Freitag, 23. März 2012

Die geheimen 25 Hika Gedichte der Heki Ryu Insai Ha

Die Hika-Gedichte werden der Überlieferung nach 'Heki Danjo' (1443 - 1402) zugeschrieben. Wer diese Gedichte aber wirklich verfasst und überliefert hat und ob es mehr als nur einen Verfasser gegeben hat ist unklar. Der Überlieferung nach soll Heki Danjo der Lehrer von Yoshida Shigekata gewesen sein der wiederum die Lehre in einer (der ersten) Mokuroku-Rolle zusammenfasste.

Heki Danjō Masatsugu unterrichtet Shigekata Yoshida im Kyujutsu.
In der japanischen Schule des Kyudo "Heki Ryu Insai Ha" gibt es verschiedene Aufzeichnungen:

Das Mokuroku und die Hika Gedichte bilden die Inhalte des ersten 'Diplom'. 

Das Mugonka, das zweite 'Diplom', enthält Anweisungen für Lehrende.

Die Hika Gedichte folgen dem Mookuroku, sind diesem Nachgeordnet und fassen dessen Inhalte zusammen. In der Versform sind sie als Erinnerungen für den Schützen gedacht. Die Hika Gedichte fassen die Hauptpunkte des Mokuroku zusammen. Gedichte sind leichter zu merken als Textpassagen. Diese 'Merkformeln' sind ohne Erläuterung jedoch kaum verständlich. Die Sprache ist blumig, sehr vielschichtig und mehrdeutig.

Die Hika Gedichte haben je 31 Silben, in diesem Fall mit zwei Zeilen zu 5-7-5 und 7-7 Silben. Es handelt sich dabei um die sogenannte 'Waka" (和歌), seltener auch Yamato-uta (大和歌) genannte Dichtform die in verschiedenen Formen und Ausprägungen in unterschiedlichen Epochen populär war. Waka ein ein Sammelbegriff für mehrere Stilrichtungen. Die hier verwendete Vers-Form soll aus der Zeit des Kamakura-Shogunats (1185 - 1333) stammen.

Das Waka hat, im Gegensatz zur klassischen Chinesischen Dichtung, weder einen Reim noch eine Einteilung in Zeilen. Statt in Zeilen, wurden die Gedichte in Einheiten (連) und Sätze (句) eingeteilt. Allerdings werden diese Einteilungen bei der Übersetzung von Waka in indoeuropäische Sprachen zu Zeilen.

Es gibt verschiedene Quellen für die Hika Gedichte die unter anderem von Urakami Sensei, aus der Seka-ha und den dem Shogun übergebenen Erläuterungen stammen.

Bekannt sind in Deutschland zumindest die oft auch auf Seminaren gelehrten und erläuterten 12 Hika Gedichte. In den Ausgaben 1 und 2 aus 2005 des 'Kyudo Magazin Zanshin" des Deutschen Kyudo Bundes sind die 12 Hika Gedichte mit einigen Erläuterungen veröffentlicht.

Beispiel eines Hika Gedichtes:

Mark Lithgow war so freundlich mir eine Version mit 25 Gedichten zur Verfügung zu stellen, die "Hika no Maki". Es wäre interessant wenn jemand in der Lage und willens wäre diese Version zu übersetzen.

Abbildungen der "Hika no Maki"





Die abgebildeten Seiten sind mit 'Meireki' (明暦) datiert, was der Zeit von April 1655 bis Juli 1658 entspricht. In dieser Zeit regierte Kaiser Go-Sai (後西天皇), auch als Kaiser Go-Saiin (後西院天皇, Go-Saiin-Tenno) bekannt, der 111. Kaiser von Japan.


Quellen: 
"BASISTEXTE DER HEKI SCHULE" in Bearbeitung von Manfred Speidel und Roland Pohl: PDF
Wiedergabe aus einer Mitschrift von Kay Radtke, PDF Version aus dem Internet: PDF
Die Bilder sind Copyright Mark Lithgow. Ich bedanke mich für seine Erlaubnis diese hier veröffentlichen zu dürfen.





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Kommentare:

  1. Hallo,
    kann mir einer sagen wo man das Yumi Mokuroku Heki To Ryu das oben genannt wird erworben werden kann?

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  2. @Christian: Bestellungen nimmt, soweit mir bekannt ist, die Geschäftsstelle des Deutschen Kyudo Bund (DKyuB) entgegen. Siehe: http://www.kyudo.de/

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