmi [半身 - Halbkörperhaltung] und nimmt migi-hanmi-no-kamae ein. Genauso gelangt man, wenn man mit dem linken Fuß nach vom geht, in hidari-hanmi-no-kamae.
Wenn man die Schritte mit den Füßen macht, steht man zunächst in shizentai, dabei sind die Fersen 1 bis 2 sun [ca. 3 - 6 cm] voneinander entfernt. Die Fußspitzen sind angemessen nach außen geöffnet. In hanmi-Stellung ist der vordere Fuß geradeaus nach vom ausgerichtet und der hintere Fuß wird geöffnet aufgesetzt. Wenn der Schritt [mata - zwischen den Oberschenkeln] weit geöffnet wird, dann sind die Füße in der gleichen Haltung, wie in shizentai, dabei sind die Fußspitzen angemessen weit nach außen geöffnet. Wenn die Fußspitzen nicht angemessen weit geöffnet sind, dann wird der Körper instabil und kann leicht nach links, rechts, vorne oder hinten aus dem Gleichgewicht kommen."

Die Fußbewegungen [ashi-no-fumikata]


Neben dem Katori Shinto Ryu gibt es noch eine weitere Schule die auf "natürlich ablaufende Bewegungen" Wert legt, nämlich die des Hojo der Jikishinkage Ryu. Wobei ich hier aber auch fairerweise sagen muss, dass viele der heute unterrichteten Iaido Varianten nicht für den "wirklichen" Kampf sondern für die Körperertüchtigung gelehrt wurden und in der Nachkriegszeit einige "Glättungen" erfahren haben.

Nach dem Studium dieses wirklich interessanten Buches kann ich nur wieder sagen, dass es wirklich schade ist, dass sich in den Anfängen des Iaido / Iaijutsu die ursprünglich hier in Deutschland in den 70er Jahren gelehrte Iaido-Schule des Katori Shinto Ryu nicht durchsetzte und dann das Muso Shinden Ryu die "Oberhand" gewann. Aber das ist eine andere Geschichte und wird demnächst in einem sehr umfangreichen Artikel über die "Geschichte des Iaido in Deutschland" detailliert beleuchtet werden.


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Sonntag, 19. Dezember 2010

Hojo / Chozen-ji

Kashima Shinden Jikishinkage-ryū, auch einfach nur Jikishinkage ryu 直心影流 genannt, ist das Bujutstu das im Chozen-Ji International Zen Dojo auf Hawaii gelehrt wird.


Jikishinkage Ryu Hojo (kurz "Hojo" genannt) ist eine Form des Kenjutsu und beinhaltet sowohl körperliche als auch geistige Schulung. Hojo versteht sich als „Schule der Gelassenheit“ und lehrt, in schwierigen oder gefährlichen Situationen seine innere Ruhe, die Kraft der Mitte, zu bewahren.
Hojo, ca. 1300 gegründet, übernimmt nur die grundsätzlichen, natürlich ablaufenden Bewegungen und bedeutet wörtlich übersetzt "Naturgesetz".

Omori Sogen Roshi



Beim Hojo wird mit speziellen Holzschwertern (Hojo-Bokken) geübt und es wird keine Schutzkleidung getragen. Primär geht es nicht um stark oder schwach oder um Sieg oder Niederlage. Wichtig ist nur der natürliche Bewegungsablauf, der sich aus bestimmten Fussbewegungen/Schritten (Unpo) herleitet und von einer speziellen Bauchatmung (Aun-Atmung) begleitet wird. Im Hojo gibt es keinen Wettkampf, vielmehr ist Hojo eine energiereiche und kommunikative Zusammenarbeit zweier Menschen, die sich im Rhythmus der vier Jahreszeiten begegnen. Hojo ist ein intensiver Dialog zwischen zwei Partnern, der über die Bewegung, nicht über das Wort geführt wird, und gleichzeitig ist es ein harmonischer Bewegungsablauf, der sehr meditativ wirken kann. Die Übungsform durchwandert vom Frühling bis zum Winter alle Jahreszeiten, was sich in unterschiedlichen Bewegungen und Tempi, vor allem aber in unterschiedlicher Atemarbeit ausdrückt. Die Atmung steht dabei als Spannungs- und Rhythmus-Geber im Mittelpunkt. Die Übung führt zu großer innerer Konzentration und ist trotz der darin vorhandenen Spannung sehr von Harmonie geprägt. Die Spannung wird jeweils durch einen entspannenden Schrei wieder gelöst.

Der von mir hoch geschätze Blog: "Life for a Sword" hat gerade einen sehr interessanten Beitrag mit einigen absolut einmaligen Videos der Jikishinkage ryu veröffentlicht. Wer einmal ein "Gefühl" dafür bekommen möchte um was es hier geht, der schaue bei "Life for a Sword - Ein Leben für die Schwertkunst" nach. Die Videos sind super und vermitteln einen intensiven Eindruck von den "naturgesetzlichen" Bewegunsschemata dieser Schule. Da kann ich endlich mal die Verbindung zwischen Zen und Kampfkunst erkennen und bewundere sie auch.


Der Daihonzan Chozem-i International Zen Dojo unterrichtet Zen und die damit verwandten Künste, speziell Kyudo und Hojo. Jedes Jahr werden verschiedenen Seminare im Dojo auf Hawaii angeboten. Die überaus faszinierende Athmosphäre des Dojo ist für jeden der seinen Geist entleeren und erfrischen will sehr zu empfehlen.


Nähere Informationen in der Broschüre

Zitat frei nach Jackson S. Morisawa aus: "The Secret of the Target":
Im Chozen-Ji ist Hojo die wichtigste Budoform, obwohl dort auch viele andere "Wege" praktiziert werden. Da heutzutage viele der Schüler bereits eine andere Art von Budo wie Aikido, Kyudo, Karate Do, Tae Kwon Do, Judo, Kendo, Tai Chi ausüben, dürfen sie an dem Budoweg ihrer Wahl festhalten. Allerdings sollte jeder Weg mit dem gleichen Ziel des Hojo gelehrt werden.
Das Ziel des Hojo ist es, alle Verhaltensweisen die man seit seiner Geburt erworben hat abzuschneiden, so dass man zur Buddha-Natur zurückgeben kann. Die Aufmerksamkeit wird auf das Kiai konzentriert, das die vier Jahreszeiten, Frühling, Sommer, Herbst und Winter nachbildet. Der Geist (Ki) und der Körper und arbeiten als eine Einheit (Shin Ki Roku (Chi) bei der Entwicklung des Tanden. Dieser Pfad ist in der Mitte, nicht leicht, nicht schwer, nicht befestigt, nicht frei. Im Hojo ahmt die Kata die Kiai der vier Jahreszeiten nach.
  1. Das erste Kiai ist "Haru" (Frühling). Es ist wie die aufgehende Sonne, die im Frühling mit Frische hervorbricht und seine Kraft wird verglichen mit dem Fallenlassen eines riesigen Felsblocks in eine 1000 Fuß tiefe Schlucht.
  2. Das Frühlings-Kiai bewegt sich nun in den Sommer. Es ist wie der brennende Sonne, die im Sommer alles versengt. Das zweite Kiai wird "Hageshii" (heftig, stark) genannt und die Bewegungen müssen mit Yuuki (Mut, Kühnheit) getan werden. Dieses Kiai ist unerschöpflich.
  3. Nun findet die Transformation in das Herbst-Kiai statt. Es ist wie die fallenden Blätter des Herbstes. Die vernichtende Kraft ist Sara Sara (geschmeidig und leicht). Alle alten Gewohnheiten werden abgeschnitten, indem der Blick nach innen gerichtet wird. Es wird direkt in das Zentrum des Egos geschnitten und die Existenz jedes Ziel wird vergessen. Man driftet in das Reich des Mushin (leerer Geist, wacher Geist), um im Einklang mit den unzähligen Veränderungen sein.
  4. Zuletzt kommt das Winter-Kiai. Die Technik muss nun Shizuka (Ruhe, Stille) sein. Der Wille schweigt, das Herz ist still, denn man erkennt das "ursprüngliche Selbst." Im Kyudo schießt man nicht mehr selbst auf das Ziel, der Geist schießt für einen. Der Pfeil verliert sich an das Ziel. Es ist die Vereinigung des Menschen mit Pfeil und Bogen, oder mit dem Schwert.


Der im Chozen-ji Kyudo ausgeübte Stil ist eine Kombination von Shomen-Stil und Rinzai Zen.

Tenzan (Fumio) Toyoda, im Chozen-ji Tempel, Hawaii

Tenzan Gensho Rokoji

Ein Filme aus YouTube zu Chozen-ji:


Meine Empfehlung: Kontakt aufnehmen und wenn möglich mindestens zwei bis drei Wochen dort trainieren und entspannen (meditieren)!! Es lohnt den Weg und die Zeit!!!

Quellen:


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Mittwoch, 15. Dezember 2010

Wunderbare Schwerter - Ein Blick über den Tellerrand

Jedem der sich für authentische und benutzbare Schwerter interessiert möchte ich die Produkte von Albion näher bringen. Leider finden sich bei Albion (noch) keine japanischen Klingen im Angebot, jedoch sind alle von Albion angebotenen Schwerter wärmstens zu empfehlen!


Ich besitze selbst einige Albion Klingen. Die scharfen Klingen sind ausnahmslos alle "schnitttesttauglich". Mit den Klingen der Next Generation Linie habe ich viele erfolgreiche Schnittests durchgeführt. Die Übungsklingen der Maestro Linie haben mir beim Training der Europäischen Schwertkunst immer gute Dienste geleistet.

Albion bietet fünf verschiedene Produktreihen:
  • Museum Line Swords: Anspruchsvolle Neuschöpfungen der wichtigsten Original Schwerter aus Museumssammlungen
  • Next Generation Swords: Authentische, handgefertigte und voll funktionsfähige Schwerter, auf der Grundlage von Museumsforschungen
  • Squire Line Swords: Erschwingliche Schwerter für den Anfänger und den Reenactor
  • Maestro Line Swords: Historische Sparring Schwerter für westlichen Kampfkünstler und für Stage Combat
  • Skirmish Line Swords: Sparring Schwerter für historisches Reenactment und für Stage Combat

Albion Europe ist die europäische Dependace der amerikanischen Schwertmanufaktur Albion Swords und wird mit viel Liebe und Hingabe von Søren Niedziella in Dänemark geführt. Damit hat der Kunde den Vorteil seine Wahre in Europa nach europäischem Recht zu erwerben und der lästige Ärger mit dem Zoll entfällt.


Die Ziele bei der Herstellung der Schwerter sind bei Albion mehr als das Streben nach reiner optischer Ähnlichkeit zu historischen Waffen. Albions Bestreben ist es, nicht nur die optischen Aspekte der Originale in einem hohen Maß an Präzision zu reproduzieren, sondern auch Schwerter zu machen, die sich wie die Originale führen und benutzen lassen. Für jeden, der das Privileg genossen hat, ein altes Schwert zu halten, ist das “Gefühl” eines originalen Schwertes unverkennbar – ein Gefühl, das man in Repliken von heute kaum findet.


Der Begriff “Replik” wird häufig für Doppelgänger verwendet, die manchmal nur mit mäßiger oder geringer Authentizität gemacht werden. Deshalb nennt Albion seine Produkte lieber “Neuschöpfungen” statt “Repliken”, da sie mehr sind als nur etwas, das lediglich so aussieht. Um dies zu erreichen, muss man versteckte Aspekte sorgfältig untersuchen, die man nur durch persönliche Erfahrung mit historischen Originalen entdeckt, was sich in einer anspruchsvollen Dokumentation niederschlägt.

Albions Produktreihen basieren auf jahrelanger Arbeit des Schwertschmiedes Peter Johnsson, der Originalschwerter in Museen und privaten Sammlungen in ganz Europa untersucht, dokumentiert und analysiert hat. Johnsson konnte nicht nur die Schwerter in den Dauerausstellungen dokumentieren und in die Hand nehmen, er hatte auch Zutritt zu den verborgenen Schätzen in Magazinen, die nur wenige zu sehen bekommen.
Aufgrund seiner Ausbildung zum Grafikdesigner, hat Johnsson ein Auge für Details und erfasst sowohl den ästhetischen Charakter des Originals als auch Aspekte wie Massenverteilung und dynamisches Gleichgewicht bis hin zu Details wie allmähliche Veränderungen entlang der Klinge in Volumen, Querschnittsgeometrie und Schneidenwinkel.

Diese Einsichten und gesammelten Daten waren wichtig für Albions Fähigkeit, die ”Neuschöpfung” eines Schwertes zu kreieren – eine Restauration des Stücks wie an dem Tag, an dem es neu war: glänzend scharf, kraftvoll in seiner Präsenz, mit einem beweglichen und ansprechenden Gleichgewicht.

Ein Schwert ist auf den ersten Blick ein einfaches, jedoch sehr komplexes Instrument, das sich aus der Zeit in der das erste Bronzeschwert gegossen wurde entwickelte und sich dramatisch veränderte als erstmals ein Stück Stahl zu einer Klinge geschmiedet wurde.
Ein Prozess, der sich über Jahrtausende verfeinert hat, eine Kunst, die vom Meister an den Lehrling weitergegeben wurde. Diese Kunst ist uns heutzutage zum Großteil verloren gegangen, doch wir können durch Studieren der Objekte, die uns die Zeit hinterlassen hat, eine Menge lernen. Wenn wir diese Leistungen der alten Meister sorgfältig betrachten, können wir nicht nur die Geschicklichkeit und Kunstfertigkeit erkennen, durch die sie erschaffen wurden, sondern auch die Gedanken erahnen, die in ihre Herstellung einflossen.

Durch seine Forschungen hat Peter Johnsson entdeckt, dass alle Klingen, die er direkt untersucht hat, interessante Ähnlichkeiten in der Korrelation der Proportionen aufweisen. Das Arbeiten mit diesen Proportionsregeln, nicht nur das Vermessen einzelner Originale, ermöglicht es Albion, ein neues Schwert zu schaffen, das einem historischen Schwert desselben Typs wahrhaftig wie ein Bruder ähnelt.

Es ist bekannt, dass die Konstruktion im Mittelalter als schöne Kunst galt. Mächtige Burgen und erhabene Kathedralen quer durch Europa zeugen von der ausgeklügelten Anwendung harmonischer Proportionen. Nicht nur Ingenieure, sondern auch Handwerksmeister waren sich bewusst, wie die Schönheit der Form entscheidend für die Funktion ist. Dieselben Regeln für Proportionen, die man in der Architektur sehen kann, wurden auch beim Bau von Musikinstrumenten und seetüchtigen Schiffen angewandt. Die aufstrebende Kunst der Typographie im späten 15. Jahrhundert ist ein weiteres Beispiel dafür, in welch breitem Maß die Ideen von harmonischen Proportionen angewandt wurden. Wie man diese goldenen Regeln der Harmonie am besten umsetzt, mag oftmals der Kern des geheimen Wissens der Meister gewesen sein. Wir können das Ergebnis ihrer Einsichten und Fähigkeiten in den erhaltenen Arbeiten der Kunst und Architektur sehen. Doch interessanterweise scheint es so zu sein, dass die besten Schwert- und Messerschmiede diese Ideen schon ganz früh kannten und ebenfalls mit ihnen arbeiteten.

Peter Johnsson dokumentiert original Schwerter im Schwedischen Militärmuseum

Peter Johnssons Gedanken zu Schwertern
Ein Schwert ist ein Symbol vieler Dinge. Die Komplexität seiner Assoziationen vereinigt sich zu seiner symbolischen Kraft.


Wenn Sie ein gut gemachtes Schwert in der Hand halten, ist es schwierig, sich davon nicht beeinflussen zu lassen. Das Schwert repräsentiert ritterliche Ideale, doch es ist auch die Waffe, mit der Krieger Unschuldige erschlugen. Es ist ein bedeutendes Symbol für den kontinuierlichen Streit um Macht, um Gut und Böse. Es ist ein Zeichen sowohl für Sieg als auch für Niederlage. Das Schwert ist ein Werkzeug, welches einen Mann zum Helden oder zu einem sinnlosen Zerstörer machen kann.
Es braucht Wissen, ein Schwert zu machen, und es braucht Erfahrung zu wissen, wie man es führen muss. Häufig hat es Mächten gedient, die von Vorurteilen und Ignoranz geprägt waren. Für den modernen Menschen mag es ein Sich-zurück-Sehnen in längst vergangene Zeiten darstellen, von denen man glaubt, sie wären einfacher zu verstehen und zu greifen gewesen. Doch immer noch gilt, dass ein Schwert, das zunächst einmal nicht dazu angefertigt wurde, eine funktionsfähige Waffe zu sein, ein bloßer metallener Gegenstand ist – ohne jegliche Symbolkraft.




Ein Schwert darf in seiner praktischen Anwendung nicht versagen. Ein schlecht gemachtes Schwert ist eine sehr enttäuschende Sache, da schlampige, gedankenlose und nachlässige Handwerkskunst der eigentlichen Quelle seiner immanenten Kraft nicht gerecht werden. Zweck der Gestalt und der Abmessungen eines Schwertes ist es, demjenigen, der es führt, die Kontrolle über die dünne Linie seiner Schneide zu geben, hinter der es aufhört zu existieren. Die erforderliche Aufmerksamkeit und das Bewusstsein, wie die Gesamtgestalt die Bedingungen für die Details festlegt, und wie die Details zu Ergebnissen in der Leistung des kompletten Schwertes führen, ist eine inspirierende Notwendigkeit in seiner Anfertigung.




Das Schmieden eines Schwertes ist sowohl Freude als auch Herausforderung. Ein Schwert erfordert sorgfältige Überlegungen und Aufmerksamkeit auf Details, um zu seiner vollen Kraft geführt zu werden. Mich als Schmied erfüllt es mit Stolz wie auch Demut, danach zu streben, die spröde und elegante Einfachheit sowie das hohe Maß an Handwerkskunst original historischer Schwerter nachzuahmen.





Albion ist was "echte" gebrauchstüchtige Schwerter angeht, so ziemlich das Beste was der Markt an "Serien-Schwertern" zu bieten hat.
Was die Preise angeht, das Preis Leistungsverhältnis ist sehr gut. Zumindest wenn der Käufer ein Interesse daran hat ein Schwert in den historisch korrekten Maßen und der richtigen Gewichtung zu erwerben.
Der Vorteil bei Albion ist, das die Teile auch tatsächlich etwas mit den historischen Vorbildern zu tun haben und nicht irgendwelche Billigprodukte ohne Balance sind.

Kontakt:
Albion Europe ApS
"Republikken"
Vesterbrogade 24, 2
DK-1620 København V
Dänemark
Email
Web-Seite





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Dienstag, 14. Dezember 2010

Nô-Vorführung des Komparu-Ensembles am 27. Januar 2011 in Düsseldorf

Am 27. Januar 2011 bietet sich in Düsseldorf die in Deutschland sehr seltene Möglichkeit eine Aufführung des japanischen Nō (能) Theaters zu besuchen.
Dort gastiert das Ensemble der Komparu-ryû aus Tôkyô, einer der fünf großen Nô-Theater-Schulen, unter Leitung von HONDA Mitsuhiro zum Abschluss seiner Deutschlandtournee mit dem Nô-Stück Funa Benkei („Benkei auf dem Schiff“) im Central des Düsseldorfer Schauspielhauses.

Düsseldorfer Schauspielhaus
Gustaf-Gründgens-Platz 1
40211 Düsseldorf
Email

Kartentelefon: 0211 / 369911
Kassenzeiten: Mo - Sa 11.00 - 18.30 Uhr
Abendkasse: Eine Stunde vor Vorstellungsbeginn
Karten

d:ticket Hotline: 01805 / 644-332 (0,14€/Min)
Mo-Fr 9.00 bis 20.00 Uhr
Sa 10.00 bis 18.00 Uhr

Nō-Masken

Mit dieser Aufführung wird 2011 in Nordrhein-Westfalen offiziell das Jubiläumsjahr „150 Jahre Deutschland-Japan“ eingeläutet, in dem beide Länder an den Abschluss des preußisch-japanischen Freundschafts- und Handelsvertrags von 1861 erinnern. Neben einem Rückblick auf die vergangenen anderthalb Jahrhunderte deutsch-japanischer Kontakte bieten die zahlreichen Veranstaltungen aus den unterschiedlichsten Themenbereichen die Möglichkeit, das gegenseitige Verständnis zu vertiefen und die bilateralen Beziehungen weiter auszubauen.

Zum in Düsseldorf aufgeführten Stück "Funa Benkei":
Im Mittelpunkt stehen Minamoto no Yoshitsune, eine der bekanntesten Heldenfiguren der japanischen Geschichte, sein tapferer Gefolgsmann Benkei und Yoshitsunes Geliebte Shizuka, deren Darsteller später den Geist des gegnerischen Taira no Tomomori verkörpert.
In Teil 1 erfahren wir, dass Yoritomo aus Misstrauen und Eifersucht auf seinen militärisch erfolgreichen Bruder Yoshitsune Mörder dingt, um diesen zu töten. Yoshitsune flieht mit Shizuka und einigen Getreuen aus der Hauptstadt; auf Drängen Benkeis kehrt Shizuka nach einer ergreifenden Abschiedszene dorthin zurück.
In Teil 2 werden die Helden auf See von einem Geisterheer aus getöteten Taira-Kriegern bedrängt, stellvertretend verkörpert von Taira no Tomomori. Yoshitsune tritt ihm mutig entgegen, doch erst Benkei gelingt es, durch sein Gebet die Schutzgeister zu beschwören und das Totenheer endgültig zu vertreiben.

Die Aufführung erfolgt in japanischer Sprache mit deutschen Übertiteln. Wir hoffen, dass sich viele Theaterfreunde und Japanfans dieses besondere Erlebnis nicht entgehen lassen!



Veranstalter und Fördere:
Veranstalter der Nô-Aufführung ist das Komitee für die Durchführung der Deutschlandtournee des Komparu-Ensemble, Tôkyô, mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus und dem Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin (JDZB) als Mitveranstalter in Zusammenarbeit mit dem Japanischen Generalkonsulat Düsseldorf mit freundlicher Unterstützung der Agency for Cultural Affairs Government of Japan in the fiscal 2010 (Bunkachô) und von All Nippon Airways (ANA). Ihnen und ihrem Engagement gilt unser ausdrücklicher Dank.

Weitere Informationen auf der Seite des Japanischen Generalkonsulat Düsseldorf.

Japanisches Generalkonsulat Düsseldorf
Immermannstr. 45
40210 Düsseldorf
Tel: +49 (0) 211 / 16 48 2 - 0



Uta, danke für den Hinweis!
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Sonntag, 12. Dezember 2010

Samurai Literatur aus fremden Ländern - К.С. Носов. Самураи. Эволюция вооружения.

Bei meinem Besuch der Samurai Ausstellung in Moskau habe ich ein sehr interessantes Buch in russischer Sprache entdeckt:

К.С. Носов; Самураи. Эволюция вооружения.
ISBN: 978-5-98655-016-9
Автор: Носов Константин Сергеевич
Издательство: Атлант, 2007 г.
Жанр: Оружие, Оружие и войны
Страниц: 384 (Мелованная)
Цена 3087 руб (ca. € 79,-)

Bestellen (Achtung, die Seite hat teilweise sehr lange Ladezeiten!)

Bei diesem hervorragenden Werk handelt es sich um die umfangreichste Abhandlung über die Samurai in Russischer Sprache.




Auch wer des Russischen nicht mächtig ist wird an den vielen wunderbaren Abbildungen seine Freude haben.














Im Shop oben genannter Ausstellung habe ich zwei DVDs erstanden, auf denen die Exponate und einige andere interessante Hintergrundinformationen dargeboten werden. Jede DVD kostet RUB 200,- (ca. € 5,-) pro Stück. Ein sehr ansprechender Preis.





Hier einige Impressionen aus den DVDs:








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Donnerstag, 9. Dezember 2010

Ein Jahr Japancutters!

Am 8.12.2009 wurde mit "Zori" der erste Bog-Beitag gepostet. Damit ist "Japancutters" nun ein Jahr alt.
Mit 141 Beiträgen in diesem Jahr, über 30.000 Zugriffen und nun auch 200 Facebokk "Likes" kann ich zufrieden sein.


Allen Lesern, Freunden und auch Kritikern meinen Dank für das rege Interesse an diesem Blog.

Ich hoffe auf viele weitere Jahre mit mehr oder weniger interessanten aber auch kontroversen Beiträgen!

Nitombo


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Montag, 6. Dezember 2010

Ausstellung: "Samurai Art of War - Samurai Fashion" in Moskau

Für diejenigen meiner Leser die auch mal Ausstellungen besuchen die weiter weg sind:

Samurai Art of War - Samurai Fashion

«Art of War -The weapon and an armour of Samurais» — ein einmaliges interaktives Austellungsprojekt, das die Kultur der japanischen Samurai in all seiner Komplexität präsentiert.



Das Ziel dieses Projekts ist es der Welt die komplexe Welt der Samurai, die tapfere Krieger, Poeten und inspirierte Künstler waren, die jederzeit bereit waren ihr Leben höheren Idealen zu opfern.


Es werden sowohl Waffen als auch Rüstungen, wie auch Stücke des täglichen Lebens ausgestellt. Neben meisterhaften Klingen, Kunstwerken der Teezeremmonie und Kalligraphien finden sich viele interessante Kunstwerke.

Die Ausstellung befindet sich im neuen Vetoshny Art Center, einen Steinwurf vom Roten Platz entfernt. Am 15. Dezember öffnet die Sonderausstellung "1001 and One Kimonos".

Adresse:
13-15 Vetoshny Per.
Moskau
Tel: +7 980-8994
Tel: +7 903 682 2196
Auf der Rückseite des Kaufhaus "GUM"
Metro: Pl. Revolutsil
Geöffnet von 11:00 - 23:00 h
Katalog auf zwei DVDs zu je RUB 200,- (in Russischer Sprache)
Museumsshop vorhanden

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Samstag, 4. Dezember 2010

Johakyu (序 破 急) in den Hassetsu / Shichido des Kyudo

Deborah Klens-Bigman hat in ihrem wunderbaren, aber leider vergriffenen Buch "The Way of the Bow - The kyudo path to a disciplined mind" unter anderem auch das von mir bereits vor einiger Zeit veröffentlichte Thema "jo-ha-kyu" (序 破 急) behandelt.


Peter Boylan war einer der ersten, der über dieses Thema im Internet publizierte. Peter betonte in Bezug auf Iaido Kata, dass "nicht nur die ganze Kata von Johakyu durchzogen ist, sondern auch jede Bewegung, jeder Geste der Kata Johakyu beinhaltet".

Eine der klassischen Formen der japanischen (Kampf-)Künste, das Kyudo beinhaltet in jeder Phase des Schusses ebenfalls Johakyu. In den acht Hassetsu oder den sieben Shichido hat jedes der acht bzw. sieben Teile seinen Anteil an Johakyu.
Im Ashibumi, dem setzen der Füße, beginnt der Kyudoka in dem er seitlich zum Ziel steht, das sich links von ihm befindet. Er beginnt den Vorgang, indem er vom Ziel nach unten schaut. Sein Blick folgt einer imaginären Linie von der Zielmitte bis zu dem Punkt an dem er steht. Seine Füße stehen auf dieser Linie.
In diesem Vorgang wird Johakyu in einer Reihe von Ebenen dargestellt: beginnend mit einer minimalen Körperbewegung (dem drehen des Kopfes zum Ziel), über eine mittelstarke Körperbewegung (der Kopf blickt nach unten und der Blick folgt de Linie bis zu den Füßen des Schützen) bis hin zur finalen, größeren Körperbewegung (dem Setzen der Füße). Als Ganzes betrachtet stellt dies die Jo-Phase dar, da es sich um den einleitenden Teil handelt.
Die Ha-Phase beginnt, wenn der Pfeil eingenockt wird und die Arme in der korrekten Haltung den Bogen mit dem Pfeil heben und den Pfeil schließlich in eine Linie mit dem Ziel bringen. Wenn der Schütze den Bogen mit dem eingenockten Pfeil hebt und sich auf das Spannen des Bogens vorbereitet, richtet er seine Aufmerksamkeit wieder vom Pfeil auf das Ziel. Wie man sieht hat auch jeder Teil dieser Sequenz seine eigenen Johakyu-Elemente. Je nachdem wie man diese Form analysiert (und es gibt hier viel Raum für Interpretationen) kann der Beginn des Hikiwake/Hikitori (das Spannen des Bogens) das Ende der Ha-Phase bedeuten, da dies immer noch der mittlere Teil ist, der Vorbereitung für das Lösen des Pfeils. Die Kyu-Phase beinhalte definitiv das Kai, der Moment in dem der Bogen voll ausgezogen ist. Kyu beinhaltet aber auch das Lösen der Sehne selbst, wie auch den folgenden Moment des Zanshin, der Moment des verweilenden Geistes.

Die Kihon (Grundtechniken) werden im Kyudo in einer Art Kihon-no-Kata (Grundform) geübt. Die „All Nippon Kyudo Federation“ (A.N.K.F.) bezeichnet diese Kata als "Hassetsu" (die acht definierten Bewegungsabschnitt in der Gesamtbewegung des japanischen Bogenschießens), während einige Linien der Heki Ryu den älteren Begriff "Shichido" (die sieben Koordinationen / der siebenfache Weg) beibehalten haben. Die Heki Ryu Insai Ha benutzt ebenfalls den Begriff "Hassetsu". In alter Zeit wurden die Shaho als die “Sieben Wege“ oder „Shichido“ und als die “Fünf Geschmäcker der sieben Wege“ oder „Gomi-Shichido“ bezeichnet. Die fünf Geschmäcker sind:
  1. Metsuke - Augenkontakt
  2. Hikikome - Ziehen
  3. Nobiai - Kraftsteigerung
  4. Hanare - Lösen
  5. Mikomi – Durchdringender Blick
Die Shaho-Hassetsu Zen Nippon Kyudo Renmei (A.N.K.F.):
  1. Ashibumi 足踏み (das Setzen der Füße)
  2. Dozukuri 胴造り (das Ausrichten des Körpers)
  3. Yugamae 弓構え (Vorbereitung)
    • Tsurushirabe (Sehnenkontrolle)
    • Torikake 取懸け (Greifen der Sehne)
    • Tenouchi 手の内 (Setzen der linken Hand)
    • Monomi 物見 (Vorspannen und Blick zum Ziel)
  4. Uchiokoshi 打起し (das Heben des Bogens)
  5. Hikiwake 引分け (in den Hassetsu) / Hiki-Tori (in den Shichido) - (Spannen des Bogens)
    • Daisan 大三 (erste Öffnungsbewegung des Hikiwake)
    • Hikiwake 引分け (ziehend teilen)
  6. Kai 会 (voller Auszug)
    • Ho Zuke (Pfeil an der Wange)
    • Muna Tsuru (Sehne liegt an der Brust)
    • Nerai (korrektes Zielen)
    • Yatsuka (der volle Auszug ist erreicht)
    • Nakaoshi (innen mittig mit der Linken drücken)
    • Nobiai 伸合い
    • Tsunomi no Hataraki (die Arbeit der Tsunomi)
    • Yagoro (weiterführende Kraftsteigerung; Drücken und Drehen)
  7. Hanare 離れ (das Auslösen des Schusses)
    • Yugaeri (Drehen des Bogens in der Hand)
  8. Zanshin 残心 (die zurückbleibende Form von Körper und Geist)
    • Yudaoshi (Zurückführen der Arme)
Im Shichido werden die letzten beiden Waza zusammengefasst (Zanshin wird als eine Fortsetzung der Hanare betrachtet) und nicht einzeln gezählt. Im Wesentlichen beziehen sich Hassetsu und Shichido auf den gleichen Satz von Kihon.



Die Hassetsu der Heki Ryu Insai Ha (日置流 印西派)
  1. Ashibumi 足踏み (das Setzen der Füße)
  2. Dozukuri 胴造り (das Ausrichten des Körpers)
  3. Yugamae 弓構え (das Ausrichten des Bogens)
    • Tsurushirabe (Sehnenkontrolle)
    • Torikake 取懸け (Greifen der Sehne)
    • Tenouchi 手の内 (Setzen der linken Hand)
    • Monomi 物見 (Vorspannen und Blick zum Ziel)
  4. Uchiokoshi 打起し (das Heben des Bogens)
  5. Sanbun no Ni 三分の二 (das Öffnen des Bogens)
  6. Tsumeai
    • Ho Zuke (Pfeil an der Wange)
    • Muna Tsuru (Sehne liegt an der Brust)
    • Nerai (korrektes Zielen)
    • Yatsuka (der volle Auszug ist erreicht)
    • Nakaoshi (innen mittig mit der Linken drücken)
    • Nobiai 伸合い
      • Tsunomi no Hataraki (die Arbeit der Tsunomi)
      • Yagoro (weiterführende Kraftsteigerung; Drücken und Drehen)
      • Hanare 離れ (das Auslösen des Schusses)
      • Tai no Warikomi Öffnen der Brust beim Abschuss)
    • Zanshin 残心 (die zurückbleibende Form)
    Die ANKF und die Heki Ryu Insai Ha Hassetsu im Vergleich: Link


    Literaturheinweis:
    The Way of the Bow - The kyudo path to a disciplined mind
    Deborah Klens-Bigman, Raymond A. Sosnowski
    Verlag: Cliff Road Books, Inc., 2008
    Sprache: English
    Hardcover: 144 Seiten
    ISBN – 10: 1602613125
    ISBN – 13: 978-1602613126


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