Dienstag, 31. Dezember 2013

Hatsuyume (初夢)

Hatsuyume (jap. 初夢, dt. „erster Traum“) ist das japanische Wort für den ersten Traum den man im neuen Jahr hat.


Da die Menschen nach dem japanischen Neujahrsfest am ersten Januar erst wieder zum normalen Alltag finden, ist es der Traum in der Nacht zum zweiten Januar. Dieser hat sich aufgrund der verschiedenen japanischen Kalender jedoch im Verlauf der Geschichte verschoben. Der Traum soll vorhersagen, welche Erwartungen der Träumende an das neue Jahr stellen kann. Seit der Feudalzeit gab es verschiedene Bräuche und Anstrengungen, welche helfen sollten, dass ein glücklicher Traum geträumt wird. So legten sich in der Muromachi-Zeit die Menschen aller Gesellschaftsschichten ein Abbild eines Segelschiffs (Takarabune) mit dem Wort „Schatz“ auf den Segeln unter ihre Kopfkissen. Es soll Glück bringen, zuerst vom Berg Fuji, zweitens von einem Falken (Taka) und schließlich drittens von einer Aubergine (一富士二鷹三茄子, ichi fuji, ni taka, san nasubi) zu träumen. Dieser Glaube findet sich seit der Edo-Zeit wieder.


Die genaue Herkunft dieses Aberglaubens ist nicht geklärt. Eine Theorie lautet, dass es sich dabei um hohe Gegenstände handelt.

Nun, der Fuji ist irgendwie klar. Wer jemals in Japan war und ihn gesehen hat, den heiligen Berg Japans, versteht seine Bedeutung. Er dominiert die Landschaft auf bis zu hundert Kilometer. Es ist so viel höher als alles in der Umgegend und Menschen sollten nach 'Höherem' streben. Daher ist ein Traum in dem der Fuji vor kommt in Japan ein gutes Omen.

Der Falke ist ein wenig komplizierter zu erklären. Einige Menschen glauben er ist ein gutes Omen weil er 'hoch', fliegt, andere sagen, weil er vom nächst höchsten Berg in der Nähe des Fuji, dem Ashitaka kommt, erscheint er in dieser Aufzählung. Die sympatischte Erklärung ist die, das der Falke das 'ergreift" bzw. 'packt' was er haben will. Daher soll man ebenfalls los ziehen und das 'ergreifen/anpacken' was man in diesem Jahr erreichen will, so wie ein Falke.

Die Aubergine ist am schwersten zu erklären. Manche behaupten der Grund liegt in dem extrem 'hohen' Preis den man in den alten Zeiten für Auberginen bezahlen musste. Eine Fortsetzung der 'hoch'-Theorie). Die schönste Theorie ist jedoch die, das im japanischen Aubergine 茄子 geschrieben wird. Es gibt aber auch ein anderes Kanji mit der gleichen Aussprache 成す und diese Kanji bedeutet 'erreichen/vollbringen'. Wenn man also von der Auberginen 'Nasu' träumt, kann man die Dinge die man in diesem Jahr anstrebt auch 'erreichen' (Nasu).


Gelegentlich wird diese Reihe fortgesetzt durch Fächer, Tabak und kahlköpfiger, blinder Mönch (四扇五多波姑六座頭, shi ōgi, go tabako, roku zatō), ein Aberglaube den selbst viele Japaner nicht mehr kennen.

Ein Fächer ist allgemein ein japanisches Glückssymbol und somit natürlich ein gutes Omen für den ersten Traum.

Tabak, in diesem Fall der Tabakrauch steigt hoch in den Himmel. Ein weiterer Baustein in der 'hoch'-Teorie.

Ein kahlköpfiger, blinder Mönch ist etwas schwerer zu deuten. Die interessanteste Theorie, ist die, dass kahle Mönche keine Haare (Ke Ga Nai) haben und das 'Ke Ga Nai" auch bedeuten kann "keine Verletzungen zu haben". Also wenn man von einem Mönch mit Glatze träumt bleibt man im neuen Jahr gesund und unverletzt.

一富士, 二鷹, 三茄子, 四扇, 五煙草, 六座頭

Ich wünsche gute Träume!






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明けましておめでとうございます





Werter Leser dieses Blog, ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein frohes お正月 o-shōgatsu und ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2014, das Jahr des Pferdes!

明けましておめでとうございます

Was man auch immer von Astrologie halten mag, hier einige Infos zum Jahr des Drachen:

Am 31. Januar 2014 beginnt das Jahr des Pferdes, genaugenommen das des Holz-Pferdes und dauert bis zum 18. Februar 2015 um dann vom Holz-Schaf gefolgt zu werden.

Nach der chinesischen Astrologie gilt das Holz-Pferd als ruhelos, immer auf der Suche nach neuen Abenteuern. Das Jahr 2014 verspricht voller Aufregung und Abenteuer zu werden. Der Alltag scheint sich zu beschleunigen, alles geht voran. Wer neue Projekte geplant hat sollte diese unbedingt angehen. Dennoch ist es wichtig, dass man sich nicht überanstrengt, denn das Jahr des Pferdes könnte auch in Hektik und Stress ausarten. Man sollte versuchen ein gemäßigtes Tempo zu finden und die anstehenden Aufgaben ruhig an zu gehen.
Das Jahr 2014 wird finanziell ein eher ruhigeres Jahr. Das Pferd steht für finanzielle Sicherheit, es schenkt Selbstzufriedenheit und Tatendrang. Probleme mit dem Geld sollte es in diesem Jahr wohl nicht geben, denn das Pferd gilt als finanziell abgesichert, aber dennoch nicht auf den materiellen Wert bezogen. Pferden ist ihre Freiheit viel wichtiger als alles Geld der Welt. Wer schon lange etwas außergewöhnliches tun wollte sollte jetzt die Gelegenheit nutzen und es im Jahre 2014 tun.
In der chinesischen Astrologie steht das Pferd für Bewegungsdrang und ist eher eines der starken, männlichen Wesen. Es ist das Jahr der Abenteuer, des sportlichen Erfolges.



Das letzte Holz-Pferd-Jahr begann 1954 und dauerte wegen der Abweichung des chinesischen vom gregorianischen Kalenderjahr vom 3. Februar 1954 bis 23. Januar 1955. Das nächste Holz-Pferd-Jahr beginnt 2014 und dauert vom 31. Januar 2014 bis 18. Februar 2015.






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Freitag, 8. November 2013

Kasagake der Takeda-ryu in Kyoto

Mein Freund Christian ist gerade aus Japan zurück gekehrt und hat sehr schöne Bilder und einen Film vom Kasagake in Kyoto mitgebracht.


Wenn wir über berittenes Japanisches Bogenschiessen sprechen fällt dies meist pauschal unter den Begriff "Yabusame". Das hier gezeigte berittene Bogenschiessen ist jedoch "Kasagake" (auch Kasakake 笠懸, かさがけ wörtl. Hut-Schiessen).

Kasagake Darstellung auf einer Emakimono "Obusuma Saburo ekotoba", etwa 1250.

Im Gegensatz zu Yabusame (流鏑馬) wird hier auf verschiedenartige Ziele geschossen und der Schütze verlangsamt den Lauf des Pferdes nicht.







Yabusame ist eher eine Art formaler Zeremonie, geschaffen um die Myriaden der Shintō-Götter zu unterhalten und günstig zu stimmen und so ihren Segen für Land, Volk und Ernte herabzurufen. Es wird hauptsächlich von der Ogasawara-ryū praktiziert, deren Gründer, Ogasawara Nagakiyo, vom Shogun Minamoto Yoritomo (1147–1199) zur Gründung einer Schule des Bogenschießens aufgefordert wurde. Yoritomo wollte fähige und disziplinierte Soldaten, und Bogenschießen wurde als guter Weg gesehen, die für einen Samurai erforderlichen Eigenschaften einzuüben. In der Hitze der Schlacht unter Beschuss den Bogen wiederholt ruhig auszuziehen, zu zielen und abzuschießen, galt als Zeichen für den wahren Samurai, der seine Übung und seine Furcht gemeistert hatte.










Kasagake hingegen wird von der bereits im 9. Jahrhundert von Minamoto Yoshiari auf Befehl von Kaiser Uda gegründeten Takeda-ryu praktiziert. Die Takeda-ryu wurde in klassischen Samurai-Filmen wie Akira Kurosawas "Die sieben Samurai" (1954) und "Kagemusha" (1980) gezeigt. Der berühmte Samurai-Darsteller Toshiro Mifune war Schüler der Takeda-ryu.

Kasagake hat sich zu einer praktischen Übung der Kampfkunst entwickelt und konzentriert sich auf technische Elemente des berittenen Bogenschiessens, ist also eher eine Kampfkunst als ein zeremonielles Ritual.









Regeln und Arten des Kasagake

Die Details mögen sich in den einzelnen Zweigen der Schule unterscheiden. Hier aber einige Beispiele:

Die Rennbahn/Schiessbahn
Kasagake wird auf einer 190 Meter langen Galoppbahn ausgetragen. Zäune, "rachi" (埒, らち) genannt befinden sich auf beiden Seiten der Rennbahn "saguri" (疏, さぐり). Das Ziel befindet sich am 71 Meter-Punkt vom Startplatz "babamoto" (馬場元, ばばもと) auf der linken Seite der Bahn. Der Schütze schiesst auf das Ziel während er die Bahn abgaloppiert.

Kleidung
Wie beim Yabusame tragen die Schützen Hitatare (直垂, ひたたれ) und 行縢. Die Ärmel werden nicht geschnürt und traditionelle "igote" (射籠手, Armschützer) werden getragen. Der Schütze trägt keinen Hut denn der Hut stellte in den alten Zeiten das Ziel dar.

Die unterschiedlichen Kasagake Ziele und Stiele

Tōkasagake (遠笠懸, とおかさがけ wörtl. weit entferntes Hut-Schiessen)
Tōkasagake ist der meist verbreitete Stiel beim Kasagake. Ein Kreis von 55cm Durchmesser befindet sich 11,4 - 22,7m entfernt. Im Gegensatz zum Yabusame wird nur auf ein Ziel geschossen.

Kokasagake oder Ogasakake (小笠懸, こかさがけ or おがさがけ wörtl. kleines Hut-Schiessen)
Wird üblicherweise durch wiederholte Durchläufe des Tōkasagake geritten. Kleine (24 cm - 48 cm) quadratische Holzbretter die auf einem Bambuspfahl gesteckt sind werden mit kleineren Pfeilen beschossen. Das Ziel befindet sich 2,3 m vom Zaun entfernt auf einer tief gelegenen Position.

Kuji Kasagake (籤笠懸, くじかさがけ wörtl. Lotterie-Schiessen)
Kasagake das als Kampfkunst Wettbewerb durchgeführt wird. Der Schiedsrichter (検見役) und der Schriftführer (日記役) sind hierbei wichtige Personen. Zehn Teilnehmer werden in durch das Los in Gruppen zu zwei Personen aufgeteilt und kämpfen um die höhere Trefferzahl.

Shinji Kasagake (神事笠懸, しんじかさがけ wörtl. göttliches Hut-Schiessen)
Kasagake das als Schrein-Zeremonie durchgeführt wird. Es wird auf Hirsche, Vögel oder Fische geschossen die dem Schrein geweiht sind.

Hyakuban Kasagake (百番笠懸,ひゃくばんかさがけ wörtl. 100-mal Schiessen)
Wird als Weihegebet durchgeführt. Jeder Schütze schiesst 100-mal.

Tanabata Kasagake (七夕笠懸, たなばたかさがけ) oder auch Sichido Kasagake (七度笠懸, しちどかさがけ wörtl. 7-mal Hut-Schiessen)
Kasagake als Tanabata Veranstaltung. Die Schützen schießen sieben Mal auf das Ziel oder schießen auf sieben Ziele.

Hasamimono (挟物, はさみもの wörtl. eingeklemmte Gegenstände)
Die Schützen schiessen auf Ziele (typischerweise Fächer) die auf Bambusstangen gesteckt werden. Dies wird zur Entspannung praktiziert. Hasamimono gibt es auch in anderen Kyudo Schulen











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Mittwoch, 6. November 2013

Hieb- und Stichfest / East meets West

Den Bogen zwischen den Polen "Kampfkunst - Kampfsport, Ost - West" spannt das "Hieb- und Stichfest" am Samstag den 16.11.2013 in der Sporthalle Bergisch Neukirchen in Leverkusen.

Wie der Name schon vermuten lässt, stehen beim Hieb- und Stichfest die bewaffneten Disziplinen im Mittelpunkt. Sowohl in Japan wie auch in Europa wird heute immer noch der Umgang mit traditionellen Waffen wie Schwert und Lanze praktiziert.




Eine Auswahl einzelner Disziplinen präsentiert das Hieb- und Stichfest. Dabei deckt es bewusst die Bandbreite von Kampfsport bis Kampfkunst ab, sowie von Disziplinen aus Europa und Japan. Im ersten Teil werden die Disziplinen durch Vorführungen vorgestellt. Im zweiten Teil haben die Zuschauer dann die Chance, selbst in mehrere Disziplinen hinein zu schnuppern und die ersten eigenen "Gehversuche" zu unternehmen.

Zur Homepage geht es hier: Link

Programm, Ort und Zeit: Link

Das Flugblatt zur Veranstaltung: Link

Mein Dank geht an Stefan Dieke von "Alte Kampfkunst" in Wuppertal.



Ein Event den man sich nicht entgehen lassen sollte!

Ort:
Sporthalle Bergisch Neukirchen
Gegenüber Hallenbad Bergisch Neukirchen
Wuppertalstraße 10
51381 Leverkusen







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Dienstag, 22. Oktober 2013

On-yumishi Kanjuro Shibata XX. verstorben

Am 21. Oktober 2013 verstarb im Alter von 92 Jahren On-yumishi Kanjuro Shibata XX. (御弓師 二十代 柴田 勘十郎 Shibata Kanjūrō ), der zwanzigste in einer langen Reihe von yumishi (Bogenbauer) und Kyudo Lehrern der Heki Ryū Bishū Chikurin-ha (日置流尾州竹林派). Seit 1980 hat Shibata XX. mehr als 25 Kyudojo in den Vereinigten Staaten, Kanada und Europa gegründet.



Kanjuro Shibata XX. Sensei (R.I.P)


Die offizielle Mitteilung von zenkokyudojo.org:

Dear Kyudo Family,

It is with a full and empty heart that I am writing to give you news of our Kyudo Master Shibata Sensei's passing today. He took his last breath at about 3:00 this afternoon, very peacefully. His passing was entirely unexpected, although he had been having lung issues on and off throughout this year and more so due to poor air quality following the recent flood in Boulder. I was with him, holding his hand, and only knew a few minutes beforehand that this end was near. His daughter, Hatsue, and granddaughter, Aki, are here now and more family are arriving tonight and tomorrow.

He is now laid out before the shrine in Zenko Iba. We will write to you all again shortly with details of ceremonies to follow.

Please keep him and all his Kyudo family in your hearts and practice.

With love,

Carolyn Kanjuro


Der 1921 in Kyoto geborene Kanjuro Shibata XX. war von 1959 bis 1994 der offizielle Bogenbauer des Japanischen Kaisers bis sein adaoptierter Sohn Nobuhiro zum Nachfolger als der XXI. in der Shibata-Linie die Aufgabe des kaiserlichen Bogenbauers übernehm.






„Wir polieren nicht Stil oder Technik unseres Schiessens, sondern unseren Geist. Die Würde des Schiessens ist der wichtige Punkt. So unterscheidet sich Kyudo von herkömmlichem Bogenschiessen. Im  Kyudo gibt es keine Hoffnung. Hoffnung ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, das durch lange und wahre Praxis unsere natürliche Würde als menschliches Wesen sich entfaltet. Diese natürliche Würde ist immer in uns, aber durch Hindernisse verdeckt. Wenn diese ausgeräumt werden, scheint unsere natürliche Würde hervor.“
- Kanjuro Shibata Sensei.


"Enso" Kalligraphie von Kanjuro Shibata XX.



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Donnerstag, 17. Oktober 2013

Kyudo Weltmeisterschaft 2014 - World Cup of Kyudo 2014

Mehr als 1.500 Schützen aus aller Welt treffen sich vom 19. - 20. Juli 2014 in Paris zur Kyudo Weltmeisterschaft.



Meister aus Japan und den westlichen Ländern treffen sich im Herzen von Paris, im Sportzentrum der Jean Sarrailh Universität das für dieses aussergewöhnliche Ereignis in ein Kyudojo umgestaltet wird. Die Weltmeisterschaft wird unter der Schirmherrschaft der "IKYF - International Kyudo Federation" und der "FFKT - Fédération de Kyudo Traditionnel France" organisiert.

Es war das französische Team das als erstes ausländische Team der Welt-Turnier die Kyudo Weltmeisterschaft in Tokio 2010 gewann.



Dieses Ereignis sollte sich niemand der an Kyudo interessiert ist entgehen lassen!
Die Web-Seite zu diesem Event ist sehr schön gestaltet und bietet weitere Informationen: "World Cup of Kyudo 2014"







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Mittwoch, 16. Oktober 2013

Die 2013 All Japan Iaido-Meisterschaften

Letzte Woche trafen sich Iaidoka aus ganz Japan in der Kleinstadt Beppu, in der Oita Prefektur im Südwesten der Insel Kyushu zu den "48. All Japan Iaido Championships". Gerade in Oita gibt es viele sehr bedeutende Iaidoka. Dies geschah im Rahmen der Meisterschaften der in der "All-Japan Kendo Federation" angeschlossenen Budo-Sportarten. In zwei Wochen werden im Nippon Budokan die "All Japan Kendo Championships" ausgetragen und bereits vor zwei Wochen wurde "The National Jodo Tournament" in Sapporo ausgetragen.

Die Ergebnisse:

1. Platz: Oita (17.47 Punkte)
7. Dan: KOSAKA Ryuichiro 6.18
6. Dan: OOISHI Kensuke 5.16
5. Dan: OHIRA Tomokazu 6.13

2. Platz: Kanagawa (13.37 Punkte)
7. Dan: MORISHIMA Kazuki 4.12
6. Dan: HARADA Wataru 6.16
5. Dan: INARI Yuko 3.09

3. Platz: Fukushima (9.27 Punkte)
7. Dan: INOUE Takahiro 3.09
6. Dan: SHIOMI Toshio 2.07
5. Dan: SAKUMA Satoru 4.11

Die individuellen Ergebnisse:

7. Dan:
1. Platz: KOSAKA Ryuichiro (Oita)
2. Platz: SEKI Nobuhide (Ibaraki)
3. Platz: KUMEDA Takahiro (Tokyo)
3. Platz: MORISHIMA Kazuki (Kanagawa)

6. Dan:
1. Platz: HARADA Wataru (Kanagawa)
2. Platz: OOISHI Kensuke (Oita)
3. Platz: KURIHARA Tomio (Hiroshima)
3. Platz: SASAHARA Koichi (Hokkaido)

5. Dan:
1. Platz: OHIRA Tomokazu (Oita)
2. Platz: NORIMATSU Soshi (Ehime)
3. Platz: UTSUMI Naoya (Tokushima)
3. Platz: SAKUMA Satoru (Fukushima)

Einen ausführlichen Artikel mit vielen schönen Bildern findet man hier: "Kendo World"


Ein Film mit den Highlights der Meisterschaft:









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Donnerstag, 12. September 2013

Die Kampfkunst der Bergkobolde (Tengu)

Anlässlich der offenen Österreichischen Kyudo Meisterschaft im Juni in Wien erwähnte Sven Zimmermann das Büchlein "Zen und Schwert in der Kunst des Kampfes - Tengu geijutsuron (Die Kampfkunst der Bergkobolde) und Neko no myojutsu (Die wunderbare Technik der Katze)" von Issai Chozan.
Ich hatte dieses kleine Werk schon fast vergessen und habe es mir auf Svens Rat wieder einmal durchgelesen.


Eine Passage auf den Seiten 13 - 15 fand ich besonders interessant:
Ein weiterer Kobold sprach: "Mit einem Schwert schlägt man, mit einem Speer sticht man. Schlagen und Stechen kennen ihre jeweils eigenen Techniken. Beherrscht man die Techniken nicht, kann man nicht angemessen reagieren. Selbst wenn der Geist stark ist, darf man die Form nicht vernachlässigen, sonst trifft man dort, wo man gar nichts bewirken kann. Darum heißt es: "Wähle etwas aus, und schon glänzt es nicht mehr; rede darüber, schon macht es keinen Sinn mehr." Man würde doch auch einen erleuchteten Zen-Mönch nicht zum General machen und ihm die Staatsführung anvertrauen, nur weil sein Geist frei von Unreinheit, Sorgen und Täuschungen ist; so lange seine Technik noch nicht ausgereift ist, könnte er sich doch kein Verdienst erwerben.
Jeder weiß, wie man einen Bogen spannt und einen Pfeil abschießt. Doch wenn man nicht fest auf dem Weg des Bogenschießens steht, wird die Technik nicht ausreichen. Dann wird der Bogen nur willkürlich gespannt und der Pfeil wird ohne Durchschlagskraft sein und meist das Ziel verfehlen. Absicht und Form müssen aber genau sein und das ki den ganzen Körper durchströmen und beleben. Der Eigenheit eines Bogens darf man nicht entgegenstehen, sondern muss mit ihr eins werden. Beim Spannen des Bogens stelle man sich vor, dass der eigene Geist Himmel und, Erde sowie die Leere bis hin zum Ziel erfüllt; wenn keine Gedanken sich mehr regen, entlässt man aus diesem Nicht-Geist den Pfeil. Danach ist man sich selbst noch näher. Nachdem man das Ziel getroffen hat, legt man den Bogen gelassen zur Seite. So verläuft die Übung auf dem Weg des Bogenschießens. So kann man seinen Pfeil weit und mit großer Durchschlagskraft fliegen lassen. Bogen und Pfeil bestehen zwar aus Holz und Bambus, doch wenn man mit ihnen eins wird, sind auch sie vom Geist und dessen Mysterium durchdrungen.
Dies erreicht man nicht mittels reiner Klugheit. Man kann dieses Prinzip zwar vorab studieren, doch wenn man es nicht wirklich mit dem Geist durchdrungen hat und wenn die Technik unreif ist und noch nicht genügend geübt wurde, dann dringt man nicht in jenes Mysterium ein. Wenn innere Absicht und äußere Haltung nicht stimmen, ist der Zusammenhalt von Sehnen und Knochen nicht gewährleistet. Und wenn das ki nicht den ganzen Körper ausfüllt, wird man den Bogen nicht lange kraftvoll spannen können. Ein kraftloses ki und ein unruhiger Geist verleiten dazu, sich auf die eigene Klugheit zu verlassen, was nicht dem Weg des Bogenschießens entspricht. Verwendet man reine Kraft, um die Bogensehne zu kontrollieren, verletzt man die Eigenheit des Bogens und kann nicht mit ihm eins werden. Man selbst und der Bogen sollen sich vielmehr gegenseitig durchdringen, sonst kann der Pfeil nicht weit fliegen und wird keine Durchschlagskraft besitzen."


Ich glaube jeder weitere Kommentar zu diesem Text erübrigt sich. Viel Spaß beim Lesen und nachdenken und vor allem beim Üben!

Quelle:








Zen und Schwert in der Kunst des Kampfes
"Tengu geijutsuron (Die Kampfkunst der Bergkobolde) und Neko no myojutsu (Die wunderbare Technik der Katze)"
Autor: Issai Chozan
Broschiert: 80 Seiten
Verlag: Angkor; Januar 2007
ISBN-10: 3936018472
ISBN-13: 978-3936018479
Preis: EUR 9,90





Montag, 19. August 2013

2. Internationale Kyudo Taikai in Paris 2014

Dieses Mal haben es unsere Japanischen Freunde ja richtig eilig. Hier die erste Ankündigung für die "Second World Kyudo Taikai - Paris, July 19-20th, 2014"



Mein Dank an Mr. Mudan vom "Kyudo Project Blog!"

Weitere interessante Kyudo Neuigkeiten:


  • 2014 werden die Prüfungsseminare wieder in Paris stattfinden, gemeinsam mit der oben angekündigten 2. Kyudo Taikai.
  • Dan Prüfungen ohne Seminar sind in nächster Zeit von Japan aus nicht geplant bzw. gewünscht.
  • Für die Europameisterschaften 2015 hat sich Moskau beworben.
  • Auf die Anfrage des DKyuB-Präsidiums für eine Ausrichtung der EKF-IKYF Seminare 2015 hatte sich nur Hamburg gemeldet. Der DKyuB hat dazu einen Vorschlag bei der EKF eingereicht, bisher ist jedoch keine Antwort aus Japan eingetroffen.





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Freitag, 21. Juni 2013

Arbeit und Budo

In meinem alltäglichen Leben arbeite ich für einen der führenden Anbieter auf dem Gebiet des "High Performance Computing", also ich habe Supercomputern und Computer-Clustern zu tun. In diesem Zusammenhang war ich drei Tage auf der jährlich stattfindenden "International Super Computing Conference" in Leipzig. Was hat das mit Kampfkunst und Budo zu tun? Nun, es hat mir gezeigt das man wenn man sucht überall Bezüge und Hinweise zum Budo finden kann. Sei es nur wenn man plötzlich vor dem Messe stand eines Japanischen Supercomputer Instituts steht.



Es handelte sich um den Stand von RIKEN (RIKEN Web-Seite & RIKEN auf Wikipedia), einem Japanischen Forschungsinstitut für Naturwissenschaften.


Mit dem gemeinsam mit Fujitsu entwickelten Supercomputer namens "K computer" (K computer Web-Seite & K computer auf Wikipedia) belegen RIKEN und Fujitsu in der im Juni 2011 veröffentlichten 37. Auflage der TOP500, einer Liste der weltweit 500 schnellsten Computersystem, den Spitzenplatz. Mit SPring-8 betreibt RIKEN eines der weltweit leistungsstärksten Synchrotrone.
Symbol bzw. Kalligraphie von K computer ist ein "Eye Catcher":




Aber noch überraschter war ich als ich die "Werbegeschenke" von RIKEN sah: Drei verschiedene Tenugi.




Ein Tenugui (手拭い häufiger 手ぬぐい) ist ein traditionelles japanisches Handtuch aus dünnem, normalerweise farbig bedrucktem Baumwollstoff und in der Regel etwa 30 x 90 cm groß. Die langen Seiten sind durch Webkanten gesichert, die kurzen einfach abgeschnitten, so dass das Tenugui beim Gebrauch etwas ausfranst. Tenugui wurden in Japan in der Edo-Zeit populär, als die strengen Standesregeln etwas gelockert wurden und die einfache Bevölkerung erstmals Baumwolle benutzen durfte. Tenugi werden im Kendo auf dem Kopf unter dem Men getragen, werden aber auch im Iaido oder Kyudo und anderen Budokünsten als Schweißtuch verwendet. Auch als Kunstobjekt werden antike und zeitgenössische Tenugui ihres ästhetischen Wertes wegen gesammelt. Gelegentlich werden auch zu bestimmten Anlässen Tenugui zur Erinnerung ausgegeben. Tenugui werden natürlich nicht nur in Japan verwendet, sondern auch in Korea.
Ich selbst besitze eine Sammlung von einigen dutzend verschiedenen Tenugi und war sehr froh diese drei Neuzugänge von RIKEN erhalten zu haben.

Wenn man aufmerksam hinschaut findet man überall einen Bezug zum Budo und wenn es "nur" Tenugi sind.










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