Samstag, 29. Januar 2011

"Shiraha no Ya ga tatsu" 白羽の矢が立つ

Es gibt eine Redewendung in japanischer Sprache:
" Shiraha no Ya ga tatsu" (Der Pfeil mit den weißen Federn hat getroffen = ausgewählt)

白羽の矢が立つ
しらはのやがたつ
shiraha no ya ga tatsu

Shiraha ist die weiße Feder und Ya der Pfeil. Die vollständige Redewendung lautet: "shiraha-no-ya ga tatsu" oder "shiraha-no-ya wo tateru"
Man benutzt diese Redewendung, wenn jemand für eine besondere Stelle (Aufgabe) ausgewählt wurde.

Es gibt in Japan viele Legenden über Götter, die Menschenopfer fordern. Eine dieser Legenden erzählt von einem Gott, der einen weiß befiederten Pfeil auf das Dach des Hauses schießt, in dem das Mädchen lebt, das er als Opfer begehrt. So hatte die Redewendung "shiraha-no-ya" ursprünglich eine tragische Bedeutung in dem Sinne, dass man aus einer großen Zahl von Menschen als Opfer ausgewählt wurde.
Heute wird die Redewendung in Japan eher in dem Sinn verwendet, dass ein glücklicher Mensch für eine verantwortungsvolle Aufgabe unter vielen anderen Bewerbern ausgewählt wurde.


Da jedoch der ursprüngliche Sinn unterbewusst weiterhin mitschwingt, wird in diesem Fall der Person nicht direkt gratuliert. Eine solche Gratulation würde von denen aus deren Mitte die Person erwählt wurde nur für gemischte Gefühle und einen Hauch von Neid sorgen.


Aus diesem Grund habe ich für die Befiederung meiner Federn für das Projekt "Kriegsschiessen" auch weiße Federn gewählt. Dazu demnächst mehr Bilder und Infos. Leider ist die historische Pfeilspitze aus der Edo-Zeit auf dem Postweg verschollen. Diese sollte als Vorlage für den Schmied dienen. Immerhin müssen wir knapp 90 Pfeile mit Spitzen ausstatten.

Danke Kieko, der Hinweis war sehr interessant!


.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen