Das Ziel ist die Attrappe eines jungen Reh bzw. Hirsch, das in einem Rahmen aufgehängt ist. Dieses Ziel wird "Gras-Hirsch" Kusajishi (草鹿式) genannt. Der für das Ziel Verantwortliche trägt einen Stab mit einem Kopf aus weißem Papierstreifen mit dem er die Treffer anzeigt. Älter Schützen sitzen zur Linken des Ziels und teilen dem Schützen durch Zurufen mit ob der Schuss gut oder schlecht war oder rufen den Schützen zum Ziel um ihm weitere Einzelheiten mitzuteilen. Ein guter Treffer ist einer, bei dem der Pfeil den Schulterbereich des Hirsches trifft und der Pfeil dann in einer geraden Linie zurück springt. Die Distanz die der Pfeil zurück springt wird mit einem Bogen gemessen um so die Qualität des Treffers anzuzeigen.
Diese Zeremonie soll in ihrer Urform weit über 1000 Jahre alt sein. Es wird aber auch berichtet, das im Jahr 1194 Minamoto no Yoritomo, der Gründer des Kamakura-Shogunats, wegen der mangelhaften Fähigkeiten und Leistungen seiner Männer bei der Hirschjagd am Fuße des Fuji-san ein Ziel aus Hirschleder aufstellen ließ. Er befahl seinen Männern auf dieses Ziel zu schießen, damit sie ihre Fertigkeiten verbesserten. Das Ziel wurde aus einem Rehfell gemacht, das mit Gras oder Stroh gefüllt wurde. Dieses Ziel wurde ursprünglich von Bogenschützen zu Pferd als auch zu Fuß beschossen, heutzutage wird diese Schiessübung nur noch zu Fuß von den Mitgliedern der Ogasawara Ryū durchgeführt. Es existiert jedoch auch eine etwas veränderte Form dieses Gras-Hirsch Ziels das von der Heki-Ryu verwendet wurde. Hier ist der Hirsch nicht von der Seite dargestellt, sonder von vorne, so dass der Hirsch den Schützen direkt anschaut.
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| Eine Heki Ryu Kusajishi, in Form eines frontal aufgehängten Hirsches im Gegensatz zur üblichen Ogasawara Ryu "Seitenansicht". |
Der heute verwendete Gras-Hirsch trägt in seiner traditionellen Form 24 weiße Punkte. Die japanischen Beschriftungen auf dem Bild betreffen die Körperteile und nicht die Bedeutung der Punkte.
Die Punkte auf dem Fell haben folgende Bedeutungen:
- Die sieben oberen Punkte repräsentieren die ‘nanayōsei’, Sonne, Mond, Mars, Merkur, Venus, Jupiter und Saturn. Diese "Sterne" geben in Japan (wie auch in vielen anderen Kulturen) den sieben Tagen der Woche ihre Namen.
- Die vier Punkte links repräsentieren die vier Himmelsrichtungen: Norden, Süden, Osten und Westen.
- Die acht Punkte die das mittlere 4-sun (12cm) ‘yachū’ umgeben entsprechen die vier Himmelsrichtungen plus den vier Nebenhimmelsrichtungen; Nordosten, Südosten, Südwesten und Nordwesten.
- Die vier Punkte rechts repräsentieren den vier Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
Das Ritual wird jedes Jahr im Oktober im Yasukuni Schrein, Kudan, Chiyoda-ku, in Tokyo durchgeführt.
Einige schöne Videos zum Kusajishi 草鹿式 Shiki
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