Dienstag, 29. November 2011

Kreatives Schwerttraining

Dank "kenshi247.net" habe ich die interessante Webseite (Link) von Uchikomidai und einige sehr interessante YouTube Videos (Kanal von uchikomidai) des Autors gefunden.


Wenn man allein mit Bokken oder Shinai üben will stellt sich immer wieder die Frage nach nützlichem Übungszubehör. Uchikomidai zeigt auf seiner (japanischen) Webseite die Bauanleitung und nützliche Bilder.

Die YouTube Videos sind allesamt sehenswert:

Video 1

Video 2

Video 3

Video 4

Video 5

Video 6

Video 7

Video 8



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Mittwoch, 23. November 2011

"KEN - KYU - ZEN - SHO" - Hirokazu Kosaka (Teil 2)

Der zweite Teil des Artikels über Hirokazu Kosaka ist gleichzeitig eine Fortführung meiner Artikelreihe unter dem Titel: "KEN - KYU - ZEN - SHO".

Kosaka Sensei gibt dem Begriff "Kampfkunst" und "Kampfkünstler" eine neue Perspektive. Gerade seine künstlerische Arbeit mit dem großen Pinsel, die er in sehr großen Kalligraphien und Arbeiten ausdrückt, die entgegen der oft verwendeten sitzenden Technik hier auf hängenden Papier geschaffen werden, macht ihn bemerkenswert.

Da die Kraft und der Antrieb bei den asiatischen (Kampf-)Künsten aus dem Hara kommt, ist eine Arbeit im stehen an einer an der Wand befestigten Fläche anders zu bewerten als eine die auf einer liegenden Fläche geschaffen wird. Es bedarf andere Muskelgruppen und einer anderen Koordination.

Im Jahre 2006 zeigte Hirokazu Kosaka eine Kalligraphie Vorführung als Teil der Eröffnung der Ausstellung "DRAW" des "Angels Gate Cultural Center" in Los Angeles.

Hirokazu Kosakas Sammlung von Kalligraphiepinseln. Jeder dieser Pinsel wird anders benutzt und dient einem anderen Zweck, weshalb die Pinsel auch aus unterschiedlichen Materialien hergestellt wurden.

  1. Aus den feinen Haaren im inneren eines Elefantenohres hergestellter Pinsel. Dies war der erste Pinsel Hirokazus. 
  2. Hühnerfedern vom Kopf eines chinesischen Huhns. Dieser Pinsel wird benutzt, um Blattgold aufzutragen. 
  3. Diese beiden schwarzen Pinsel wurden aus dem ersten Haars von Hirokazus Sohn hergestellt. Die meisten dieser Haare sind im Mutterleib gewachsen. 
  4. Hühnerfedern 
  5. Federn vom Schwanz des japanischen Huhns. Das Hun von dem diese Federn stammen hatte Schwanzfedern, die scheinbar 3 Meter lang waren. 
  6. Wal Barten 




Hier taucht Kosaka Sensei seinen Pinsel in die Tinte. Jeder Pinsel ist 1,5 Meter lang und wurde aus mongolischem Pferdehaar hergestellt. Diese Pinsel werden ausschließlich in Paaren verkauft. Die Haare des einen Pinsels stammen von einem Hengst und die des anderen Pinsels von einer Stute.









Das Werk ist getan!


Als Teil der Eröffnungszeremonie und der Pressekonferenz für das "Angels Gate Cultural Center" in Los Angeles führten Hirokazu Kosaka und Rick Beal vom "Los Angeles Kyudo Kai" eine Reinigungs- und Weihezeremonie durch.



Ein Pfeilständer mit Kyudo Pfeilen (Ya). Die Federn dieser Pfeile sind mit Federn in zwei verschiedenen Formen befiedert.








Mein ganz besonderer Dank gebührt Marshall Astor, der diese wundervollen Fotografien gemacht hat.
Marshalls Homepage: Link
Copyright© der Bilder: Marshall Astor.



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Dienstag, 22. November 2011

Zen-Kyudo - Hirokazu Kosaka - Der Mann mit der Maske

Rick Beal, ein befreundeter Kyudoka aus South Pasadena, Kalifornien, hat mir einige Bilder zur Verfügung gestellt die eine hier in Europa nahezu unbekannte Variante des rituellen Kyudo, gepaart mit buddistisch-shintoistischer Ritualistik und künstlerischer Performance verbindet. Vorgeführt wird diese Art des "Zen-Bogenschiessens" von Hirokazu Kosaka.

Geboren 1948 in Wakayama, Japan, lebt und arbeitet der "multidisziplinäre" Künstler Hirokazu Kosaka heute in Los Angeles, wo er als Visual Arts Director im "Japanese American Cultural and Community Center" tätig ist. Als Student an Chouinard Art Institute, wo er 1970 mit einem Bachelor of Fine Arts in Malerei abschloss, begann Kosaka die Kunst der Performance zu erforschen. Bereits als junger Künstler begann er  auch östliche Traditionen in seine Kunst einzubeziehen. Darunter Zeichnung der jahrhundertealten Tradition des Nô und des Kabuki, sein Wissen über die experimentelle Kunst der japanischen Gutai Gruppe, sowie seine eigenen Erfahrungen mit buddhistischen Gesängen und Zen-Bogenschießen.

Rick Beal

Im Jahr 1973 kehrte Kosaka nach Japan zurück, wo er drei Monate lang an einer Performance arbeitete um dann zur traditionellen 1000-Meilen Zen Pilgerreise, die auch als "Die 88 Tempel" bekannt ist, aufbrach. Nach Abschluss dieser spirituellen Pilgerreise blieb Kosaka in einem buddhistischen Kloster und wurde als buddhistischen Shigon Priester geweiht. Später kehrte er nach Los Angeles zurück, wo er begann übergroße, prozess-orientierte Kunstwerke zu erschaffen, die auf den Grundlagen basieren die er als Priester erlernte.

Heute ist Kosaka für seine großformatigen, performativen Aufführungen bekannt, die oft den öffentlichen Raum als Plattform für Tanz, Performance und bildende Kunst nutzen.

Die folgenden Bilder stammen aus dem Jahr 2008 wo Kosaka sie "Forest of Words" Ausstellung einweihte. "A Forest of Words" war eine Serie von Vorlesungen über den Ursprung und die Herkunft einiger Chinesischer Schriftzeichen. Diese Vorlesungen wurden von Kosaka Sensei und einem weiteren Lehrer aus Kyoto gehalten. Die großformatige Kalligraphie im Hintergrund wurde von Kosaka während dieser Performance erstellt und dann im Hintergrund aufgehängt um so den Rahmen für Rick Beals "Sharei" zu schaffen. Die Kalligraphie wurde am Tag nach der Vorführung von Kosaka wieder übermalt.

Ideogram of “Tree” and “Forest”
created by Hirokazu Kosaka
(Courtesy of Japanese American Cultural and Community Center)

Die Art von Kyudo die unter Kosaka Sensei gelehrt und praktiziert wird kann als eine Form der Kunst betrachtet werden. Sehr oft wird bei dieser Makiwara Sharei ein mit Konfetti gefülltes Papierkissen verwendet das vor dem Makiwara platziert wird dann "explodiert" wenn der Pfeil es durchschlägt.










Einige sehr interessante Filmbeiträge mit Kyudo-Sharei von Hirokazu Kosaka finden sich auf YouTube, wo die Filme auch herunter geladen werden können.



IMA - Indianapolis Museum of Art http://www.imamuseum.org/ Kyudo Zeremonie: Wiedereröffnung der Asiatischen Galerien des IMA Hirokazu Kosaka führt Hatsuya (der erste Pfeil) vorm eine Zen-Kyudo Zeremonie.
Link zum Film





Ein Portrait über Hirokazu Kosaka, von Julian Goldberger. Aus der Serie: "World Festival of Sacred Music" [Arts and Music]
Link zum Film



Warum trägt Hirokazu Kosaka eine Maske? 

Obwohl die Maske heute von Kosaka Sensei wie auch von Rick Beal bei den Sharei Zeremonien getragen wird, wurde sie früher nur bei den "verborgenen" Zeremonien und auch dort nur von einigen wenigen getragen. Der Ursprung des Tragens diese Maske stammt aus dem alten Japan und auch dort nur bei sehr wichtigen und esoterischen Zeremonien. Heutzutage haben einige wenige, wie Kosaka Sensei, sich dazu entschlossen diese Zeremonien der Öffentlichkeit zugänglich zumachen. Dies basiert auf der Aussage, dass es keine esoterische oder exoterische Lehre gibt, sondern nur eine Lehre die frei zugänglich für alle ist. Das Tragend er Maske basiert auf alte schamanistische Opferrituale aus denen sich dann später der Shintoismus entwickelte. Dies ist auch die Grundlage des "Kyu-Do" oder "Yumi no Michi". "Yumi no Michi" bezieht sich auf Reinigungsrituale mit Pfeil und Bogen, wie sie heute unter anderem noch bei der Geburt eines Kindes, dem Hausbau oder der Einweihung eines Dojo etc.  durchgeführt werden.

Der Zweck der Maske war es, nicht auf die Opfergaben zu atmen, da menschliche Ausscheidungen jede Art, einschließlich des Atems, als verunreinigend betrachtet wurden.
Der Gebrauch der Maske wurde später durch zwei weitere Strömungen bewahrt und weiter geführt:
Kukai / Kobo Daishi, der Gründer der buddhistische Shingon Schule verwendete die Maske für esoterische Opferrituale. Noch heute, wenn die Mönche den steinernen Kukai "füttern" tragen sie manchmal solche Masken.
Die andere Strömung die solche Masken bei esoterischen Opferungen trägt, ist die Ogasawara Familie, vor allem bei ihren Teezeremonien für die Kami oder den Kaiser.

Quellen: 
zen archery  
Nanka Kyudo Kai
Kiko(u)
Zen Man Walking









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Sonntag, 13. November 2011

Budo Delegation 2011 in Düsseldorf

Am Sonntag, den 10.11.2011 fand die "Budo Delegation 2011" in Düsseldorf im CASTELLO statt. Die Veranstaltung fand sehr großen Anklang, weshalb die Halle sehr gut gefüllt war. Es wurden verschiedene Budokünste vorgeführt. Für diese Vorführungen reisten sehr viele hoch graduierte Budokünstler und Meister aus Japan an.


Im Vorfeld fanden einige Seminare und Lehrgänge statt, z.B. ein "Budo Seminar" in der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf" und am Samstag ein Kyudoseminar mit den fünf Sensei aus Japan, organisiert vom Kyudoverein Neandertal. Das Seminar war sehr interessant, da nicht oft Gelegenheit besteht von fünf so hoch graduierten ANKF Meistern unterrichtet zu werden. Wenn ich zu einem Seminar mit solchen Lehrern gehe, mus ich wissen auf was ich mich einlasse. Da wird halt das Kyudo dieser Lehrer vermittelt und das unterscheidet sich von dem "meiner" Schule. Wenn ich das nicht will, muss ich zuhause bleiben oder schweigen. Die Teilnehmer haben viele Anregungen, Fragen und hoffentlich auch Erkenntnisse mitgenommen und wenn nicht dies, so doch zumindest ein schönes Furoshiki (風呂敷) das den Teilnehmern von den japanischen Gästen überreicht wurde.

Das Furoshiki das den Teilnehmern als Geschenk übergeben wurde
Was macht man mit einem Furoshiki:

Das Programm der Budodelegation war interessant und vielfältig.

PROGRAMMABLAUF 
  1.  Kyudo 
  2.  Shorinji Kempo 
  3.  Kendo 
  4.  Naginata 
  5.  Demonstrationskampf Kendo gegen Naginata 
  6.  Aikido 
  7.  Yagyu Shinkage Ryu Heiho Kenjutsu
     Pause 
  8.  Sumo 
  9.  Sumo zum Ausprobieren (für Kinder) 
  10.  Jukendo 
  11.  Takenouchi Ryu Jujutsu (Hinoshita toride kaizan) 
  12.  Karatedo 
  13.  Judo 
  14.  Judo zum Ausprobieren (für Kinder)
  15.  Morishige Ryu Hojutsu 



Eröffnet wurde die Veranstaltung durch eine Kyudodemonstration.






Nach dem Kyudo folgte das Shorinji Kemo






Die Kendo Vorführung wurde durch zwei Meister in Gi und Hakama eröffnet die mit Iaito Kendo Kata vorführten. Das war eher langweilig. Aber die Kendovorführung war recht spannend.



Die Naginata-Damen führten einige Kata vor und auch einige Wettkämpfe. Sehr schön!








Besonders interessant wurde es dann aber als die Kendoka und die Naginata-Damen aufeinander trafen. Eine Vorführung die einem nicht oft geboten wird. Und die jungen Damen haben eine sehr gute Leistung erbracht, da sahen die großen, starken Kendoka nicht gut aus.
















Die Yagyu Shinkage Ryu Vorführung ist für jeden "Lone Wulf and Cub" Fan ein absolutes Muss! Zumal auch noch Yagyū Kōichi Toshinobu, der 22. Soke persönlich vorgeführt hat.

















Und dann das unvermeidliche: Sumo









Sumo auch für die anwesenden Kinder- Ein netter Gedanke.





Ich muss gestehen, dass ich mir die Vorführungen nach dem Sumo geschenkt habe. Mich interessieren Judo und Karate nicht und auf Schusswaffen im Zusammenhang mit den Japanischen Kampfkünsten kann ich auch verzichten.
Im Anschluss an die Vorführungen gab es dann Workshops,Schnupperkurse und viel Zeit und Raum für Fragen.




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