Montag, 31. Dezember 2012

明けましておめでとうございます




Homemade Event Calendar des "Tsubaki Grand Shrine of America"  www.Tsubakishrine.org   

Werter Leser dieses Blog, ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein frohes お正月 o-shōgatsu und ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2013, das Jahr der (Wasser-) Schlange!


 明けましておめでとうございます 


Was man auch immer von Astrologie halten mag, hier einige Infos zum Jahr der Schlange:

Am 10. Februar 2013 beginnt das Jahr der (水 Wasser-) 蛇 Schlange und endet am 30. Januar 2014. Danach erwartet und im Jahr 2014 das Jahr des (木 Holz-) 馬 Pferdes.

Die Wasser-Schlange gilt in Asien als herausragend klug, logisch denkend und kreativ. Durch ihre Nähe zur Erde ist sie ein Symbol der Weiblichkeit und eine Verbindung zur weiblichen Gottheit. Sie gilt aber auch als undurchsichtig und listig, als ein Wesen, das nach Außen etwas anderes zeigt, als sich im Inneren verbirgt. Die Eigenschaften der Wasser-Schlange machen das Jahr 2013 zu einem guten Jahr für Geldangelegenheiten. Das gilt allerdings nicht für Glücksspiele und Spekulationen. Nur wer eine gut durchdachte Idee hat, entschlossen seinen Weg geht und sich unterwegs nicht verzettelt, nutzt die Einflüsse des Jahres richtig. Dann aber auch mit guten Chancen auf Erfolg.

Die undurchsichtige Art der Wasser-Schlange führt dazu, dass auch 2013 Konfrontationen und Disharmonien nicht ausgeschlossen werden können. Es ist ratsam, sich jetzt weniger auf sein Bauchgefühl zu verlassen, sondern analytisch und mit Verstand vorzugehen, um die Konflikte zu lösen. Es kann auch sein, dass die Konsequenzen aus Fehlern, die 2012, im Jahr des Drachen begangen wurden nun gezogen werden müssen. Auch hier gilt, dass ein kühler Kopf und klare Entscheidungen weiter führen, als überstürztes, intuitives Handeln.

Die Wasser-Schlange gilt in Asien als das weiseste der Tiere und ist ein guter Ratgeber im Umgang mit Konflikten.



Alle Bilder Copyright: "Tsubaki Grand Shrine of America"  www.Tsubakishrine.org  
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Sonntag, 23. Dezember 2012

Was ist Japanisches Bogenschiessen?

In seinem Buch "Shots in the Dark: Japan, Zen, and the West" beschreibt der Autor Shoji Yamada auf wenigen Seiten die Geschichte des Kyudo. Da ich immer wieder Gespräche und Diskussionen verfolgen darf in denen über die "ungebrochene historische Linie" der einen oder anderen Schule (Ryu-ha) diskutiert und gestritten wird möchte ich den Lesern meines Blog diesen Text in deutscher Übersetzung vorlegen (Seiten 57 - 61).
Bögen wurden schon in der Frühzeit als Jagdwaffen benutzt. Holzbögen und unzählige Pfeilspitzen aus Stein wurden in Fundstätten aus der Jōmon-Periode (von 10.000 v. Chr. bis etwa 300 v. Chr.) entdeckt, wie z.B. in San'nai Maruyama in der Präfektur Aomori.

Der japanische Bogen hat zwei hervorstechende Merkmale: Es ist ein Langbogen mit einer Länge von über zwei Metern und um damit zu schießen greift der Schütze den Bogen unterhalb der Mitte des Bogenstabes. Der Griffpunkt unterhalb der Bogenmitte ist einzigartig und wird sonst nirgendwo auf der Welt verwendet.


Auf einem als nationales Kulturgut eingestuften glockenförmigen Bronzeobjekt das auf die Yayoi-Periode (von etwa 300 v. Chr. bis etwa 300 n. Chr.) datiert wird und in der Kagawa Präfektur ausgegraben wurde, ist eine Jagdszene dargestellt in der ein Jäger auf einen Hirsch zielt. Der Jäger greift den Bogen unterhalb der Mitte des Bogenstabes. Des weiteren wird in der bekannten chinesischen Weishu Chronik (Geschichte der Wei-Dynastie, geschrieben vor 287 n. Chr.) erwähnt das "Japanische Soldaten einen hölzernen Bogen benutzen der unten kurz und oben lang ist." Daraus können wir ableiten, dass die Japaner seit der Yayoi-Periode Bögen benutzt haben die unterhalb der Mitte gegriffen wurden.


Historiker glauben das Pfeil und Bogen in der Yayoi-Periode an auch als Waffen benutzt wurden. Diese Feststellung basiert auf der Tatsache, das die in Yayoi Fundstätten entdeckten Pfeilspitzen deutlich größer waren als die in den Fundstätten aus der vorhergegangenen Jōmon-Periode entdeckten Pfeilspitzen und dort auch Skelette mit nachweislichen durch Pfeilspitzen verursachten Verletzungen entdeckt wurden. Im Laufe der Zeit wurden berühmte Bogenschützen auch in der Literatur verehrt, so wie Minamoto no Yorimasa (1106-1180) der ein mythisches Wesen namens Nue getötet haben soll und Minamoto no Tametomo (1139-1170) der einen überaus starken Bogen benutzt haben soll. Während des Genpei-Krieges (1180 - 1185) wurden Pfeil und Bogen vollständig in die Kriegsführung integriert.


Die organisierten Bogenschulen die bis in die heutige Zeit überlebten haben ihre Wurzeln in der Zeit des Onin-Krieges (1467 - 1477). In dieser Zeit lebte ein legendärer Bogenschütze namens Heki Danjo Masatsugu der seine Fertigkeiten in den Schlachten um Kyoto verfeinerte und danach angeblich durch die Provinzen zog und Bogenschiessen unterrichtete. Es gibt aber auch die Theorie das Heki Danjo eine fiktive Figur war. Die Gelehrten sind sich bis heute nicht einig ob solch eine Person wirklich jemals existierte.


Wie auch immer, Heki Danjo Masatsugu unterrichtete seine außerordentliche Bogenschiesstechnik vermutlich Yoshida Shigekata (1463-1543) und Yoshida Shigemasa (1485-1569), die Vater und Sohn waren. Seit der Zeit dieser Yoshidas kann die Tradition dieser Abstammungsline des Bogenschiessens historisch belegt werden. Die Schule die sie überlieferten ist bekannt als Heki Ryu (Heki Schule). Irgendwann spaltete sich die Schule in verschiedene Zweige (Ha) wie die Insai-Ha, die Sekka-Ha, die Dosetsu-Ha, die Sakon'emon-Ha, die Okura-Ha etc. Auch heute noch existieren in verschiedenen Teilen Japans einige dieser Schulen. Darüber hinaus gründete ein Shingon Buddhist namens Chikurin'bo Josei, der einen Tempel leitete der von der Yoshida Familie protegiert wurde und außerdem ein sehr geschickter Bogenschütze war, eine Schule die als Heki Ryu Chikurin Ha bekannt wurde. Obwohl der Name dieser Schule mit der Bezeichnung "Heki Ryu" beginnt, ist der allgemeine Konsens das sie keine direkte Verbindung zu Heki Danjo Masatsugu hat.


Neben den verschiedenen Zweigen der Heki Ryu existiert eine weitere berühmte Schule, bekannt als Ogasawara Ryu. Gegründet zu Beginn der Kamakura-Epoche (1192 - 1333) von Ogasawara Nagakiyo unterrichtet diese Schule Reitkunst, Bogenschiessen und Etikette. Sie ist spezialisiert auf die zeremonielle Benutzung von Pfeil und Bogen und auf berittenes Bogenschiessen, dem Yabusame. Die frühen Ogasawara Lehren gingen allerdings während der Murumachi-Epoche (1333 - 1573) verloren. In dieser Zeit teilte sich die Ogasawara Familie in unterschiedliche Linien so dass zu Beginn der Edo-Ära (1603 - 1867) mindestens fünf Clans, darunter regionale Herrscher (Daimio) den Nachnamen Ogasawara trugen. Tokugawa Yoshimune (1684 - 1751), der achte Tokugawa-Shogun sammelte Kyujutsu-Texte aus ganz Japan und befahl Ogasawara Heibei Tsuneharu (1666 - 1747), einem seiner Gefolgsleute und Berater (Hatamoto), diese Texte zu studieren und daraus die verlorenen Ogasawara Lehren des berittenen Bogenschiessens und Zeremonien der Vorgängerzeit wieder zu beleben. Auf diese Weise wurde Ogasawara Heibei Tsuneharu der Gründer der Ogasawara Ryu die heute in Tokyo existiert.
Rein technisch kann japanisches Bogenschiessen in zwei Kategorien unterteilt werden: Zeremonielles Bogenschiessen (Reisha) und militärisches Bogenschiessen (Busha). Zeremonielles Bogenschiessen beschäftigt sich mit den Ritualen und den wunderwirkenden Aspekten des Kyujutsu und man kann mit Fug und Recht behaupten das dies die Domäne der Ogasawara Ryu ist. Militärisches Bogenschiessen kann weiter in drei Kategorien unterteilt werden: Bogenschiessen zu Fuß (Hosha), berittenes Bogenschiessen (Kisha) und Tempelschiessen (Dosha).


Bogenschiessen zu Fuß bezieht sich auf die Art des Bogenschiessens die von Fußsoldaten auf dem Schlachtfeld angewandt wurde. Beim Bogenschiessen zu Fuß muss der Schütze sein Ziel exakt treffen und dabei so viel Kraft aufwenden um damit eine traditionelle japanische Rüstung auf eine Entfernung von etwa dreißig Metern, der optimalen Entfernung um den Gegner zu töten, zu durchbohren. Dies auch in der Hitze der Schlacht wenn das Überleben davon Abhängt. Das Training des Bogenschiessen zu Fuß zielt darauf ab eine extrem genaue, subtile Technik zu entwickeln und eine todesverachtende spirituelle Tapferkeit zu entwickeln. Die Heki Ryu Insai Ha ist eine der Schulen die sich auf Bogenschiessen zu Fuß spezialisiert hat.


Berittenes Bogenschiessen befasst sich mit der Technik des Schießens vom Rücken eines Pferdes aus. Berittenes Bogenschiessen beherrschte das Schlachtfeld lediglich von der Heian-Epoche (794–1185) bis einschließlich zur Kamakura-Epoche (1192–1333). Da dies so lange zurück liegt ist es unmöglich zu sagen wie berittenes Bogenschiessen auf dem Schlachtfeld wirklich aussah. Später gab es dann einen Sport namens Inuomono (Hundejagd) bei dem berittene Bogenschützen Hunde in einem kreisförmig abgezäunten Bereich jagten indem sie mit abgestumpften Pfeilen auf diese schossen. Berichte belegen, das dieser Sport bis zum Beginn der Meiji-Ära (1868–1912) ausgeübt wurde, heutzutage aber völlig verschwunden ist. Da auch hier wie beim berittenen Bogenschiessen auf dem Schlachtfeld die Überlieferung unterbrochen ist, ist es nahezu unmöglich wie Inuomono wirklich war.


Wenn man jedoch Texte über Inuomono und die Merkmale des heutigen Yabusame zu Rate zieht, scheint es, dass die Technik des berittenen Bogenschiessens darin bestanden das Pferd geschickt zu lenken so dass der Schütze dicht genug an das Ziel heran kommt um aus einem Abstand zu schießen leichter macht zu treffen. Infolgedessen konzentriert sich berittenes Bogenschiessen darauf wie man ein Pferd reitet während man einen Bogen führt und damit schießt. Obwohl beides Arten des Kyujutsu sind ist es offensichtlich das berittenes Bogenschiessen ein völlig anderes Gefühl vermittelt als das Bogenschiessen zu Fuß.


Schließlich gibt es noch das Tempelschiessen das sich ausschließlich auf einen Wettbewerb bezieht der Toshiya genannt wird. Beim Toshiya konkurrieren die Schützen darin wer die meisten Pfeile (Ya) über die gesamte Entfernung (Tosu) der Außenveranda des Sanjusangendo (Halle der 33 Nischen) des Rengeo-in-hon-do Tempels in Kyoto schießen kann wobei nur der Raum zwischen dem überhängenden Dachvorsprung des Tempels und der Veranda selbst, die eine Länge von 120 Metern Länge und eine Breite von fünf Metern misst, zur Verfügung steht. Für einen heutigen Menschen ist es schwer vorstellbar, aber während der Edo-Ära wurde Toshiya wütend ausgefochten und verschiedene feudale Domänen die ihr Prestige auf den Ausgang setzten, schickten ihre Schützen in den Wettkampf. Es gab verschiedene Arten von Wettkämpfen: Das Oyakazu bei dem die Bogenschützen vierundzwanzig Stunden lang ununterbrochen schossen um am Ende zu sehen wer die meisten Pfeile über die gesamte Länge der Veranda ins Ziel bringen konnte. Das Hyakusha-gake bei dem die Schützen einhundert Pfeile schossen und der Sieger derjenige war welcher die meisten Pfeile erfolgreich über die gesamte Länge der Veranda schießen konnte. Den Rekord beim Oyakazu wurde 1686 von einem Schützen namens Wasa Daihachiro aus der Gegend von Kishu (heute Wakayama Präfektur) aufgestellt der von insgesamt 13.053 geschossenen Pfeilen 8.133 über die gesamte Entfernung der Veranda ins Ziel brachte.


Tempelschiessen setzt meisterhafte Schusstechnik voraus die es dem Schützen erlaubt ohne zu ermüden sehr leichte Pfeile in einer niedrigen Flugbahn abzuschießen. Da die Pfeile keine Rüstung durchschlagen müssen unterscheidet sich die Technik wesentlich von der beim Schiessen zu Fuß oder beim berittenen Bogenschiessen verwendeten. Zudem war Tempelschiessen mehr Sport und Spektakel. Auch intellektuell unterscheidet es sich wesentlich vom Schiessen zu Fuß und dem berittenen Bogenschiessen welche auf der Erfahrung basierten dem Tod auf dem Schlachtfeld ins Auge zu schauen. In einigen Herrschaftsgebieten war Tempelschiessen daher auch mit der Begründung verboten, das es nichts anderes als ein Kriegsspiel sei. Trotzdem beteiligten sich sowohl die Heki Ryu Chikurin Ha und die Heki Ryu Sekka Ha ausgiebig an dieser Art Bogenschiesswettbewerb.


Die Länge der heutigen Kyudo Schiessanlage beträgt achtundzwanzig Meter von der Schusslinie bis zum Ziel. Diese Entfernung basiert auf der für Fußsoldaten optimalen Entfernung auf dem Schlachtfeld wodurch das Bogenschiessen zu Fuß im heutigen Kyudo weiter lebt. Berittenes Bogenschiessen lebt im Yabusame weiter. Tempelschiessen jedoch verschwand als am Ende des Tokugawa Shogunats die Wettbewerbe am Sanjusangendo nicht mehr durchgeführt wurden. Durch den Verlust dieses traditionellen Schiessplatzes müssen sich die Bogenschulen die auf Tempelschiessen spezialisiert waren in einem verwirrten und desolaten Zustand befunden haben.


Awa Kenzo, der Lehrer von Herriegel lernte das Kyujutsu bei zwei Lehrern, bei Kimura Tatsugoro von der Heki Ryu Sekka Ha und bei Honda Toshizane von der Bishu Chikurin Ha.

Rengeo-in-hon-do Tempel in Kyoto



Außenveranda des Sanjusangendo (Halle der 33 Nischen)
des Rengeo-in-hon-do Tempels in Kyoto

Mit der "Wiedergeburt" der Heki Ryu Insai Ha nach dem Zweiten Weltkrieg musste auch diese Schule einige Techniken wieder entdecken. Selbst der verstorbene Inagaki Sensei war gezwungen bei den Satsuma Heki Ryu die Kunst des Kriegsschießens in Rüstung wieder zu erlernen. Noch heute gehen Insai Ha Schützen nach Satsuma um dort die Feinheiten dieser speziellen Kunst zu erlernen.

Wie man sieht, haben die heute so gern als authentische Schulen und Wege beschriebenen Kyudo Ryu-ha auch viele Wandlungen und Entwicklungen durchlaufen. Selbst die Ogasawara Ryu musste sich neu erfinden.


Quelle:
Shots in the Dark: Japan, Zen, and the West
Autor: Shoji Yamada
Übersetzer: Earl Hartman
Verlag: Univ of Chicago Press; 2011
Sprache: Englisch
Gebunden: 290 Seiten
ISBN-10: 0226947653
ISBN-13: 978-0226947655

Zitate mit freundlicher Genehmigung des Autors Shoji Yamada, bei dem ich mich hiermit herzlich bedanke. Mein Dank geht auch an Earl Hartmann für seine freundliche Unterstützung.

Danke Christian für die schönen Bilder.



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Donnerstag, 1. November 2012

Lernen von den alten Meistern des Kyudo

Wenn wir heute die Kyudo Stilrichtung der Heki Ryu Insai Ha lernen und üben gehen wir zumeist auf die Überlieferung von Inagaki Genshiro zurück und dann zumeist auf das was uns seine Schüler und deren Schüler hier in Deutschland zeigen und beibringen.

Heki Danjyo
Irgendwann kommt jedoch der Moment wo man sich fragt ob es da nicht auch Informationen zu der Technik und Überlieferung der Meister vor Inagaki Genshiro gibt und ob es nicht auch noch Kyudo Meister der Heki Ryu Insai Ha gibt die parallel zu Inagaki Sensei gelehrt und gelebt haben und vielleicht sogar noch aktiv sind.

Kalligraphie von Urakami Sakae Hanshi.

Kalligraphie von Urakami Hiroko Hanshi.
"Chu Kan Kyu",
das Motto der Heki Ryu Insai Ha.
Wenn wir uns die letzten der alten Meister der Neuzeit anschauen, so fällt auf das diese Meister noch von ihrer Kunst lebten. Heutzutage unvorstellbar aber in damaliger Zeit möglich. Auch war der Anspruch ein anderer. Taihai stand nicht im Mittelpunkt sondern war eher etwas das gelehrt wurde aber nur zu besonderen Anlässen praktiziert und demonstriert wurde. Das Schiessen und Treffen stand im Vordergrund. Ein Schüler der damals, in der Meji Zeit, beim Kyujutsu weniger als 100 Pfeile pro Tag schoss wurde als faul betrachtet. Wenn man sich nur auf das Schiessen konzentriert und das Taihai weg lässt sind 100 Pfeile am Tag nicht viel. Durch diese Schiessfrequenz wurden natürlich die Muskeln auch deutlich stärker entwickelt was wiederum darin resultierte dass damals weitaus stärkere Bögen geschossen wurden (ab 25 kg aufwärts bis hin zu 40 kg!!!) was wiederum zur Folge hatte das die Technik etwas anders war als heute.

Kalligraphie von Urakami Sakae Hanshi.

Im Vergleich zu den damaligen Kyudi/Kyujutsu Schützen sind die meisten der heutigen Schützen "Weicheier" die mit schwachen Bögen gelegentlich einige Pfeile abschießen. Daran ist nichts schlechtes, denn wir leben nun mal in einer anderen Zeit. Jedoch zeigt dies auch, dass eine Erhöhung der Schussfrequenz sicherlich keinen Schaden anrichten würde. Jedoch sind auch die meisten der heutigen Übungsleiter gar nicht in der Lage diese Aufgabe zu bewältigen da sie zum einen einer Beschäftigung zum Broterwerb nach gehen müssen, Familien haben und selbst gar nicht so viel schießen können wie sie sollten und sicherlich auch wollen. Wenn ich eine Übungsgruppe betreue kann ich nicht oder nur wenig selbst schießen.

Zurück zu den alten Meistern. Die bekanntesten der neuzeitlichen Meister die mit der Heki Ryu Insai Ha in Beziehung stehen sind:

Urakami Naooki (1828-1905)
Er war zusammen mit Tokuyama Katsuyata Schüler von Tokuyama Bunemon Takanori.

Tokuyama Katsuyata (1869-1955)
Die Tokuyama Familie stammt von Yoshida Gohei Sadakatsu, dem jüngeren Bruder von Insai ab, dem Meister der Ikeda Familie in Okayama.

Urakami Sakae (1882-1971)
Schüler zuerst eines Vaters Naooki und später auch von Tokuyama. Er gehört mit zu den berühmtesten und anerkanntesten Meistern des 20. Jhd. Er hat sehr zur Verbreitung eines authentischen Kyudo beigetragen.

Inagaki Genshiro (1911-1995)
Schüler von Urakami Sakae. 10. Dan, Hanshi. Er hat wesentlich zur Verbreitung des Kyudo in Europa beigetragen und bestand auf der Eigenständigkeit der alten überlieferten Techniken.

Urakami Hiroko (1922- )
Schwiegertochter von Urakami Sakae, 10. Dan Hanshi. Leider wird ihre Existenz in deutschen Kyudo-Kreisen gerne verschwiegen. So auch ihre Ernennung zum 10. Dan im Jahr 2010 der dem Deutschen Kyudo Bund noch nicht einmal eine offizielle Erwähnung wert war obwohl sie einen höheren Rang erreichte als der zu Recht in Deutschland hoch verehrte Inagaki Sensei. Aber eine Zensur findet ja nicht statt.

Urakami Hiroko Hanshi, 10. Dan Kyudo


Genannt sei hier der Vollständigkeit halber auch noch Awa Kenzo als einer der alten Meister die von ihrer Kunst lebten und das Kyudo unserer Zeit aktiv beeinflussten. Auch wenn Awa Kenzo kein Heki Ryu Insai Ha Schütze war so gebührt ihm doch Respekt.

Awa Kenzo (1880-1939)
Hanshi 10. Dan und Gründer des Daishadokyo. Er war einer der bedeutendsten japanischen Kyudo-Meister des vergangenen Jahrhunderts, der im Westen vor allem als Lehrer von Eugen Herrigel Bekanntheit erlangte.

Awa Kenzo

Leider existieren von den "alten Meistern" kaum bis keine Bilder oder gar Filme. Eine Ausnahme machen hier die Aufnahmen von Inagaki Sensei die sich Dank der nicht hoch genug anzuerkennenden Dokumentationsfreude seiner Schüler zu dutzenden im Netz finden. Leider finden sich darunter aber auch einige Filme und Aufnahmen die besser nicht publiziert worden wären. Ich habe von einem seiner alten deutschen Schüler erfahren, dass es z.B. eine Aufnahme mit zwei Schüssen gibt in der Inagaki Sensei mit dem zweiten Schuss und seiner dort gezeigten Technik nicht zufrieden war (auch große Meister haben mal einen schlechten Tag). Diese Aufnahme mit seiner "schwachen Technik" kursiert nun leider als kurzer Filmausschnitt und somit "schlechtes Beispiel" (das aber als solches nicht zu erkennen ist) in den unendlichen Tiefen des Internet.

Eine der meiner Meinung nach schönsten Aufnahmen, obwohl die Qualität grauenhaft ist, zeigt Urakami Sakae beim Schiessen. Besonders interessant ist die Art und Weise wie er zum einen das Taihai ausführt und zum anderen seine wirklich einmalige Schiesstechnik. Diese ist besonders am Ende gut zu erkennen. Zu beachten ist das der gute Mann damals schon über 80 Jahre alt war.

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Einige interessante Bilder von Urakami Sensei sind auch die folgenden wo seine Haltung sehr gut zu beobachten ist. Man beachte besonders, dass er nicht immer weiße Tabi trug sondern auch gelegentlich schwarze Tabi. Heutzutage unmöglich. Aber es gibt sicherlich Gründe warum einigen Kyudoka die Form und Kleidung wichtiger als das eigentliche Schiessen. Meine amerikanischen Freunde nennen diese Schützen gerne die "white Tabi crowd".

Bilder von Urakami Sakae

Urakami Sakae (1882-1971)





Aktuelle Filme zeigen die Techniken und das Taihai der Heki Ryu Insai Ha von zeitgenössischen Meistern vorgeführt:

Inagaki Sensei

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Ken Kurosu

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Oder diese beiden Schützen hier

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Wer sich für die ursprüngliche Heki Linie der Urakami Familie interessiert und auch mal das Gefühl bekommen möchte, dass es auch in Japan Heki-Schützen gibt, dem empfehle ich folgenden Seiten. Es gibt ein Heki-Leben außerhalb von Tsukuba!

(alle Seiten auf Japanisch - aber die Bilder und Filme sind sehr beeindruckend!)

http://www.juuso-kidokan.com/page175.html

http://www.juuso-kidokan.com/page163.html

http://www.juuso-kidokan.com/page132.html

http://www.juuso-kidokan.com/uragamidoumonnkaiboshu048.html

http://www.juuso-kidokan.com/page096.html

http://www.juuso-kidokan.com/uragamidoumonnkaiboshu.html

http://www.juuso-kidokan.com/kyuguhakubutukan043.html

http://www.juuso-kidokan.com/kyuguhakubutukan111.html

Diese Aufnahmen sind ebenfalls sehenswert:


video

Wenn man sich all diese Quellen genau anschaut wird man feststellen das es keine wirkliche und wahre Lehre gibt - und das ist auch gut so! Es ist leider eine der Deutschen Angewohnheiten alles zu reglementieren und zu standardisieren. In Japan sieht man das nicht ganz so eng. Klar gibt es feste Regeln, aber es gibt auch immer Ausnahmen und Abweichungen von diesen Regeln. Kein Wunder dass einige Auswüchse des deutschen Heki Schiessstil oft und gerne als "German Shamen" belächelt werden. Einfach mal entspannen und die Dinge locker sehen ist auch beim Kyudo hilfreich. Keine Schule oder Stilrichtung ist "richtiger" oder "besser" als eine andere - sie ist halt nur "anders".


So, und nun genug am Computer gesessen und theoretisiert. Bogen, Pfeile und Handschuh raus und mal eben 20 Pfeile geschossen. Von nichts kommt nichts!





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Montag, 29. Oktober 2012

19th European Iaido Championships United Kingdom 2012

Informationen zur EM 2012 in Stevenage/UK

Das deutsche Team ist Europameister 2012 geworden. Herzlichen Glückwunsch an die Wettkämpfer, Trainer und allen Unterstützern.


Die Ergebnisse der deutschen Nationalmannschaft:

Sandan: 
2. Platz - Florian Bubser
3. Platz - Robert Völkmann

Yondan: 
1. Platz - Henrike Michaelis, European Champion
2. Platz - Steffen Michaelis

Godan: 
2. Platz - Peter Röder

Team: 
European Champion

Auf YouTube finden sich einige der Kämpfe, wirklich sehenswert!!

EIC 2012 - Godan - Germany vs Italy

Peter Röder vs Claudio Zanoni

EIC 2012 - Yondan - Germany vs Germany
Henrike Michaelis vs Steffen Michaelis


Florian Bubser vs Jonathan Vandenbussche


Adam Bieniak vs Valentin Verwak




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Sonntag, 16. September 2012

Wasabi - Man ist was man isst!


Die meisten - leider nicht alle - die sich mit den Japanischen Budo-Künsten beschäftigen lieben auch Japanisches Essen. Zum Japanischen Essen gehört Wasabi. Ich rede hier nicht von dieser oft ungenießbaren grünen Paste die nur scharf ist und zumeist fast nur aus Meerrettich und/oder Senfsaat und Farbstoffen besteht. Leider enthalten die meisten der in Deutschland als Wasabi präsentierten Produkte oft nur 1 - 2 % echten Wasabi. Auch in Düsseldorfs Japanischen Restaurants scheint das so zu sein.


Ein großer Hersteller von Wasabipulver baut im Norden Japans eine Wasabikreuzung auf dem Feld an, sogenannten Feldwasabi (auch OKA-Wasabi genannt). Die 1-2 % echter Wasabi in den Fertigprodukten, stammt von solchen Züchtungen.

Ich kann nur von einem einzigen Restaurant in Düsseldorf mit Sicherheit sagen dass dort echter Wasabi, direkt aus der Wasabi-Wurzel verarbeitet wird. Einige andere namhafte Restaurants in Deutschland die ich besuchte enttäuschen ebenfalls was Wasabi anbelangt. Probiert es aus, wenn es nach Meerrettich schmeckt ist definitiv etwas faul!

Selbst in Japan, der ursprünglichen Heimat des Wasabi, ist frischer Wasabi äußerst exklusiv und wird nur in den besten 10-15 % der Restaurants des Landes gereicht - ein Muss für Feinschmecker und Gourmets.

Frisch geriebener echter Wasabi hat einen scharf-pikanten, sehr aromatischen Geschmack. Er betont, bzw. unterstreicht das Aroma der Speise zu der er gereicht wird. Das Aroma des frischen Wasabi ist mit Fertigprodukten (Wasabipaste, minderwertiges Wasabipulver etc.) nicht zu vergleichen.
Die aromatische Schärfe des Wasabi entsteht durch die in der Wurzel enthaltenen „Myrosin Zellen“, die wiederum wasserlösliche Stoffe (Glucosinolate und weitere Enzyme) enthalten. Durch den „Reibevorgang“ kommt es zu einer stofflichen Reaktion (Oxidation) und es bilden sich hochwertige ätherische Substanzen, sogenannte Isothocyanate, auch bekannt als „Senföle“ (hat aber nichts mit Senfsamen zu tun, der oft in minderwertigen Produkten benutzt werden!).



Man kann Wasabi auch selbst im Garten anbauen dazu bieten einige Händler (Rühlemann's) Setzlinge an die an schattigen Orten in recht feuchter Erde gezogen werden sollten. Nach max. drei Jahren ist der Wurzelstock bereit für die Ernte. Bei einem Preis von ca. 400,- EUR pro Kilo ist das selber Ziehen eine echte Alternative. Jedoch ist dieser Wasabi nicht mit dem aus professionellem Feuchtanbau zu vergleichen. Aber es macht Spaß!!

Es gibt abhängig von der Anbauregion rund 18 verschiedene Wasabisorten.


Für den Anbau wird in Japan und Korea für die Sorte "Daruma" das sogenannte „Tatamishi System“  verwendet.




Der Wasabi wird in einem Fliesswassersystem angebaut. Das Wasser muss hierbei eine spezielle Nährstoffzusammensetzung etc. aufweisen, so dass am Ende der Wasabi eine exzellente Qualität aufweist. Aber nicht nur das Wasser, auch das ganzjährige Klima, als auch die Fliessgeschwindigkeit des Wassers ist entscheidend. Im Regelfall wird das Wasser von Nährstoffreichen Bergbächen durch die Wasabifelder umgeleitet.





Diese Anbaumethode ist sehr aufwendig und zeitintensiv.

Die Wasabi-Setzlinge aus dem Gartenshop sind Wasabi Japonica Kreuzungen auf Basis der Sorte „Mazuma“. Von daher gedeiht dieser Wasabi auch in Erde, wobei das Ergebnis sehr stark schwankt. Gelingt es einen Mazuma-Wasabi auf diese Weise zu kultivieren, so kann der Geschmack oft sehr Rettichartig sein und wenig grün. Ähnlich dem Unterschied zwichen einem China Trüffel und einem schwarzen Perigord-Trüffel.

Wasabi im eigenen Garten

Der Wurzelstock, auch Wasabirhizom genannt, ist der wertvollste Teil des Wasabi und ist in der gehobenen japanischen „Cousine“ nicht wegzudenken. In Japan werden als Delikatesse auch die Blätter, sowie die Stile des Wasabi serviert. Eine Wurzel wiegt so zwischen 50 - 120 g.
In Deutschland und eigentlich in ganz Europa gibt es nur eine namhafte Quelle für Wasabi, die Firma AgroDirect aus Dreieich. Hier bekommt man nicht nur wirklich echte und frische Wasabi-Wurzeln in Premiumqualität, die sich durch Frische und Ursprünglichkeit auszeichnen. AgroDirect offeriert exklusiv, erntefrischen Wasabi Japonica. Der Wasabi wird per gekühlter Express Luftfracht in regelmäßigen Abständen direkt vom jeweiligen Erzeugerbetrieb, eingeflogen. In den mit AgroDirect kooperierenden Erzeugerbetrieben wird der Wasabi größtenteils nach alter Tradition, in Wasser stehend, angebaut und handverlesen geerntet.

Der erntefrisch angebotene Wasabi stammt aus den exklusivsten Anbauregionen der Welt:
  • Dem Westen Nordamerikas
  • Dem Süden Australiens
  • Dem nördlichen Teil Südkoreas
  • Dem Süden Japans (Aufgrund der derzeitigen unbeständigen Lage in Japan wird der Wasabi in nächster Zeit ausschließlich aus „Nordamerika, Süd-Australien und Südkorea" bezogen). Der Wasabi in den größten Anbaupräfekturen Shizuoka und Matsumoto, stand zu Zeiten von Fukushima gerade in der Blüte. Radioaktive Partikel wurden von den Pflanzen resorbiert. Das Bundesamt für Strahlenschutz rät dazu für mindestens 1-2 weitere Jahre auf den Import zu verzichten, wenngleich die Kontamination gering ist.
Zusätzlich bietet AgroDirect verschiedenste „Accessoires“ an, die mit der Nutzung des Wasabis untrennbar verbunden sind. Um Wasabi zu reiben benötigt man entweder das klassische Reibebrettchen das mit Haifisch- oder Rochenhaut bespannt ist oder eine Keramikreibe bzw. die "günstigere" Version aus Plastik. Besonders interessant ist ein Aufbewahrungsgefäß für mehrere Wasabi-Wurzeln in dem die Wurzeln im Wasser stehend gelagert werden (sicher nur für die Gastronomie sinnvoll). Für die kurzzeitige Aufbewahrung von 8-10 Tagen, eignen sich auch sogenannte PEAK-fresh Beutel, diese sind mineralienbeschichtet und sorgen außerdem dafür, dass die Gase welche der Wasabi bei der Lagerung produziert, entweichen können. Die Beutel verlängern auch die Haltbarkeit von anderem Obst und Gemüse.






Inhaltsstoffe von Wasabi
Wasabi (Eutrema japonica) stammt aus der Familie der Kreuzblütengewächse. In Japan wird das Rhizom, sprich der Wurzelstock der Pflanze, als Gewürz verwendet. Durch das Zerreiben des Wurzelstocks auf einem Holzbrettchen, das mit Haifischhaut bespannt ist, entsteht die grüne Paste, Wasabi schmeckt traditionell nicht nur scharf, sondern verfügt auch über eine leicht süßliche Note. Ähnlich wie Meerrettich und Senf ist die Schärfe von Wasabi auf Senföle (Isothiocyanaten), die im Wurzelstock enthalten sind, zurückzuführen. Wasabi enthält die beiden Senföle Glucocochlearin und Sinigrin. Sinigrin ist auch in Senf und Meerrettich enthalten. Im Gegensatz zum Meerrettich verflüchtigt sich die Schärfe von Wasabi jedoch schneller. Bereits nach einer halben Stunde verliert Wasabi deutlich an Schärfe. Dies ist durch die Oxidation der Senföle bedingt.

Die Wirkung von Wasabi
Der Verzehr von Wasabi kann sich positiv auf unsere Verdauung auswirken, da Wasabi die Verdauung fördert und stabilisiert. Außerdem können die scharfen Senföle das Wachstum schädlicher Bakterien im Körper hemmen und zudem auch Bakterien abtöten. Deswegen werden Senföle auch als ‚pflanzliches Antibiotikum‘ bezeichnet. Naben Bakterien können die Senföle aber auch Krankheitserregern wie Viren, Pilze und Hefen bekämpfen. Als besonders wirksam haben sich Senföle bei Infektionen der oberen Atemwege und der Harnwege herausgestellt. Darüber hinaus soll Wasabi auch eine positive Wirkung auf unser Immunsystem haben: Die scharfe Paste soll unser Abwehrsystem stimulieren und die Zahl der Abwehrzellen erhöhen. Außerdem soll Wasabi dazu beitragen, dass die Leber entgiftet wird. So wird Wasabi auch eine entschlackende Wirkung nachgesagt.

Verarbeitung / Zubereitung von Wasabi:

Vorbereitung
Den Wasabi im kalten Wasser abspülen und dunkle Stellen (auf Grund von Oxidation entstanden) entfernen. Vorsicht: Bei zu starkem Schälen geht Schärfe verloren!
Wasabi reiben
Wasabi in Kreisbewegungen mit sanftem Druck reiben. Für die volle Geschmacksentfaltung muss der geriebene Wasabi 2 - 4 Minuten ruhen. Dies ist sehr wichtig! .Probiert man den Wasabi nämlich direkt nach dem reiben, ohne zu warten, ist diese sehr bitter. .Das Aroma muss sich erst entwickeln. Den geriebenen Wasabi sehr zeitnah verwenden, ansonsten verfliegt die Schärfe/Aroma wieder. Wenn man es etwas schärfer mag kann man den Wasabi vor dem Reiben in Puderzucker dippen und dann reiben. Oder man tut etwas Puderzucker auf die Reibe und reibt dann den Wasabi.

Aufbewahrung
Ganze Wasabiwurzeln in ein Gefäß (z. B. Wasserglas) stellen und ca. 30% mit Wasser bedecken. Das Wasser regelmäßig (ich mache es täglich) wechseln und das Glas im Kühlschrank lagern.
Alternativ kann man die Wasabiwurzel in ein feuchtes Tuch oder in Küchenpapier einwickeln und dann in einen Folienbeutel geben und ebenfalls im Kühlschrank lagern.



Einige Rezepte:

Wasabi-Honig
Der besondere Dip für Meeresfrüchte.

Zutaten:
2 Teelöffel frisch geriebener Wasabi
2 Teelöffel Honig (besonders zu Empfehlen: Orangenblütenhonig)

Zubereitung:
Den geriebenen Wasabi in eine kleine Schüssel geben, den Honig dazu geben und anschließend gut verrühren. Nach 3-5 Minuten, direkt servieren!



Wasabi Aioli

1 Eigelb
1 El Mirin
1 El Reisessig
1 Tl frischer Wasabi
1 Tl Dijonsenf
½ Tl Fischsauce (Thailändische)
200 ml japanische Mayonnaise
Pfeffer

Alle Zutaten außer der Mayonnaise verquirlen. Die Mayonnaise unter kräftigem Rühren langsam dazu gießen, bis eine cremige Masse entsteht. Am besten mit dem "Zauberstab" aufrühren. Kühl stellen.
Passt hervorragend zu gebratenem Fisch und Meeresfrüchten, besonders zu Tintenfisch.
Dieses Rezept stammt aus Australien und man verwendet hier an Stelle des Wasabi eugentlich grüne Curry-Paste als Knoblauchersatz. An Stelle der japanischen Mayonnaise kann man auch Pflanzemöl verwenden



Wasabi-Senf mit Ingwer

35 g Wasabi-Senfpulver
100 g kandierter Ingwer
6 El Ingwersirup

Zubereitung
Das Senfpulver mit ca. 100 ml Wasser glattrühren. Ingwer erst in dünne Scheiben, dann in Stifte schneiden. 1/3 des Ingwers in ein steriles Glas füllen und mit 2 El vom Ingwersirup bedecken. Die Hälfte des Senfs einfüllen. Mit dem restlichen Ingwer, Ingwersirup und Wasabi-Senf genauso weiter verfahren. Die letzte Schicht sollen Ingwer und Ingwersirup sein. Luftdicht verschließen. Der Senf hält sich etwa 6 Wochen.



Kartoffelpüree mit Wasabi

1 kg Kartoffeln
150 ml Milch
150 ml Sahne
30 g Butter
Limettensaft
Salz
Wasabi

Kartoffeln schälen und etwa 20 Minuten lang kochen. Danach werden die heißen Kartoffeln zu Brei gestampft. In der Zwischenzeit werden 150ml Milch, 150ml Sahne und 30 Gramm Butter vermischt, aufgekocht und mit ein wenig Salz verfeinert. Das Gemisch wird dann zu den gestampften Kartoffeln geben und mit drei Esslöffeln Limettensaft sowie einem Esslöffel Wasabi-Paste verrührt. Anschließend kann das Kartoffelpüree nach Belieben gewürzt werden.




Und natürlich dient Wasabi als Zugabe zu Sushi, Sashimi, Japanischen Suppen und zu Marinaden und gebratenem Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten.



Kontakt zu AgroDirect:

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Groß- und Einzelhandel mit Lebensmitteln
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Freitag, 14. September 2012

Ausstellung in Wien: Japan - Fragilität des Daseins

Im Leopold Museum in München findet vom 11. Oktober 2012 bis zum 31. Januar 2013 eine faszinierende Ausstellung statt.

Der Besuch ist zu empfehlen!


Japan - Fragilität des Daseins

 












Leopold Museum im Museums Quartier Wien
U2 Museums Quartier
U3 Volkstheater

Täglich außer Dienstag: 10-18 Uhr
Donnerstag: 10-21 Uhr
Dienstag geschlossen.
URL



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Montag, 27. August 2012

Neue Seminare

Der Hakushinkai Düsseldorf veranstaltet auch dieses Jahr wieder seinen Tachi Uchi no Kurai Lehrgang am 29. und 30. September 2012 in Düsseldorf.



Der Löwen Dojo Braunschweig e.V. organisiert zwei sehr interessante Seminare:


2. Iaido/Jodo Seminar mit Yoshimura Sensei und René van Amersfoort Sensei 



Und später im Dezember, organisiert vom NIaiB e.V. ein Tachi Uchi no Kurai Seminar mit Jock Hopson Sensei und Louis Vitalis Sensei.




 Viel Spaß!


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Samstag, 25. August 2012

石打 - Ishiuchi & 瓢箪 - hyôtan

Die am meisten geschätzten Federn für die Befiederung japanischer Pfeile sind die Ishiuchi (石打). Diese Federn werden ihrer Widerstandkraft und Haltbarkeit wegen geschätzt. In Japan werden diese Federn auch "Steinschläger" (石打) genannt, weil dies die Schwanzfedern sind die beim schreiten der Vögel auf den steinigen Untergrund (石) schlagen (打). Die Enden dieser Federn haben eine natürliche Kurve die sich beim Abschuss leicht gegen die yazurido (Rattanbindung am Bogen) drückt und dann in ihre ursprüngliche Form zurück schnellen. Aus diesem Grund nutzen sich diese Federn auch nicht so ab wie Federn die zurecht geschnitten wurden. Die Schnittkante nutzt sich sehr schnell ab wenn sie an der yazurido vorbei gleitet.



Da Ichiuchi 石打 zum einen selten und zum anderen die am halbarsten Federn und weiterhin auch die schönsten Federn sind, sind dies die teuersten Federn, sofern sie von einem Raubvogel stammen.
Makino Sensei sate einmal, dass man drei Vögel braucht um ein Paar Pfeile zu befiedern. Denn die Ishiuchi sind die äußeren Schwanzfedern. Da man sechs Schwanzfedern für zwei Pfeile benötigt und jeder Vogel nur zwei davon besitzt, werden drei Vögel benötigt.
Die Ishiuchi sind die beiden äußeren Schwanzfedern. Die das qualitativ nächstbeste Paar Schwanzfedern wird "ko-ishiuchi'" und das darauf folgende Paar "ô-ishiuchi" genannt.



Aus dem the Buyô Benryaku (1684)


Eine andere sehr beliebte Federform ist die Hyôtan (瓢箪) Form. Hyôtan bedeutet Kürbis bzw. Flaschenkürbis oder Kalebasse.



Das Besondere an diesen Federn ist zum einen ihre Form und zum anderen, dass auch sie unbeschnitten in ihrer natürlichen Form belassen werden. Normalerweise werden bei den Hand-  und Armschwingen die Innenfahnen 'Hiraki' benutz. Bei den Hyôtan handelt es sich aber um die Außenfahnen 'Kaikata' die eine deutlichere Kurvenform aufweisen. Benutzt man diesen mehr geschwungenen Teil der Feder so kann man daraus einen Pfeil mit Federn in der Hyôtan-Form herstellen.




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Samstag, 14. Juli 2012

White Rose Kyudojo


Der White Rose Kyudojo wurde 1986 gegründet und ist der älteste öffentliche Kyudo Club im Vereinigten Königreich. Seit seiner Gründung haben die Mitglieder des White Rose Kyudojo Prüfung bis hin zum Renshi und zum 6. Dan erfolgreich abgelegt. Teams und einzelne Mitglieder haben den Europäischen Stil-Preis, die "European Inter-Cities Championship" und das internationale Turnier in Miyakanojo, Japan gewonnen. Das "European Inter-Cities Championship" wurden im Jahre 1988 zum ersten Mal im White Rose Kyudojo abgehalten. Das White Rose Kyudojo ist das zentrale Dojo der "British Association for Japanese Archery (BAJA)", der ersten demokratischen Kyudo Vereinigung im Vereinigten Königreich, dessen Mitglieder die ersten drei Vorsitzenden der BAJA stellen sowie auch einen der Präsidenten der "European Kyudo Federation".

Die "Men in Black"

Im Vereinigten Königreich gibt es zwei wichtige Kyudo-Organisationen, "The United Kingdom Kyudo Association" und "The British Association for Japanese Archery (BAJA)". BAJA ist Mitglied der "Grand National Archery Society", der von der Britischen Regierung anerkannten Körperschaft für Bogenschiessen im Vereinigten Königreich welche der FITA und der "British Olympic Association" angeschlossen ist. Die BAJA war Mitglied der "Martial Arts Development Commission (MADEC)" und alle Übungsleiter des White Rose Kyudojo wurden dort lizenziert, Die "MADEC" wurde 1992 von der Sports Council Advisory Group for Martial Arts (SCAGMA) abgelöst. Schirmherr der BAJA ist der Earl Grey, dessen Familie durch die berühmte Tee-Mischung weltbekannt wurde.
Im White Rose Kyudojo wird der All Nippon Kyudo Federation (ANKF) Kyudo-Stil und die ANKF-Standardformen für Prüfung, Wettbewerbe und Zeremonien gelehrt und praktiziert. Seit seiner Gründung hat der Dojo den Austausch und die Interaktion mit anderen Kyudo-Stilen gefördert und führt anhaltende Forschungen über die Ursprünge des modernen Kyudo und die mannigfachen Arten und Formen zu den heute noch existierenden Kyudo-Stilen durch.



Ziel und Zweck des White Rose Kyudojo ist die Freundschaft und das Verständnis durch das Praktizieren von Kyudo und den Austausch von Informationen. Weiterhin werden regelmäßige wöchentliche Trainings sowie über das Jahr verteilt nationale und internationale Workshops abgehalten die dabei helfen dieses Ziel zu erreichen.

Workshop im White Rose Kyudojo

Workshop im White Rose Kyudojo

Workshop im White Rose Kyudojo

Der White Rose Kyudojo zeichnet sich ganz besonders durch seine Offenheit gegenüber allen Ryu-ha des Kyudo aus. Hier wird Shomen und Shamen geschossen, egal ob Honda, Chikurin Heki, Insaiha Heki oder Ogasawara was gerde die Workshops für jeden Kyudoka zu einer Quelle an Erfahrung und Information machen.

Ogasawara Ryu

Honda Ryu

Honda Ryu

Bishu Chikurin-ha

Die vielfältigen Forschungen und weit entwickelten Techniken und Methoden des Dojo haben unter anderem Systematiken entwickelt in denen die Einteilung der Bewegungen des Schussablaufs und der Hassetsu in 23 zeitgleiche Abschnitte unter besonderer Berücksichtigung der Atmung hervor gehoben werden. Gerade die Tatsache dass im White Rose Kyudojo der Unterschied zwischen den Schulen (Ryu-ha) und ihren Koryu und des standardisierten Seitei-Kyudo der ANKF (das es möglich macht dass Schützen verschiedener Schulen eine Art "Esperanto" des Kyudo praktizieren mit dem sie gemeinsam in einem Tachi agieren können) nicht als Unterschiede sondern als verbindende Vielfalt gesehen werden macht diese Gruppen so außergewöhnlich.

Seitei Kyudo

Symbole sind wichtig und man sollte sie kennen und verstehen! Namensgeber des "White Rose Kyudojo" war die deutsche Widerstandsgruppe "Weiße Rose" die sich dadurch auszeichnete, dass sie einen eigentlich unpolitischen Hintergrund hatte aber aus humanitären Beweggründen und einer liberal und mit Idealen wie Freiheit, Gerechtigkeit und Selbstständigkeit begründeter Lebenseinstellung agierte. Genau dieser Hintergrund formte auch den White Rose Kyudojo. Mit der Weißen Rose des Hauses York, einer der Parteien der englischen Rosenkriege (War of the Roses) hat der Name keinen direkten Zusammenhang. Jedoch besteht ein Zusammenhang mit der Tudor Rose die in vielen Britischen Insignien erscheint, manchmal weiß, manchmal rot oder blau. Die "Weiße Rose" in München benutzte kein Symbol weshalb bei dem Entwarf des Mon des White Rose Kyudojo die Tudor Rose benutzt wurde da diese mit Heinrich VIII. (England) assoziiert wird der ein besgeiterter Bogenschütze war und in unmittelbarer Nähe des Dojo, in Eltham Palace aufwuchs und dort von dem bekannten Bogen-Meister Roger Ascham das Bogenschiessen lernte. Roger Asham schrieb ein sehr bemerkenswertes Buch über das Bogenschiessen (Toxophilus, Edward Whitchurch (1545). Toxophilus, der "Freund des Schießens", führt darin einen Dialog mit Philosophos, dem Freund der Weisheit.) das von seinem Stiel und Inhalt her auch Kyudo beahndeln könnte. Das Buch ist online verfügbar: Link. Das endgültige Design des Rosen-Mon wurde von einer Japanischen Designstudentin die im Dojo trainierte gestaltet.


Mein Dank gilt den Mitgliedern des "White Rose Kyudojo" die freundlicherweise einige der verwendeten Bilder zur Verfügung gestellt haben. Die Bilder unterliegen dem Copyright des Dojo.


Kontakt:
The Eric Liddell Centre
Eltham College
Mottingham Lane
London SE9 4QF
United Kingdom

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