Donnerstag, 31. März 2011

Furikaburi

Andy Watson hat in seinem bemerkenswerten Iaido-Bog Shugyo einen Beitrag über das "Bideford Spring Iaido Seminar" eingestellt. Leider ist der Beitrag - wen wundert es bei einem Engländer - auf Englisch. Ich bin mal schlicht zu faul den Artikel zu übersetzen, zumal er in recht einfachem Englisch gehalten ist, dürfte er von den meisten Lesern verstanden werden.

"Bideford Spring Iaido Seminar - Furikaburi"

Quelle: Andy Watson


Andy beschreibt sehr eindrucksvoll die kleinen Feinheiten einer scheinbar so einfachen Bewegungsabfolge wie Furikaburi. Hier zeigt sich wieder das die Fähigkeit der Beobachtung und die Umsetzung des Gesehenen in die Verbesserung der eigenen Arbeit eine der wichtigsten Fähigkeiten in den Budokünsten ist.

Viel Spaß beim durcharbeiten und umsetzen!



.

Dienstag, 22. März 2011

Rheingoldtaikai des Kyudoverein Neandertal e.V.

Wieder einmal findet am Sonntag, 3. April von 10:00 - 17:00 im Neandertal-Gymnasium in Erkrath (bei Düsseldorf) die Rheingoldtaikai des Kyudoverein Neandertal e.V. statt.

Diese Veranstaltung hat bereits in den letzen Jahren immer stärkeren Zulauf erhalten. Dies sicher auch aus dem Grund, dass diese Taikai sehr fröhlich und locker abläuft und somit einen Kontrapunkt zu den sonst doch eher "steifen" Veranstaltungen dieser Art bildet. Es ist halt die Rheingoldtaikai und da spielt auch ein gehöriger Teil rheinische Fröhlichkeit mit.


Hingehen lohnt auf jeden Fall und wenn man nur als Zuschauer kommt.

Ort:
Sporthalle des Neandertal-Gymnasiums
Heinrichstraße 12 (Zufahrt über Bachstraße)
40699 Erkrath
Anfahrt

Homepage des Kyuduverein Neandertal e.V.




.

Montag, 21. März 2011

Sechsteilige Fernsehserie des Japanischen Ministeriums für Bildung


Das Japanischen Ministeriums für Bildung (文部科学省) hat in einer sehr schönen und anschaulichen sechsteiligen Fernsehserie die einzelnen Schritte zur Herstellung eines Katana nebst Montierung ausgestrahlt.

Film 1: Die Klinge



Film 2: Das Schärfen



Film 3: Die Habaki



Film 4: Die Saya



Film 5: Urushi



Film 6: Tsuka





.

Donnerstag, 10. März 2011

Himmelfahrt Iaido Lehrgang nit René van Amersfoort (4 Tage!!)

Hier die ultimative Chance für alle Iaido Interessierten. 4 Tage Training bei René van Amersfoort. Zum einen zeugt der Flyer schon mal davon, dass endlich jemand verstanden hat wie man einen Lehrgang bewirbt. Mein Respekt, sehr gelungen. Aber zurück zu den Inhalten. René ist meiner Meinung nach einer der ambitioniertesten (kann man des eigentlich steigern?) und fähigsten Lehrer in Europa. Man merkt, dass er aus dem eher kämpferischen und körperbetonten Karate und Kendo kommt, dies aber in eine gelungene Synthese zum Iaido geführt hat. Didaktisch ist er unschlagbar, da gibt es im Moment niemanden der auch nur ansatzweise in diese Richtung arbeitet.

Also, wer Himmelfahrt etwas sinnvolles tun will sollte nach Wolfenbüttel kommen!





.

Mittwoch, 9. März 2011

Messer Macher Messe 2011 und Schwertvorführungen

Wie jedes Jahr wird auch dieses Jahr im "Deutschen Klingenmuseum in Solingen" vom 30. April - 1. Mai 2011 die "Messer Macher Messe" statt finden. Eine gute Gelegenheit sich die wirklich wunderbare Sammlung anzusehen und einen Eindruck davon zu bekommen, dass nicht nur in Japan eine lange Blankwaffen Historie existiert. Die Vorführungen von Herbert Schmidt zeugen von den faszinierenden Möglichkeiten der europäischen Schwertkultur.



Zum Programm gehören dieses Mal:

Schmiedevorführungen durch Fred Schmalz während der Messe

Rennofen live
Achim Wirtz, Matthias Zwissler und Norbert Bahls bauen einen Rennofen und verhütten Eisenerz. Außerdem wird Wootz-Stahl im Tiegel erschmolzen. Die Weiterverarbeitung der gewonnenen Materialien bis zum Endprodukt wird anhand von Ausstellungsstücken gezeigt.

Das Fechten mit dem langen Schwert
Samstag 30. April 13:00 und 15:00 Uhr
Sonntag 1. Mai 12 und 14:30 Uhr
Schwertkampf, rekonstruiert nach Manuskripten des 15. und 16. Jahrhunderts.
Vortrag und Vorführung von Herbert Schmidt, Ars Gladii, Bregenz.

Schnitttest mit europäischen Schwertern
Samstag 30. April 14:00 und 17:00 Uhr
Sonntag 1. Mai 13:00 und 15:00 Uhr
In Japan werden seit Jahrhunderten die Schärfe und Qualität der Schwertklinge mit Schnitttesten an Matten geprüft. Herbert Schmidt demonstriert dies nun auch an europäischen Schwertern. Dabei geht es nicht nur um die Klinge, sondern auch die Technik der Handhabung.

Herbert Schmidt ist wirklich einer der ganz guten auf seinem Gebiet. Ich bin sehr gespannt auf seine Vorführungen.

Schärfen lernen
Samstag 30. April 14:30 und 16:00 Uhr
Zwei Praxisseminare der Firma Herder Windmühlenmesser, Solingen. Kosten 35,– €. Voranmeldung bis 15. April unter Telefon 0212-25836-0.

Seminar Bogenbau
Samstag 30. April 10:00 - 18:00 Uhr
Sonntag 1. Mai 10:00 - 15:00 Uhr
In diesem zweitägigen Seminar bauen Sie einen historischen Holzbogen, drehen die Sehne und fertigen zwei passende Pfeile. Kosten 185,- € inkl. Material.
Voranmeldung bis 24. April unter Telefon 0163.55 38 261 oder per Email.
Vorführungen und Erläuterungen für alle Besucher der Messe von Jürgen Junkmanns.

Geöffnet für Besucher:
Samstag 30. April von 10:00 - 18:00 Uhr
Sonntag 1. Mai von 10:00 - 16:00 Uhr

Eintrittspreis
9,– € pro Tag, ermäßigt 4,– €, Kinder unter 6 Jahren frei.
Der übliche Eintrittspreis gilt für diese beiden Tage nicht.

Anschrift:
Deutsches Klingenmuseum Solingen
Klosterhof 4
42653 Solingen-Gräfrath
Email



.

Sonntag, 6. März 2011

Pinsel und Schwert

In den asiatischen Kampfkünsten, besonders chinesischer und japanischer Prägung, ist die unmittelbare Verbindung zwischen den Fertigkeiten mit dem Pinsel (Kalligraphie) und dem Schwert von großer Bedeutung. In dem bekannten chinesischen Film: "Hero" wird diese Verbindung sehr plastisch dargestellt. Die beiden Protagonisten und Schwertkämpfer "Zerbrochenes Schwert" (Tony Leung) und "Fliegender Schnee" (Maggie Cheung) betreiben im Land Zhao Kalligraphie. Dort gibt es neunzehn verschiedene Schriftzeichen für das Wort "Schwert", und auf Wunsch eines "Namenlosen" entwirft Zerbrochenes Schwert ein zwanzigstes Zeichen.



In seinem Buch "Pinsel und Schwert - Vom Geist der Kampfkünste" beschreibt Dave Lowry sehr sachkundig wie diese beiden Wege / Künste zusammenwirken.
"Weg des Pinsels – Weg des Schwertes: der eine gestaltet sich als ein harmonisches Zusammentreffen von Schreibgerät und Papier, der andere als ein konfliktbeladenes Zusammentreffen von Waffen. Das Ergebnis eines solchen Treffens ist in beiden Fällen unausweichlich und nicht beeinflussbar. Für den Kalligraphen wie den Krieger reduziert sich die Realität zu einer einzelnen und in ihrer Klarheit einzigartigen Begegnung."

Dieser Moment absoluter Klarheit, Ideal aller traditionellen japanischen Künste vom Bogenschießen (Kyûdô) bis zum Blumenarrangieren (Ikebana), steht im Mittelpunkt diese Buches, in dem Dave Lowry die gemeinsamen Grundprinzipien von Kalligraphie und Kampfkunst erkundet.
Mit zweiundvierzig seiner Kalligraphien und ebenso vielen Essays zeigt Dave Lowry auf, wie sich die strategischen Prinzipien des Schwertweges im Weg des Pinsels widerspiegeln.
Jede der Kalligraphien bildet ein Begriff aus den Kampfkünsten ab, zum Beispiel Dô, den Weg, oder Wa, die Harmonie. Der beigegebene Text erläutert die Konstanten und Wandlungen im Bedeutungsgehalt des Begriffs von der Entstehungszeit der Schriftzeichen über die japanische Feudal-Ära bis zur Gegenwart. So wird deutlich, dass Kalligraphie und Kampfkunst – scheinbar so unterschiedliche Gebiete – von einer gemeinsamen geistigen Grundhaltung getragen werden.

Einige Lehrer, so wie z.B. Sasaki Gensô Rōshi legen großen Wert darauf das Training des Schwertes immer mit dem des Pinsels zu kombinieren. Sasaki Gensô Rōshi studierte östliche und westliche Religionsphilosophie in Tokio. 1966 wurde er Schüler des Zen-Meisters Ômori Sôgen und begann seine Übung in Kalligraphie (Hitsuzendô) und Schwertkampf (Hôjô). 1983 bestätigte Ômori Rôshi ihn als Nachfolger. 1984 gründete Sasaki Rôshi das Dôjô 'Ryû-Un-Zendô' in Tokio. Seit 1992 lehrt er am Asahi Culture Center (Tokio). Seit 1990 kommt er regelmäßig für Sesshin nach Europa. Siehe auch: (鹿島神傳) 直心影流 – (Kashima Shinden) Jikishinkage Ryu
Aus der langen, von Meister zu Meister weitergegebenen Rinzai-Tradition heraus hat Sasaki Gensô Rôshi eine eigene Methode entwickelt. Sie umfasst Zazen, Hôjô (Zen-Weg mit dem Schwert), Hitsuzendô (Zen-Weg mit dem Pinsel) und Kôan-Schulung.

Hitsuzendô mit dem "großen" Pinsel
Grundlage der Kalligraphie bildet die chinesische Maltheorie. Die chinesische Malerei hat bereits lange vor unserer Zeitrechnung eine Maltheorie entwickelt, deren Malregeln von Xie-He im 5. Jhd. kanonisiert wurden:
  1. Das Bild muss mit Geist und Atmosphäre erfüllt sein.
  2. Die Pinsel- und Tuscheherstellung soll vollkommen sein. D.h. die intellektuelle Pinselführung und die gefühlsbetonte Tuscheverteilung auf dem Papier sind unverzichtbare Beurteilungskriterien.
  3. Naturdinge sind natürlich darzustellen (weder naturalistisch exakt noch abstrakt, unwesentliches wird weggelassen.
  4. Die Kompositionsregeln beachten. D.h. auf die Drachenadern (unsichtbare Kompositionslinien) achten, das Yin-Yang-Prinzip erhalten, Bildteile richtig eröffnen und schließen usw.
  5. Sparsame Farbgebung und richtige Verteilung im Bild.
  6. Studieren der alten Meister, deren Pinselduktus kopieren, nachvollziehen und verinnerlichen.

Diese sechs Regeln gilt es zu beherrschen. Weiterhin wurden später sechs weitere Merkmale denen ein Bild standhalten musste und sechs qualitative Ansprüche an den Maler aufgestellt.

Die Qualitätsmerkmale für das Bild lauten:
  1. In den wuchtigen Pinselstrichen soll die kraftvolle sichere Pinselführung erkennbar sein.
  2. In der deutlichen Einfachheit wird das Künstlertalent sichtbar.
  3. Trotz der Feinheit und Geschicklichkeit des Malers muss die Kraft zur Ausführung sichtbar sein.
  4. Bei aller Originalität, sogar bis zum Punkt der Exzentrizität muss das Grundgesetzt der Dinge (Natürlichkeit) eingehalten werden.
  5. Trotz Spärlichkeit der Tusche sollen Farbnuancen entstehen.
  6. Auf der Flachheit der Malebene sollen Tiefe und Raum in Erscheinung treten.

Die sechs qualitativen Ansprüche an den Maler sind:
  1. Wenn man sich nicht von allen gewöhnlichen Lebensgewohnheiten befreit, besteht keine Hoffung Kultur oder Bildung zu erhalten.
  2. Wer die Schlichtheit des Geistes aufgegeben hat sollte nicht malen.
  3. Wer den Luxus liebt sollte nicht malen.
  4. Wer dem allgemeinen Geschmack huldigt, sollte nicht malen.
  5. Wer zu niederen, schmutzigen Gedanken fähig ist, sollte nicht malen.
  6. Wer für Geld malt sollte nicht malen.

Die Künstler der alten Zeit, sowohl in China wie auch in Japan malten aus Liebhaberei und Vergnügen, jedoch niemals für Geld. Sie verschenkten ihre Bilder.

Wer für Geld malte betrieb Prostitution!


Die Verbindung zwischen Kalligraphie und Schwertkunst liegt im Bewegungsduktus begründet. Ein Meister kann anhand der "Maltechnik" Rückschlüsse auf die habituellen Defizite in den Schwertbewegungen und Abläufen erkennen. Genauso kann aber durch kalligraphische Übungen auf die jeweiligen Defizite eingewirkt werden und diese können korrigiert werden. Dies gilt natürlich auch in die andere Richtung. Gerade im Hitsuzendô, wo mit dem "großen" Pinsel gearbeitet wird, wird dieser Zusammenhang schnell deutlich. Das Training der Do-Wege ist immer ein ganzheitlicher Ansatz. Bewegung und Verhalten haben etwas mit dem Denken und der Art der Wahrnehmung zu tun. Somit sind die Malregeln, Qulaitätsmerkmale und qualitativen Ansprüche auch in allen Punkten auf den Schwertkampf, die Schwertkunst und den Schwertkämpfer/Schwertkünstler abbildbar.



Der "Guttenberg" (Quellenangabe):
Pinsel und Schwert - Vom Geist der Kampfkünste, Dave Lowry, ISBN-10: 3937745149, ISBN-13: 978-3937745145
Gerstäcker - Kreativ Kurs "Einführung in die asiatische Tuschemalerei"
Ryû-Un-Zendô
Die fernöstliche Tuschmalerei: Eine vollständige theoretische und praktische Einführung in die Techniken der traditionellen chinesischen Malerei, Wang Jia Nan, Cai Xiaoli, Dawn Young, ISBN-10: 3926651539, ISBN-13: 978-3926651532
Chinesische Kalligraphie mit Tusche und Pinsel. Klaus-Dieter Hartig, ISBN-10: 3426668297, ISBN-13: 978-3426668290
The Art of Chinese Calligraphy, Jean Long, ISBN-10: 0486417395, ISBN-13: 978-0486417394
Eri Takase Studios
Eri Takase "Learn Calligraphy"
Frankfurter Allgemeine Zeitung: Im Sog der Macht: Das chinesische Filmepos "Hero"



.

Donnerstag, 3. März 2011

Shuko Jisshu - "Bögen, Pfeile und Köcher des Alten Japan"

Ein sehr interessantes, Werk für all jene, die an schönen Quellen zum japanischen Bogenschiessen interessiert ist, das "Büchlein": Bows, Arrows and Quivers of Ancient Japan



Bows, Arrows and Quivers of Ancient Japan
Autor: W.M. Hawley, mit einem Vorwort von Burton Sherman.
US$ 29,95 zzgl. Versandkosten
"Die in diesem Büchlein enthaltenen Informationen stammen aus den beiden Bänden mit dem Titel "Yumi und Ya" aus dem alten japanischen "Shuko Jisshu", das ungefähr um 1700 als Enzyklopädie der Japanischen Künste veröffentlicht wurde. Diese beiden Bände behandeln die Künste, von denen erwartet wurde, dass ein Samurai mit ihnen vertraut war. Es zeigt sehr detaillierte Illustrationen von Bögen, Pfeilen, Köchern und Pfeilspitzen bestimmter berühmter Krieger, sowie andere damit in Beziehung stehende Utensilien.
Das Shūko-Jyusshu (oder Shūko-Jisshu, 集古十種)" ist das "Bilderbuch" das in der Mitte der Edo-Zeit veröffentlicht wurde."

 Einige Impressionen:







Erhältlich ist das "Büchlein" bei "Valley Martial Arts" in den USA.
Bestelllink




.

Mittwoch, 2. März 2011

Kriegspfeile / Kyudopfeile befiedern

Im Rahmen unseres Projektes "Kriegsschiessen" haben wir sehr viele Bambuspfeile hergerichtet und befiedert. Im Kyudo sind die Pfeile üblicherweise gerade und ohne Drall oder Offset befiedert. Auch stehen die Federn zur Sehne anders als im europäischen Bogenschiessen üblich.


Jedoch sind auch in Japan und Asien andere Arten der Befiederung durchaus üblich und verbreitet gewesen.


Wir erinnern uns, ein Pfeil dreht sich nach dem Abschuss, bedingt durch die Art der Feder (linke oder rechte) um seine eigene Achse und stabilisiert so seinen Flug. Bei einer geraden Befiederung dauert dies deutlich länger als bei einer Drall oder Offset Befiederung. Die Drall-Befiederung stabilisiert den Pfeil sehr viel schneller, kostet jedoch Geschwindigkeit und ist bei Schüssen über etwa 40 m eindeutig ein Nachteil.
Jedoch kann es sinnvoll sein, dass sich ein Pfeil  schnell stabilisiert. Zum Beispiel bei der Jagd, dort wird auf relativ kurze Entfernungen geschossen und der Pfeil soll möglichst schnell sehr stabil fliegen. Aber auch Ablassfehler, also Fehler in der Technik, werden durch eine Drallbefiederung oder durch einen Offset korrigiert. Dies kann beim schnellen Schiessen auf der Jagd, aber auch beim Stress eines Wettkampfes, wie auch beim schnellen Kriegsschiessen von Nutzen sein.
Mit einem Offset erreicht man eine schwächere Rotation des Pfeils als mit einer Drallbefiederung, denn bei letzterer ist die Feder zusätzlich in sich gewunden.
Warum sich ein Pfeil drehen soll hat zwei weitere Gründe. Zum einen hat jeder Pfeilschaft kleine Fehler, die seinen Flug leicht beeinträchtigen. Das gilt besonders bei Bambus- oder Holzpfeilen, aber auch bei "älteren" Alupfeilen. Würde der Pfeil nicht rotieren, würden diese Fehler sich im Laufe des Fluges dahingehend verstärken, dass der Pfeil stark von seiner Flugbahn abweicht. Dreht sich der Pfeil, wird der Fehler bei jeder Umdrehung erneut korrigiert. Des Weiteren hält ein rotierender Pfeil die Spitze immer in eine Richtung, nämlich auf das Ziel gerichtet. Das ist ein wichtiger Faktor wenn man bedenkt, dass ein Pfeil eine Umdrehungsgeschwindigkeit von 1.200 bis 2.500 Umdrehungen pro Minute haben kann.

Wie nun jeder seine Pfeile befiedert soll seine Sache sein und ob er seine technischen Defizite durch diese kleinen Tricks ausgleicht auch. Hier aber die technischen Hintergründe der verschiedenen Befiederungsarten.

Wir unterscheiden grundsätzlich zwischen linken (LW) und rechten (RW) Federn. Im Kyudo Haya (RW) und Otoya (LW).


In den beiden Abbildungen ist sehr schön zu erkennen, wie die Federn zur Sehne stehen. Im japanischen Bogenschiessen steht die "Leitfeder" in einer Achse zur Sehne. Im europäischen (westlichen) Bogenschiessen steht die Leitfeder 90° zur Sehen versetzt.

Was ist nun mit den verschiedenen Begriffen "Drall-Befiederung" und "Offset" gemeint. Hier einige Bilder die verdeutlichen was damit gemeint ist.


Die jeweilige Federart (LW oder RW) bestimmt welche Drallrichtung bzw. Offsetrichtung möglich ist. Somit auch, in welche Richtung sich der Pfeil nach dem Abschuss drehen wird.


Um Pfeile auf diese Art zu befiedern sollte man auch das richtige Werkzeug benutzen. Ich bevorzuge das "Jo-Jan- 6-fach-Befiederungsgerät". Zum einen weil ich so gleich Sätze von 6 Pfeilen gleichzeitig bearbeiten kann, zum anderen weil auch lange Federn für Kyudo-Pfeile damit gut verarbeitet werden können. Aber auch der Offset lässt sich leicht einstellen. Ganz besonders wichtig ist jedoch die Tatsache, dass ich an diesem Gerät die Nockaufnahmen auswechseln kann. Somit kann ich "westliche" Pfeile befiedern und mit einem separaten Satz Nockaufnahmen auch Kyudo-Pfeile. Dazu habe ich einen Satz von sechs Nockaufnahmen umgebaut.

Das Jo-Jan Befiederungsgerät

Nockaufnahme

Die Nockaufnahme besteht aus einer Metallhülse und einem eingesetzten Metallstück. Erhitz man diese Metallhülse mit der Lötlampe, kann man mit einer Spitzzange das Metallstück herausdrehen, nach dem Erkalten wieder in dem gewünschten Winkel einsetzen und mit Sekundenkleber fixieren.

Für den Jo-Jan gibt es gerade Klammern, rechtsgewundene und linksgewundene Klammern. Man benötigt bei der Drallbefiederung je nach Federart die passende Klammer.

Die Klammern: gerade, links und rechts (v.l.n.r.)

Warum soll sich nun ein Pfeil drehen. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen hat jeder Pfeilschaft kleine Fehler, die ihn im Flug leicht beeinträchtigen. Das gilt umso mehr bei Holzpfeilen. Würde ein Pfeil nicht rotieren, würden diese Fehler sich im Laufe des Fluges dahingehend verstärken, dass der Pfeil stark von seiner Flugbahn abweicht. Dreht sich der Pfeil, wird der Fehler bei jeder Umdrehung erneut eliminiert. Zum zweiten hält ein rotierender Pfeil die Spitze immer in eine Richtung. Das ist ein signifikanter Faktor, wenn man bedenkt, dass ein Pfeil immerhin eine Umdrehungsgeschwindigkeit von ca. 1.200 bis 2.500 Umdrehungen pro Minute haben kann.



Hier noch der "Guttenberg" (Quellenangabe):
"Bows, Arrows & Quivers of Ancient Japan", W.M. Hawley
JoJan Sportsequip Company
Pfeilrotation von "Vordereggers Bogensport"
"Die freien Bogenschützen aus dem Ruhrpott"
3Rivers Archery
TRUEFLIGHT FEATHERS Manufacturing Cpmpany "Fletching Guide"


.