Sonntag, 31. Juli 2011

Shinpo 真歩 (KEN - KYU - ZEN - SHO)

Jikishinkage Ryu 直心影流

Jikishinkage Ryu unterscheidet sich besonders in der Fußarbeit und der Atemtechnik von anderen Schwertschulen.
Die Fußarbeit Unpō (運法) basiert, im Gegensatz zum Suriashi des modernen Kendo, darauf, dass beide Füße immer fest auf dem Boden stehen. Der Kiai (気合) besteht nicht nur aus einem Schrei, wie in den meisten anderen Schulen, sondern auch aus der richtigen Art ein und auszuatmen, sowie der korrekten Geisteshaltung. Dies drückt sich besonders in dem synchronen tiefen Aum (唵) genannten Atmen aus, das gemeinsam mit dem Partner vollführt wird.

Die Hōjō no kata (法定之形) ist die erste klassische Kata-Reihe des Jikishinkage Ryu, bestehend aus vier Kata und bildet die Basis für alle weiteren Kata und Techniken. Die Hojo no Kata wird üblicherweise mit einem Bokken ausgeführt, hoch graduierte benutzen auch Shinken (真剣). Diese vier Kata lehren die rechte Schnitttechnik, Kiai (Geist), Maai (Abstand und Timing), sowie andere Bestandteile des Kampfes. In der Reihenfolge ihrer Ausführung sind diese Kata nach den vier Jahreszeiten benannt: Haru (春, Frühling, Natsu (夏) Sommer, Aki (秋) Herbst und Fuyu (冬) Winter. Vor jeder Jahreszeit wird Kamihanen und danach Shimohanen ausgeführt.

Jede Kata hat zwei verschiedene Akteure: Uchidachi (打太刀), der Angreifer und Shidachi (受太刀), der Empfangene oder Angegriffene. Einige Teile der Kata sind für beide Partner gleich, wie in Kamihanen (上半円) oberer Halbkreis und Shimohanen (下半円) unterer Halbkreis (auch Johanen und Gehanen genannt). Es handelt sich dabei um recht unkonventionelle und für diese Schule charakteristische Waza (技). Vereinfacht dargestellt zieht der Kämpfer mit beiden Händen einen Halbkreis (nach oben oder nach unten). Die rechte (Hand) hält dabei das Schwert/den Bokken und die linke ist leer. Er beendet die Bewegung mit ausgestreckten Armen, das Schwert zeigt nach oben, und der Zeigefinger der leeren Hand zeigt nach unten. Diese Bewegungen können als Begrüßung verstanden werden und werden gewöhnlich zu Beginn und am Ende einer Kata oder eines Suburi (素振り) ausgeführt. Sie repräsentieren alle Dinge im Himmel sowie auf Erden und der Ausführende bildet das Zentrum von allem.

Die wichtigen Eigenschaften der Lehre des Jikishinkage Ryu sind nicht die Schnitt- oder Stichtechniken, sondern in wie weit das Training Einfluss auf die relevanten Tätigkeiten des täglichen Lebens nimmt.
Der im Namen der Schule enthaltene Begriff Kage 影 (Schatten) bezieht sich auf eine der fundamentalen Grundlagen dieser Schule und der gelehrten Techniken. In den Hōjō no Kata hat Uchidachi (der Lehrer) immer die Sonne im Rücken und Shidachi (der Schüler) bewegt sich in seinem Schatten. Uchidachi verkörpert somit das Licht und Shidachi den Schatten. In allen vier Kata siegt Shidachi in der Auseinandersetzung. Dies korrespondiert mit der Philosophie der Schule in der man zum Schatten werden muss.
Ein Schatten entsteht wenn Licht durch einen Gegenstand blockiert wird und kann sich daher nicht von selbst bewegen. Um sich mit dem Schatten zu identifizieren muss Shidachi dem Tod ins Auge blicken, da Uchidachi alle Angriffe und Bewegungen zuerst beginnt. Darauf vorbereitet kann Shidachi den Zustand des "absoluten Selbst" erlangen.

Bevor jedoch dem Schüler die Hōjō no Kata gelehrt werden, übt er für gewöhnlich ca. drei Jahre das Shinpo 真歩, wörtlich übersetzt das "wahre Gehen". Besonders zu beachten ist hier die Atemtechnik, denn es wird ausdrücklich nur durch den Mund laut ein und ausgeatmet.

Hōjō no Kata

Shinpo 真歩
Während der ganzen Übung wird immer in den Unterbauch (Tandem) geatmet und nicht in die Brust. Es wird immer durch den Mund geatmet. Zu Anfang stehen die Füße dicht zusammen, parallel auf einer Linie. Die Knie sind leicht eingeknickt und die Hände bilden vor dem Unterbauch ein Dreieck. Aus dieser Stellung wird mit dem linken Fuß begonnen vorwärts zu gehen. Während der Fuß vorgeschoben wird, wird durch die Zähne und den leicht geöffneten Mund eingeatmet. Danach wird der rechte Fuß vorgeschoben. Dabei wird laut durch die leicht geöffneten Lippen ausgeatmet. Bevor der Fuß aufgesetzt wird, wird schnell und laut, durch den Mund und durch die aufeinander gepressten Zähne in den Unterbauch eingeatmet. Mit dem Aufsetzten des Fußes ist das Einatmen abgeschlossen. Nun wird wieder der linke Fuß vorgeschoben und es wird laut und aus dem Unterbauch durch die leicht geöffneten Lippen ausgeatmet. Bevor der Fuß aufgesetzt wird, wird wieder schnell und laut, durch den Mund und die aufeinander gepressten Zähne eingeatmet. Mit dem Aufsetzten des Fußes ist das Einatmen abgeschlossen. Dieses "Gehen" nach vorne wird mindestens sechs bis acht Schritte durchgeführt (mehr schadet auch nicht). Der letzte Schritt ist das vorsetzen des linke Fußes auf die gleiche Höhe des rechten Fußes. Die Füße stehen wieder nebeneinander. Dann wird auf die gleiche Art nach rückwärts gegangen. Hier beginnt der rechte Fuß und es wird wieder laut eingeatmet. Der linke Fuß folgt nach hinten und es wird wieder hörbar ausgeatmet, bevor der Fuß den Boden berührt wird schnell eingeatmet. Beim letzten Schritt werden die Füße am Ende wieder nebeneinander gestellt.

Shinpo 真歩 - "Wahres Gehen"

Beim vorwärts Gehen beginnt der linke Fuß, beim rückwärts Gehen beginnt der rechte Fuß. Es ist besonders darauf zu achten, dass die Hüfte nicht „springt“. Das heißt, dass die Hüfte beim "Gehen" immer die gleiche Höhe halten muss. Auch ist es wichtig, dass sowohl beim vorwärts als auch beim rückwärts Gehen die Schritte immer gleich lang sind. Die Füße bewegen sich wie beim Iaido immer auf einer parallelen Linie und werden nicht schräg gestellt. Es wird immer in den Unterbauch geatmet. Dabei wird der Unterbauch beim Einatmen durch das, von den Händen, gebildete Dreieck nach außen gepresst und beim Ausatmen nach innen gezogen. Der Blick ist ein Rundumblick ohne auf ein Ziel fokussiert zu sein.

Nachdem diese Übung allein geübt wurde, sollte sie unbedingt mit einem Partner durchgeführt werden. Es ist dabei zu klären, wer Licht und wer Schatten ist. Der Ältere und erfahrene Schüler ist immer das Licht und gibt das Tempo und den Rhythmus vor. Beide Partner stehen in einem moderaten Abstand mit dem Gesicht zueinander. Die Füße sind geschlossen nebeneinander, die Knie sind leicht eingeknickt und die Hände bilden ein Dreieck vor dem Unterbauch. Licht beginnt, indem er mit dem rechten Bein nach hinten geht und dabei einatmet. Schatten folgt mit dem linken Bein und atmet ebenfalls ein. Dann geht Licht mit dem linken Bein unter lautem ausatmen nach hinten und Schatten folgt mit dem rechten Bein ebenfalls ausatmend. Dies wird wie beim Einzeltraining wiederholt.

Shinpo sollte täglich mindestens 30 Minuten oder länger geübt werden. Wenn man alleine übt kann ein großer Spiegel hilfreich sein.

Der nächste Schritt der Shinpo-Übung ist das Partnertraining mit Bokken. Die beiden Partner stehen voreinander, die Füße geschlossen und die Knien leicht eingeknickt. Das Bokken waagerecht in der linken Hand an der linken Hüfte haltend, Schneide nach oben. Beide Partner verbeugen sich synchron, behalten einander dabei aber im Auge. Beide ziehen synchron das Bokken, indem der Griff hoch gezogen wird, die Linke bleibt an ihrem Platz an der Hüfte. Wenn die Spitze aus der linken Hand gleitet, folgt die linke Hand der Spitze nach oben, die rechte Hand gleitet nach unten in Höhe des Solarplexus. Die linke Hand ist dabei auf dem Rücken der Schneide, direkt an der Schwertspitze und der linke Arm ist nach oben ausgestreckt. Das Bokken wird so senkrecht vor der Brust gehalten. Nun gleitet die linke Hand am Rücken der Schneide in Richtung Griff und umfasst den Griff am unteren Ende so, dass der kleine Finger das Griffende (Kashira) zur Hälfte umfasst. Das Bokken wird Gedan gehalten, so dass die Spitze auf die Kehle des Partners zeigt. Die Füße sind noch immer zusammen. Beide Bokken kreuzen sich in Höhe der Monouch.
Dieser Abstand mit gekreuzter Monouchi wird während der gesamten Übung beibehalten.
Nun wird das Shinpo mit gezogenem Bokken durchgeführt. Hier ist besonders auf den Abstand zu achten!

Der letzte Schritt der Shinpo-Übung ist das Partner-Suburi mit Bokken. Wie zuvor beschrieben stehen sich die beiden Partner mit geschlossenen Füßen gegenüber, die Bokken kreuzen sich im Bereich der Monouchi. Mit dem Vorsetzen des linken Fußes wird eingeatmet. Das Bokken bleibt in der Gedan-Stellung. Beim Vorsetzen des rechten Fußes wird laut ausgeatmet und das Bokken gehoben und dabei so weit nach hinten genommen, dass es fast auf dem Rücken (der Wirbelsäule) aufliegt. Mit dem Aufsetzen des rechten Fußes und dem dabei ausgeführten Einatmen wird der Schnitt nach Gedan vollendet. Der Partner führt synchron die gleichen Bewegungen und Atmungen aus.

Das in der Jikishinkage Ryu verwendete Bokken ist gerade und wird aus japanischer oder amerikanischer Weißeiche gefertigt. Es ist ca. 100 cm lang und etwa 32 x 45 mm dick. Da Weißeiche eine hohe Dichte aufweist, sind diese Bokken deutlich schwerer als die üblicherweise verwendeten Bokken. Solch ein Bokken kann gut und gerne 2 kg und mehr wiegen.

Jikishinkage Ryu Bokken

Eine weitere Besonderheit der Jikishinkage Ryu ist das Ashibumi 足踏み. Der Begriff des Ashibumi wird zumeist nur im Kyudo verwendet und bezeichnet die erste Position (erstes Hassetsu) des japanischen Bogenschießens. Dabei stehen die Füße auf einer gedachten Linie vom Mato (Ziel) zum Schützen, eine Auszugslänge weit auseinander. Die beiden Füßen bilden einen Winkel von etwa 60 - 90 Grad. Der Abstand zwischen den beiden großen Zehen ist individuell verschieden und entspricht für gewöhnlich dem Abstand zwischen dem Adamsapfel und der Spitze des Mittelfingers bei horizontal zur Seite gestrecktem Arm. Dieses Maß beschreibt immer die optimale Auszugslänge des Schützen und definiert so die Pfeillänge.


Kyudo Ashibumi

Im Hojo steht der Übende mit geschlossenen Beinen und bewegt zuerst beide Fußspitzen um ca. 30 - 45 Grad nach außen, so dass zwischen den Füßen ein 60 - 90 Grad Winkel entsteht. Die Hacken bleiben dabei zusammen. Nun werden die Hacken jeweils um ca. 30 - 45 Grad nach außen gedreht und die großen Zehen bilden die Drehachse. Nun werden wieder die Fußspitzen nach außen bewegt und die Hacken bleiben auf ihrem Platz. Dies ist dann derselbe Abstand wie der im Ashibumi der Kyudoka und entspricht ebenfalls der zwischen der Spitze des Mittelfingers und dem Adamsapfel gemessenen, Länge. Dieses Ashibumi wird in den Hojo no Kata verwendet.

Hojo Ashibumi

Das Shinpo ist eine sehr gute und fundamentale Grundübung, sowohl für den Bogenweg (Kyudo) als auch für den Schwertweg. Das Shinpo-Training ist eine Übung die zur Ausbildung des Ki und des Tandem-Atems und der Mittelachse des Menschen führt. Atemtechnik und Atemkontrolle werden ebenfalls trainiert.



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Sonntag, 10. Juli 2011

"Kyûjutsu Kyôhan" - Wieder einige Bilder aus einem weiteren alten Kyudo Buch

Die Bilder stammen von Mark Lithgow und wurden von ihm in Facebook in einer der Kyudo-Gruppen veröffentlicht. Shihan Lithgow hat mehr als 25 Jahre in Japan gelebt und trainiert. Er ist hoch graduiert in Shinkage-ryu Kenjutsu und Kyudo und ist Übersetzer für Hatsumi-soke

Das Buch trägt den Titel "Kyûjutsu Kyôhan"

Eine Seite aus dem 1926 veröffentlichten Buch.

Der Titel dieses Kapitels lautet einfach nur "Kake" und zeigt die Unterschiede zwischen "Heki Ryu" (oben) und "Chikurin-Ha (unten).

Die Überschrift der folgenden Seite lautet auch nur Kake und behandelt nicht etwa Kake/Yugake, sondern Torikake, verkürzt zu "kake" (懸). Der Text auf der Seite erläutert wie Torikake angewendet wird.

Einige weitere Seiten befassen sich ausschließlich mit Heki Ryu Shoden (日置流諸伝) und beinhalten einige Illustrationen. Am Ende der Schritt-für-Schritt Illustrationen heißt es weiter: "Vergleich des Ashibumi beider Schulen und Vergleich des Uchiokoshi beider Schulen".














Die Bilder sind Copyright Mark Lithgow. Ich bedanke mich für Marks Erlaubnis diese hier veröffentlichen zu dürfen.


Hier noch die Ausschreibung für Marks aktuelles Seminar im August. Flyer und Anmeldung hier: Link

Shihan Mark Lithgow


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Donnerstag, 7. Juli 2011

"Oshogatsu Iaido Seminar" mit René van Amersfoort in Düsseldorf 2012

Auch 2012 richtet der Hakushinkai Düsseldorf wieder den ersten Iaido Lehrgang des Jahres aus:
"Oshogatsu Iaido Seminar" mit René van Amersfoort in Düsseldorf

Samstag, 7. und Sonntag 8. Januar 2012


Lehrer: René van Amersfoort, 7.Dan Renshi Iaido, 7.Dan Renshi Jodo, 5.Dan Wado-Ryu Karate, 2.Dan Kendo.
Programm: ZNKR-Iaido und ausgesuchte Formen der Koryu (Muso Shinden Ryu)
Zeiten: Samstag, 7. Januar 2012, 10:30 Uhr bis 17:30 Uhr, Abendessen ab 19.30 Uhr
Sonntag, 8. Januar 2012, 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr
Ort: Düsseldorf, die Hallenadresse wird noch bekannt gegeben.
Seminargebühr: € 50 für beide Tage oder für jeweils einen Tag (Samstag oder Sonntag) € 25.-


Dieser Lehrgang findet jährlich statt, Ihr könnt ihn Euch schon mal in Eure Kalender eintragen.
Wer wissen will was er 2010 versäumte und was ihn 2012 erwartet, findet hier einen Bericht zum letzten Lehrgang (in Englisch): Link

Unbedingt vormerken!

Ein Lehrgang mit einem international anerkannten Lehrer ist immer ein besonderes Ereignis. Wenn es dann noch in der größten japanischen Stadt Europas, in Düsseldorf mit seinen über 6000 japanischen Einwohnern und über 30 japanischen Restaurants, vielen japanischen Einkaufsmöglichkeiten und japanischen kulturellen Angeboten statt findet, ist dies doch eine wunderbare Eröffnung des Jahres.


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Dienstag, 5. Juli 2011

KEN - KYU - ZEN - SHO (Filme / Hojo)

Ein Bild sagt mehr als tausend Wort, so sagt man. Ein Film sagt dann vielleicht mehr als zehntausend Worte. In einer alten wohlbekannten BBC Dokumentation von 1977 "The Long Search" hier die Folge "The Land of the Disappearing Buddha-Japan" hat Ronald Eyre eine sehr interessante und tiefgehende Beschreibung der Japanischen Buddhistischen Tradition veröffentlicht.

In dieser Dokumentation (es handelt sich hier um Folge 9 von 13) sind solch längst verstorbene und schon fast legendäre Menschen wie die drei großen Rinzai Ten Meister des 20. Jahrhunderts zu sehen: Mumon Yamada (1900-1988), Omori Sogen (1904-1994) und Kobori Roshi Nanrei Sohaku (1918-1992)

Omori Sogen (1904 - 1994)

Mumon Yamada hat für diesen Film zum ersten und einzigen Mal in der Geschichte des Zen die Genehmigung erteilt, dass ein Kamerateam das Sanzen, die absolut persönliche Begegnung zwischen Meister und Schüler, in der ein Schüler seine Antworten und Interpretationen zu einem Koan mitteilt) aufzeichnet.

In diesem Film der Reihe "The Long Search" wird auch auf die anderen religiösen Praktiken Japans eingegangen, wie dem Buddhismus des Reinen Landes (Amitabha-Buddhismus), Shinto, Soka-Gakkai, Teezeremonie, Kyudo, Kalligraphie etc.


Besonders interessant ist die Sequenz in der Omori Sogen beim Hitsuzendo, der Zen-Kalligraphie mit dem großen Pinsel (dazu mehr in einem eigenen Artikel) und beim Hojo gezeigt wird.





Ein weiterer interessanter Film zeigt zwei Meister des Jikishinkage Ryu bei der Hojo Kata:






Quellen:
Zen Buddhism - The Land of the Disappearing Buddha - Japan (BBC 1977)
Series of 13 programs on 5 DVD's. Around 25 Gb total [DVDs 1 and 2 are single layer, DVDs 3, 4 and 5 are double layer]
# Disk 1 Protestant Spirit USA (Vol. 1), Hinduism: 330 Million Gods (Vol. 2)
# Disk 2 Buddhism: Footprint of the Buddha-India, (Vol. 3) Catholicism: Rome, Leeds and the Desert (Vol. 4)
# Disk 3 Islam: There is no God but God (Vol. 5), Orthodox Christianity: The Rumanian Solution (Vol. 6) Judaism: The Chosen People (Vol. 7)
# Disk 4 Religion In Indonesia: The Way of the Ancestors (Vol. 8), Buddhism: The Buddhism: The Land of the Disappearing Buddha-Japan (Vol. 9), African Religions: Zulu Zion (Vol. 10),
# Disk 5 Taoism: A Question of Balance-China (Vol. 11), Alternative Lifestyles in California: West Meets East (Vol. 12), Reflections on the Long Search (Vol. 13)

(Disks 1,2 and 3)

(Disks 4 and 5 plus avi of episode vol.9 - Zen in Japan)

Rapidshare
Link 1 von 4
Link 2 von 4
Link 3 von 4
Link 4 von 4

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Sonntag, 3. Juli 2011

KEN - KYU - ZEN - SHO (Einleitung)

"Der geheimnisvolle Nimbus der Fechtkunst ist wie eine Weide im Wind"
         Yamaoka Tetsutaro

Dieser Satz ist eine Anspielung auf an Bild aus der Natur. Die Zweige der Weide sind biegsam, ja elastisch und werden so eins mit den Naturkräften des Windes anstelle ihnen zu widerstehen. Das Bild das hier durch die freie Bewegung und das Nachgeben der Weidenzweige im Gleichklang mit dem unsichtbaren Wind heraufbeschworen wird ist äußerst poetisch. Es kann als Metapher für den idealen Geisteszustand betrachtet werden, flexibel, frei von Bindungen, die üblichen Begrenzungen des Selbst überwindend.

In den alten Budoschulen, speziell im Jikishinkage-Ryu ist die Verbindung von Schwertkunst und Kalligraphie und Meditation von großer Bedeutung. In einigen Schulen wird auch das Bogenschiessen zu den relevanten Künsten gezählt. Zumeist in den Schulen die eine starke Verbindung zum Zen haben.

KEN - KYU - ZEN - SHO

KEN das Schwert
KYU der Bogen
ZEN das Sitzen/Meditieren
SHO die Kalligraphie

Dieses Zusammenspiel von Haltung, Bewegung und Umgang mit dem lebendigen Kiai führt zu einer tiefen Erkenntnis und zu großen Fortschritten in der Mentalen und körperlichen Ausbildung. Das A und O ist hier das Zusammenspiel von Haltung, Atmung und Kiai.
Geist Atmung und Körper in Einheilt. Beim Bogenschiessen, dem Umgang mit dem Schwert, dem Führen des Pinsels und dem korrekten ruhigen Sitzen im Zazen liegt der Schlüssel im Tanden (Hara) als Zentrum und Quelle der Energie, des Kiai.

Terayama Tanchu zeigt die Hojo Kata

Im Folgenden werde ich in loser Abfolge einige Artikel über die spezielle Form der Zen-Kalligraphie, dem Hitsuzendo und dem Hojo der Jikishinkage-Ryu veröffentlichen. Diese Artikel werden begleitet von Bildern und Berichten von meinem diesbezüglichen Training und den Bildern und Erfahrungen auf diversen Seminaren, Workshops und Sesshin.

Zur Einführung sei hier auf einige Quellen hingewiesen, die ich jedem empfehle, der wirklich in diese wunderbare Welt eintauchen will. Dies ist etwas völlig anderes und größeres als das was vielerorts unter Iaido und anderen breitensportliche angehauchten Wettkampfkünsten gelehrt wird.



Um einen Eindruck vom Hitsuzendo 筆禅道 und vom Hojo zu bekommen sind diese sechs Filme von und mit dem verstorbenen Terayama Tanchu Sensei vorausgeschickt. Sensei hat eine besondere Art der Gymnastik zum Aufwärmen vor dem Zeichnen und den Kata entwickelt die er auf den ersten Filmen vorführt.

Teil 1:

Teil 2:

Teil 3:

Teil 4:

Teil 5: Hojo

Teil 6: Hojo






Interessante Quellen:


Kyudo und Hojo:

A manual on Zen Kyudo
Kenneth Kushner
Download

The Secret of the Target
Jackson S. Morisawa in association with Chozen-ji School of Kyudo
Routledge, 1984, 1988
ISBN 0-415-00194-3


Shodo / Hitsuzendo:


Zen and the Art of Calligraphy - The essence of sho
Omori Sogen and Terayama Katsujo
Translated by John Stevens
Routledge & Kegan Paul, 1983
ISBN 0-7100-9284-9

Zen Brushwork - Focusing the Mind with Calligraphy and Painting
Tanchu Terayama
Translated by Thomas F. Fudge & John Stevens
Kodansha International, 2003
ISBN 4-7700-2944-6

The Japanese Way of the Artist: Living the Japanese Arts & Ways, Brush Meditation, The Japanese Way of the Flower (Michi: Japanese Arts and Ways)
H.E. Davey
Stone Bridge Press, 2007
ISBN-10: 1933330074
ISBN-13: 978-1933330075

Zen No Sho: The Calligraphy of Fukushima Keido Roshi
Jason M. Wirth (Herausgeber)
Clear Light Publ ,2003
ISBN-10: 9781574160703
ISBN-13: 978-1574160703

KEN ZEN SHO - The Zen Calligraphy and Paintings of Yamaoka Tesshu
Alex Bennett, Sarah Moate
Bunkasha International Corp., 2008
ISBN-10: 4-9901694-8-4





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