Mittwoch, 11. Januar 2012

Bogenrituale

Die Zeit um den Beginn des neuen Jahres und auch der Frühlingsbeginn sind in Japan eine Zeit der farbenfrohen und spektakulären Shinto Feste und der Bogenrituale.

Am 5. Januar findet in Kamakura in der Präfektur Kanagawa das Joma Shinji (除魔神事) am Tsurugaoka Hachiman-gū (鶴岡八幡宮) dem wichtigsten Shinto-Schrein der Stadt Kamakura ein großes Fest statt, bei dem die bösen Geister ausgetrieben werden. Dazu schießen traditionell gekleidete Bogenschützen auf ein großes Ziel au dessen Rückseite das Wort "Böse" aufgemalt wurde.

Joma Shinji


Joma Shinji


Das Momote Shiki wird jedes Jahr am Meiji Schrein in Tokyo abgehalten. Der Tag der Erwachsenen "Seijin no Hi" (成人の日) wird am zweiten Montag im Januar (bis 1999 am 15. Januar, Feiertag seit 1948) begangen. An diesem Tag sieht man viele 20-jährige (all diejenigen, die in diesem Kalenderjahr zwanzig Jahre alt werden) im Kimono auf dem Weg zum Rathaus, wo eine Zeremonie zur Feier der Volljährigkeit stattfindet. Für viele junge Japanerinnen ist dies neben der Hochzeit die einzige Gelegenheit, zu der noch ein Kimono angelegt wird. An diesem Tag wird auch das Momote Shiki Bogen-Ritual am Meiji Schrein in Tokyo abgehalten.

Momote Shiki Ritual 小笠原流百々手式 弓道

Setsubun (節分) ist im traditionellen japanischen Kalender der „Wechsel der Jahreszeit“. Heute wird der Begriff Setsubun in erster Linie für den letzten Tag der „Großen Kälte“ "Daikan" (大寒) benutzt und markiert die traditionellen Feiern zum Frühlingsbeginn "Risshun" (立春), um den 3. oder 4. Februar herum.

Anlässlich dieses Festes findet das rituelle Bohnenstreuen "Mame-Maki" (豆まき,) statt. Dabei werden geröstete Sojabohnen "Mame" (豆) entweder auf einen als Oni (ein ogerähnlicher Unhold oder Dämon) verkleideten Menschen oder im Haus zweimal in eine als glücklich und zweimal in eine als unglücklich geltende Richtung geworfen und dabei die Worte „Oni wa soto! Fuku wa uchi!“ (鬼は外!福は内!), „Dämonen hinaus! Glück herein!“, gerufen. Hierbei soll es besonderes Glück bringen, wenn die Anzahl der Bohnen dem Alter des Werfenden plus eins entspricht und sie zusammen mit einigen Münzen in Papier eingewickelt wurden.

Ganz besonders farbefroh ist dieses Fest am Heian Shrein in Kyoto zu bewundern.


Weiterhin zu nennen ist natürlich noch der "Bogentanz" oder Yumitori-shiki Dabei handelt es sich um das abschließende Ritual des Tags bei einem Sumo Turnier. Nach dem letzten Kampf betritt ein besonders ausgewählter Makushita Rikishi den Dohyo und bekommt vom Gyoji einen Bogen gereicht, mit dem er dann eine Art Tanz vollführt. Diese Zeremonie wurde irgendwann während der Edo Zeit (1600-1867) eingeführt, als der Sieger als Preis einen Bogen bekam und vor lauter Freude einen "Bogentanz" aufführte.
Um 6 Uhr abends, endet dann ein typischer Sumo Turniertag, mit dem Bogentanz.

Copyright: Johan Rehn
Der Ringer der den Tanz aufführt trägt einen Mawashi (廻し), der Gürtel, den die Kämpfer (Rikishi) im Wettkampf und beim Training tragen. Profiringer der oberen Ränge tragen während der Zeremonie beim Betreten des Ringes zum Beginn eines Turniertages (Dohyo-Iri) sowie beim "Bogentanz" am Ende eines Kampftages einen zeremoniellen Kesho-Mawashi.

Bogentanz


Bogentanz

Bogentanz

Bogentanz




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