Mittwoch, 2. März 2011

Kriegspfeile / Kyudopfeile befiedern

Im Rahmen unseres Projektes "Kriegsschiessen" haben wir sehr viele Bambuspfeile hergerichtet und befiedert. Im Kyudo sind die Pfeile üblicherweise gerade und ohne Drall oder Offset befiedert. Auch stehen die Federn zur Sehne anders als im europäischen Bogenschiessen üblich.


Jedoch sind auch in Japan und Asien andere Arten der Befiederung durchaus üblich und verbreitet gewesen.


Wir erinnern uns, ein Pfeil dreht sich nach dem Abschuss, bedingt durch die Art der Feder (linke oder rechte) um seine eigene Achse und stabilisiert so seinen Flug. Bei einer geraden Befiederung dauert dies deutlich länger als bei einer Drall oder Offset Befiederung. Die Drall-Befiederung stabilisiert den Pfeil sehr viel schneller, kostet jedoch Geschwindigkeit und ist bei Schüssen über etwa 40 m eindeutig ein Nachteil.
Jedoch kann es sinnvoll sein, dass sich ein Pfeil  schnell stabilisiert. Zum Beispiel bei der Jagd, dort wird auf relativ kurze Entfernungen geschossen und der Pfeil soll möglichst schnell sehr stabil fliegen. Aber auch Ablassfehler, also Fehler in der Technik, werden durch eine Drallbefiederung oder durch einen Offset korrigiert. Dies kann beim schnellen Schiessen auf der Jagd, aber auch beim Stress eines Wettkampfes, wie auch beim schnellen Kriegsschiessen von Nutzen sein.
Mit einem Offset erreicht man eine schwächere Rotation des Pfeils als mit einer Drallbefiederung, denn bei letzterer ist die Feder zusätzlich in sich gewunden.
Warum sich ein Pfeil drehen soll hat zwei weitere Gründe. Zum einen hat jeder Pfeilschaft kleine Fehler, die seinen Flug leicht beeinträchtigen. Das gilt besonders bei Bambus- oder Holzpfeilen, aber auch bei "älteren" Alupfeilen. Würde der Pfeil nicht rotieren, würden diese Fehler sich im Laufe des Fluges dahingehend verstärken, dass der Pfeil stark von seiner Flugbahn abweicht. Dreht sich der Pfeil, wird der Fehler bei jeder Umdrehung erneut korrigiert. Des Weiteren hält ein rotierender Pfeil die Spitze immer in eine Richtung, nämlich auf das Ziel gerichtet. Das ist ein wichtiger Faktor wenn man bedenkt, dass ein Pfeil eine Umdrehungsgeschwindigkeit von 1.200 bis 2.500 Umdrehungen pro Minute haben kann.

Wie nun jeder seine Pfeile befiedert soll seine Sache sein und ob er seine technischen Defizite durch diese kleinen Tricks ausgleicht auch. Hier aber die technischen Hintergründe der verschiedenen Befiederungsarten.

Wir unterscheiden grundsätzlich zwischen linken (LW) und rechten (RW) Federn. Im Kyudo Haya (RW) und Otoya (LW).


In den beiden Abbildungen ist sehr schön zu erkennen, wie die Federn zur Sehne stehen. Im japanischen Bogenschiessen steht die "Leitfeder" in einer Achse zur Sehne. Im europäischen (westlichen) Bogenschiessen steht die Leitfeder 90° zur Sehen versetzt.

Was ist nun mit den verschiedenen Begriffen "Drall-Befiederung" und "Offset" gemeint. Hier einige Bilder die verdeutlichen was damit gemeint ist.


Die jeweilige Federart (LW oder RW) bestimmt welche Drallrichtung bzw. Offsetrichtung möglich ist. Somit auch, in welche Richtung sich der Pfeil nach dem Abschuss drehen wird.


Um Pfeile auf diese Art zu befiedern sollte man auch das richtige Werkzeug benutzen. Ich bevorzuge das "Jo-Jan- 6-fach-Befiederungsgerät". Zum einen weil ich so gleich Sätze von 6 Pfeilen gleichzeitig bearbeiten kann, zum anderen weil auch lange Federn für Kyudo-Pfeile damit gut verarbeitet werden können. Aber auch der Offset lässt sich leicht einstellen. Ganz besonders wichtig ist jedoch die Tatsache, dass ich an diesem Gerät die Nockaufnahmen auswechseln kann. Somit kann ich "westliche" Pfeile befiedern und mit einem separaten Satz Nockaufnahmen auch Kyudo-Pfeile. Dazu habe ich einen Satz von sechs Nockaufnahmen umgebaut.

Das Jo-Jan Befiederungsgerät

Nockaufnahme

Die Nockaufnahme besteht aus einer Metallhülse und einem eingesetzten Metallstück. Erhitz man diese Metallhülse mit der Lötlampe, kann man mit einer Spitzzange das Metallstück herausdrehen, nach dem Erkalten wieder in dem gewünschten Winkel einsetzen und mit Sekundenkleber fixieren.

Für den Jo-Jan gibt es gerade Klammern, rechtsgewundene und linksgewundene Klammern. Man benötigt bei der Drallbefiederung je nach Federart die passende Klammer.

Die Klammern: gerade, links und rechts (v.l.n.r.)

Warum soll sich nun ein Pfeil drehen. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen hat jeder Pfeilschaft kleine Fehler, die ihn im Flug leicht beeinträchtigen. Das gilt umso mehr bei Holzpfeilen. Würde ein Pfeil nicht rotieren, würden diese Fehler sich im Laufe des Fluges dahingehend verstärken, dass der Pfeil stark von seiner Flugbahn abweicht. Dreht sich der Pfeil, wird der Fehler bei jeder Umdrehung erneut eliminiert. Zum zweiten hält ein rotierender Pfeil die Spitze immer in eine Richtung. Das ist ein signifikanter Faktor, wenn man bedenkt, dass ein Pfeil immerhin eine Umdrehungsgeschwindigkeit von ca. 1.200 bis 2.500 Umdrehungen pro Minute haben kann.



Hier noch der "Guttenberg" (Quellenangabe):
"Bows, Arrows & Quivers of Ancient Japan", W.M. Hawley
JoJan Sportsequip Company
Pfeilrotation von "Vordereggers Bogensport"
"Die freien Bogenschützen aus dem Ruhrpott"
3Rivers Archery
TRUEFLIGHT FEATHERS Manufacturing Cpmpany "Fletching Guide"


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