Dienstag, 31. Dezember 2013

Hatsuyume (初夢)

Hatsuyume (jap. 初夢, dt. „erster Traum“) ist das japanische Wort für den ersten Traum den man im neuen Jahr hat.


Da die Menschen nach dem japanischen Neujahrsfest am ersten Januar erst wieder zum normalen Alltag finden, ist es der Traum in der Nacht zum zweiten Januar. Dieser hat sich aufgrund der verschiedenen japanischen Kalender jedoch im Verlauf der Geschichte verschoben. Der Traum soll vorhersagen, welche Erwartungen der Träumende an das neue Jahr stellen kann. Seit der Feudalzeit gab es verschiedene Bräuche und Anstrengungen, welche helfen sollten, dass ein glücklicher Traum geträumt wird. So legten sich in der Muromachi-Zeit die Menschen aller Gesellschaftsschichten ein Abbild eines Segelschiffs (Takarabune) mit dem Wort „Schatz“ auf den Segeln unter ihre Kopfkissen. Es soll Glück bringen, zuerst vom Berg Fuji, zweitens von einem Falken (Taka) und schließlich drittens von einer Aubergine (一富士二鷹三茄子, ichi fuji, ni taka, san nasubi) zu träumen. Dieser Glaube findet sich seit der Edo-Zeit wieder.


Die genaue Herkunft dieses Aberglaubens ist nicht geklärt. Eine Theorie lautet, dass es sich dabei um hohe Gegenstände handelt.

Nun, der Fuji ist irgendwie klar. Wer jemals in Japan war und ihn gesehen hat, den heiligen Berg Japans, versteht seine Bedeutung. Er dominiert die Landschaft auf bis zu hundert Kilometer. Es ist so viel höher als alles in der Umgegend und Menschen sollten nach 'Höherem' streben. Daher ist ein Traum in dem der Fuji vor kommt in Japan ein gutes Omen.

Der Falke ist ein wenig komplizierter zu erklären. Einige Menschen glauben er ist ein gutes Omen weil er 'hoch', fliegt, andere sagen, weil er vom nächst höchsten Berg in der Nähe des Fuji, dem Ashitaka kommt, erscheint er in dieser Aufzählung. Die sympatischte Erklärung ist die, das der Falke das 'ergreift" bzw. 'packt' was er haben will. Daher soll man ebenfalls los ziehen und das 'ergreifen/anpacken' was man in diesem Jahr erreichen will, so wie ein Falke.

Die Aubergine ist am schwersten zu erklären. Manche behaupten der Grund liegt in dem extrem 'hohen' Preis den man in den alten Zeiten für Auberginen bezahlen musste. Eine Fortsetzung der 'hoch'-Theorie). Die schönste Theorie ist jedoch die, das im japanischen Aubergine 茄子 geschrieben wird. Es gibt aber auch ein anderes Kanji mit der gleichen Aussprache 成す und diese Kanji bedeutet 'erreichen/vollbringen'. Wenn man also von der Auberginen 'Nasu' träumt, kann man die Dinge die man in diesem Jahr anstrebt auch 'erreichen' (Nasu).


Gelegentlich wird diese Reihe fortgesetzt durch Fächer, Tabak und kahlköpfiger, blinder Mönch (四扇五多波姑六座頭, shi ōgi, go tabako, roku zatō), ein Aberglaube den selbst viele Japaner nicht mehr kennen.

Ein Fächer ist allgemein ein japanisches Glückssymbol und somit natürlich ein gutes Omen für den ersten Traum.

Tabak, in diesem Fall der Tabakrauch steigt hoch in den Himmel. Ein weiterer Baustein in der 'hoch'-Teorie.

Ein kahlköpfiger, blinder Mönch ist etwas schwerer zu deuten. Die interessanteste Theorie, ist die, dass kahle Mönche keine Haare (Ke Ga Nai) haben und das 'Ke Ga Nai" auch bedeuten kann "keine Verletzungen zu haben". Also wenn man von einem Mönch mit Glatze träumt bleibt man im neuen Jahr gesund und unverletzt.

一富士, 二鷹, 三茄子, 四扇, 五煙草, 六座頭

Ich wünsche gute Träume!






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