Samstag, 16. Februar 2013

Der OCS Japanstore in Düsseldorf & Frankfurt schliessen!

Eine sehr bedauerliche Nachricht erreichte mich über einen befreundeten Blog, den "BENTO LUNCH BLOG":

Der OCS Japanstore in Düsseldorf und Frankfurt schliessen!


Ab dem 31. März 2013 wird es den OCS-Japanstore in Düsselorf und Frankfurt nicht mehr geben. Der Laden führt dann lediglich sein Hauptgeschäft, nämlich den International-Paketdienst, Zeitungen und Abonnementservice sowie Bestellungen weiter.


Mitteilung über den Geschäftsschluss Düsseldorf
Sehr geehrte Kunden, wir, OCS JAPAN STORE Düsseldorf und Frankfurt müssen leider unser Geschäft zum 31.März.2013 schließen. Wir bedanken uns für Ihre jahrelange Treue und bitten um Ihr Verständnis.
Wir werden mit unserem Hauptservice von International-Paketdienst, Zeitungen, und Abonnementservice sowie Bestellungen, unser Geschäft weiterleiten. Wir bieten unseren „Online Shop“ an, damit wir weiterhin Ihre Wünsche erfüllen können. Die ausführlichen Informationen werden wir Ihnen durch unsere Web Seite und OCS NEWS bekannt geben.
Ab April 2013 ziehen wir um in die Kurfürstenstraße.37,
(gegenüber dem ASAHI HOTEL). Unsere Kontaktadressen (Telefonnummern, Faxnummern, E-Mail Adressen) bleiben unverändert.
Wir, das OCS JAPAN STORE Team, wünschen uns weiterhin gute Zusammenarbeit und Ihr Verständnis.
Mit den besten Grüßen
Tsuyoshi Shudo Geschäftsleitung OCS (Deutschland) GmbH

Das ist eine sehr schlechte Nachricht und wirft ein sehr bedenkliches Licht auf unsere momentane wirtschaftliche Entwicklung!



Liebe Leser, nutz die verbleibende Zeit, es gibt sicher einiges zu günstigen Preisen zu erstehen!

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Donnerstag, 7. Februar 2013

Eine Heki Ryu (Makiwara) Kagami Biraki-Zeremonie

Eine Heki Ryu (Makiwara) Kagami Biraki-Zeremonie Vorführung am 10. Januar 2011 im Okayama Budokan. Nicht wirklich neu aber sehenswert.
Der aufmerksame Zuschauer wird einige Unterschiede zu dem "Heki" das in Deutschland praktiziert wird erkennen.




日置流 巻藁前 (前半)
1. Teil Heki Ryu Makiwara

日置流 巻藁前 (後半)
2. Teil Heki Ryu Makiwara

岡山武道館鏡開き式 演武 弓道「日置當流巻藁前」平成25年1月14日 
Kagami Biraki Zeremonie 

Der Schütze ist Tokuyama Hidenori vom Tokuyama Dojo aus Okayama.


Okayama Budokan Homepage
Okayama Budokan auf Facebook, sehr schöne Bilder.



Zum Abschluss noch was in Rüstung.
三河日置流雪花派 具足弓演武 





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Sonntag, 3. Februar 2013

Umgang und Pflege eines Take Yumi (Bambus Yumi)

Yumi Pflege


Folgender Text ist die deutsche Übersetzung des aktuell überarbeiteten Textes "Yumi Care" des amerikanischen Yumishi Don Symanski. Don baut seit vielen Jahren Take-Yumi die er über seine Web-Seite "Zen Kyudo" vertreibt. Don hat das Bauen von Bambus Yumi bei Shibate XXI. in Kyoto gelernt.
Kanjuro Shibata Sensei XXI. (Nobohiro san) hat bereits 1994 den offiziellen Titel "Kaiserlicher Bogenbaumeister" und auch die Bogenbauwerkstatt seines Schwiegervaters in Kyoto übernommen. Waka Sensei (junger Meister, wie er auch genannt wird) hält regelmäßig Kyudoseminare und Yumi Baukurse in Europa.

Don fertigt folgende Arten Take-Yumi an: Basic bamboo yumi; Higo bamboo yumi; Tempered Bamboo yumi; Shihochiku yumi und Lacquered yumi. Eine echte Alternative bevor man als Anfänger tausend und mehr Euro für einen japanischen Take-Yumi ausgibt. Besonders da man als Anfänger seinen neuen Take-Yumi schnell ruinieren kann und sicher auch wird.

Der junge Kanjuro Shibata XXI. (als er noch "Nobohiro san" war) 
und der junge Don Symanski vor vielen, vielen Jahren!

Einem Bambus-Yumi (Take Yumi) wohnen im gespannten und ungespannten Zustand lebendige Eigenschaften inne. Er besteht aus den natürlichen Materialien Bambus (Bambus ist ein Gras, kein Holz. Daher ist es auch besonders hygroskopisch), Holz, Leim, Leder und Rattan. Durch die Kunstfertigkeit eines Bogenbauers (Yumishi) werden diese Materialien geformt und in eine lebendige Gestalt gebracht. Keine zwei Bambus-Yumi sind gleich. Jeder besitzt ein ganz eigenes Wesen, das es zu entdecken gilt. Der Besitzer eines Yumi wird zu seinem Pfleger und Gefährten. Richtige Pflege und korrekter Gebrauch gestatten es ihm, zur Ruhe zu kommen und zur Eleganz eines hohen Alters heranzureifen.

Uruhazu eines Symanski Yumi

Verschiedene Motohazu mit dem Logo von Don Symanski


Wenn die ausgewogene Form eines Yumi bewahrt und er richtig geschossen wird, wird er dir gute Dienste tun und viele Jahre lang dein Lehrer sein. Berücksichtige dabei auch den Umfang an Erfahrung und Gefühlen, die sich während seiner gesamten Lebensdauer in dir entwickeln.

Wenn man die Pflege eines Yumi außer acht lässt, sei es durch einfache Vernachlässigung oder unachtsamen Gebrauch, wird er sein Leben verlieren. Ein einfaches Beispiel dafür ist die Tatsache, dass er sich, wenn du ihn längere Zeit unbeachtet in einer Zimmerecke stehen lässt, verzieht und seine Ausgewogenheit verliert, bis er nicht mehr zu gebrauchen ist und zu einer kraftlosen Antiquität wird.

Aufspannen des Yumi

Deine gesamte Aufmerksamkeit, Wachsamkeit und Vorsicht ist notwendig wenn man mit ein mit einem Yumi umgeht und ihn spannen will. Bevor man einen Yumi spannt, sollte er auf Unregelmäßigkeiten untersucht werden, so z.B. Risse im Bambus oder Ablösungen in den Laminaten. Erst dann sollte der Yumi gespannt werden.

Die obere rote Schlaufe (Tsuruwa) der Sehne (Tsuru) wird in die obere Nocke (Uruhazu) des Yumi gehangen, so dass der Knoten in der Mitte der Uruhazu liegt. Die Sehne kann auch etwas nach rechts zeigen. Die Schlaufe ist nach rechts eingedreht und die untere Schlaufe an der unteren Nocke (Motohazu) ist nach links eingedreht.


Während du dich in kniender Stellung befindest, wobei die obere Spitze des Yumi die Erde berührt und die letzte untere Krümmung auf deinem gebeugten rechten Knie ruht, fasst deine linke Hand den Yumi mit lockerem Griff so, als ob du damit schießen wolltest. Die rechte Hand hält die Tsuru locker, während sie den Yumi zwischen der ersten und der zweiten inneren Nodie unterhalb des Griffleders fasst. In erster Linie ist es der Zweck der rechten Hand, dabei behilflich zu sein, dass der Yumi völlig gerade nach unten gelenkt wird.


Abb. 2: Kniende Stellung zum Spannen eines Yumi
(Halten des Yumi und der Tsuru)

Mit deinem linken Arm, wobei der Ellbogen durchgedrückt ist, verlagere das Gewicht deines Oberkörpers langsam und achtsam in einem rechten Winkel nach unten zum Boden, bis du spürst, dass der Yumi genug gekrümmt ist, um die Tsuru über die Motohazu zu streifen.

Behalte diese Position bei und lass deine rechte Hand mit der Tsuru am Yumi entlang gleiten bis zur Motohazu. Halte in dieser Position deinen Blick auf den Bereich der Urahazu gerichtet. Schaue nicht zurück zur unteren Schlaufe der Tsuru. Streife die untere Schlaufe der Tsuru über die Motohazu.

Abb. 3: Kniende Stellung mit der Tsuru auf dem Yumi

Sobald du die untere Schlaufe der Tsuru über die Motohazu gestreift hast, vergewissere dich durch abtasten, dass sie sicher aufliegt. Nachdem die untere Schlaufe sicher aufliegt, lass deine Hand wieder in die ursprünglichen Stellung zurück gleiten.

Während du den Druck deines Körpergewichts langsam zurück nimmst bis kein Druck mehr zu spüren ist, achte darauf das die obere Schlaufe in der Mitte liegt. Löse deine rechte Hand vom Yumi sobald du spürst, dass die Tsuru auf dem Yumi gerade ausgerichtet verbleibt.

Halte den unteren Teil des Yumi in kniender oder stehender Position mit der rechten Hand gerade vor dich, auf deinen Körper zentriert (Abb. 4). Die Spitze des Yumi liegt auf dem Boden.


Während du den Blick an der Tsuru entlang gleiten lässt, prüfe den oberen, mittleren und unteren Bereich des Yumi. Die obere Schlaufe liegt in auf Mitte der Urahazu auf, wobei die Sehne entweder mittig ist oder leicht nach rechts liegt. In der Mitte des Yumi liegt die Tsuru entweder mittig oder leicht rechts der Mitte. Am unteren Ende sind Schlaufe und Sehne mittig. Der obere und der untere Bereich müssen bei jedem Aufspannen des Yumi auf gerade Ausrichtung hin überprüft werden. Falls nötig justiere die Schlaufen noch genauer. Dieser gesamte Vorgang ist als Pflege von entscheidender Wichtigkeit bevor man den Yumi benutzt.


Nach einigen Schüssen überprüfe erneut ob die obere Schlaufe noch in der Mitte liegt und falls nötig nimm eine entsprechende Justierung vor.



ENTSCHEIDEND FÜR DIE PFLEGE: Wenn dein Yumi gespannt ist, überprüfe, ob der Abstand von der Innenseite des Griffs (an der Stoßkante zwischen Griffleder und Rattanwicklung) zur Tsuru. Der übliche Abstand liegt zwischen 14 - 15 cm. (Dies ist die Standhöhe. Der korrekte Wert kann von Bogen zu Bogen variieren. Der für deinen Yumi richtige Abstand sollte Dir von deinem Händler oder Bogenbauer mitgeteilt werden.) Falls der Abstand zu klein oder zu groß sein sollte kürze oder verlängere die Tsuru. Um die Tsuru zu kürzen, entspanne den Yumi, indem du die Schritte 2 - 6 in umgekehrter Reihenfolge durchführst. Verändere immer nur die obere Schlaufe. Spann den Yumi erneut überprüfe den Abstand der Tsuru. Diese Standardeinstellung sorgt für das Gleichgewicht des Yumi.

Eine neue Tsuru wird sich dehnen wenn der Yumi aufgespannt steht oder benutzt wird. Achte darauf und korrigiere den Abstand sofort wenn es notwendig ist. Finde den für dich einfachsten Weg diese Messung durch zu führen damit du dies während des Übens schnell und unkompliziert durchführen kannst.

Einen Yumi mit einer zu kurzen oder zu langen Tsuru zu schießen bringt ihn aus dem Gleichgewicht und kann zum Verdrehen oder Brechen des Yumi führen. Wenn du beim Schiessen bemerkst das dein Yumi irgendwie aus dem Gleichgewicht ist, bitte einen erfahrene Schützen deinen Yumi zu kontrollieren.

Ein neuer Yumi

Die Standhöhe (die hohe mittlere Rückkrümmung) eines nicht aufgespannten Yumi sollte genau beobachtet werden denn sie sagt einem wie sehr der eigene Yumi gezähmt ist. (Die Standhöhe wird vom Boden aus hinauf zum höchsten Punkt der mittleren Bogenkrümmung gemessen. Abb. 6) Für gewöhnlich haben ältere, reife und zur Ruhe gekommene Yumi eine niedrigere Standhöhe. Wenn ein neuer Yumi fertig gestellt wurde kann es Wochen oder Monate dauern bis sich seine Form gesetzt hat. Wenn sich ein Yumi gesetzt hat wird sich die ungespannte Standhöhe bei 15 - 20 cm oder etwas darunter eingependelt haben.

Ermitteln der Standhöhe des ungespannten Yumi.

Regelmäßiger Gebrauch hilft dem Yumi zu reifen und sich zu setzen. Durch regelmäßigen Gebrauch wird sich die Standhöhe im ungespannten Zustand im Laufe der Zeit verringern. Regelmäßiger Gebrauch kann einmal am Tag oder einmal die Woche bedeuten. Wenn du einen Yumi besitzt und ihn über Monate hinweg regelmäßig schießt, wird sich die Standhöhe verringern und sich für diesen Zeitraum stabilisieren. Die Standhöhe eines Yumi zu beizubehalten ist ein Weg ihm ein ganzheitliches und ausgewogenes Leben zu ermöglichen. Das wieder herstellen der Standhöhe wird weiter unten besprochen.

Wenn die Standhöhe unter 12,5 cm fällt, lass den Yumi für einige Wochen oder Monate unaufgespannt ruhen. Ein Yumi kann überbeansprucht werden. Üblicherweise besaßen Kyudoka mindestens zwei Yumi die sie im Wechsel der Jahreszeiten benutzten. Ein Grund sich im Gebrauch der Yumi abzuwechseln war der, dass dies dem Yumi erlaubte zu ruhen und einen Teil seiner natürlichen Kraft zurückzugewinnen.

Wenn ein ungespannter Yumi eine Standhöhe von mehr als 25,5 cm aufweist, nachdem er einen Tag oder länger gestanden hat, spanne ihn und lasse die Tsuru eine Woche auf dem Yumi und überprüfe dann die Standhöhe des Yumi erneut. Überprüfe dies unabhängig davon ob der Yumi in Gebrauch ist oder nicht. Lasse die Tsuru auf dem Bogen und überprüfe den Yumi jede Woche bis die Standhöhe stabil bleibt wenn er abgespannt wird.

Ein Yumi wird seine Lebenskraft zeigen, wenn man zu unterschiedlichen Jahreszeiten mit ihm schießt, denn er wird seine Standhöhe verringern oder erhöhen. Prüfe die Standhöhe eines neuen oder gereiften Yumi, vor allem, wenn sich die Wetterbedingungen und damit Hitze und Feuchtigkeit drastisch verändern. Hohe Luftfeuchtigkeit kann die Standhöhe eines ungespannten Yumi vergrößern und große Hitze ohne Feuchtigkeit kann bei einem gespannten Yumi zu einer Verringerung der Standhöhe führen. In Bezug auf die Standhöhe ist große Achtsamkeit von Nöten.

Das Befestigen der Tsuru

Die meisten Yumi sind heute in drei grundlegende Größen eingeteilt. Du solltest die Länge deines Yumi kennen. Die Farbe der verknoteten Schlaufe am unteren Ende deiner gerissenen Tsuru zeigt dir normalerweise welche Länge deine Tsuru haben soll. Jedoch nicht immer da unterschiedliche Tsuru-Hersteller unterschiedliche Farb-Kodierungen benutzen. Du solltest die unterschiedlichen Yumi-Längen und warum sie zu den unterschiedlichen Körpergrößen und Auszugslängen des Schützen passen kennen. Namisun, Nisun, Yonsun etc.

Eine neue Tsuru wird mit einer vorgefertigten geknoteten unteren Schlaufe geliefert. Die Schlaufe ist normalerweise mit lila, hellgrünem, weißen oder braunem Stoff umwickelt. Diese Schlaufe gehört immer an das untere Ende des Yumi. Das ungeformte rote Ende der Tsuru, welches an das obere Ende des Yumi gehört, ist dazu da, dass du daraus eine Schlaufe der richtigen Größe wickelst.

Im großen und ganzen sind die drei Hauptpunkte die du bezüglich der Tsuru und deines Yumi beachten musst:
  1. Dass die Tsuru die richtige Länge hat, so dass die Entfernung vom Griff bis zur gespannten Tsuru ca. 15 cm beträgt.
  2. Dass die beiden korrekt geformten Schlaufen eng an den Endnocken anliegen.
  3. Dass die beiden Schlaufen und die Sehne selbst exakt auf dem gespannten Yumi ausgerichtet sind.
Die ersten beiden Punkte werden nun besprochen.



Eine Schlaufe an einer neuen Tsuru wickeln

1. (Abb.7-8) Knie dich auf den Boden mit dem ungespannten Yumi quer über deinen Knien.

 2. (Abb.8) Hänge die vorgefertigte Schlaufe über die OBERE Nocke (Uruhazu) des Yumi. (A) Den Yumi quer auf den Knien balancierend oder vor dir liegend, lasse die Tsuru straff auf den Krümmungen der Oberseite des Yumi entlang laufen, bis du den Holzrand (dort wo die Ratanwicklung endet und das Holz beginnt) des unteren Nockenbereichs erreichst.(B)
 3. (s. Darst. C) Forme von Punkt B aus nach unten die Biegung einer Schlaufe und halte diese fest. Dann nimm die Schlaufe in deine Hände, so dass du den Knoten wickeln kannst.

Abb. 9: Methode zur Befestigung des Knotens der oberen Schlaufe

4. Nachdem du die Schlaufe gewickelt hast, balanciere den Yumi vor dir auf deinen Knien, lass die Tsuru den Yumi unter Spannung entlang laufen wie in Schritt 2 und VERGEWISSERE DICH, dass der Knoten der Schlaufe sich an dem Punkt befindet, wo du ihn an Punkt B angelegt hast. Bedenke dabei das, dass Formen der Schlaufe an diesem Punkt nicht immer an genau der richtigen Stelle erfolgen wird, aber es ist ein Anfang für weitere Anpassungen.


5. Wenn nun die richtige Länge erreicht ist, hänge die rote Schlaufe, die du geformt hast, über das obere Ende (Urahazu) des Yumi. Sie sollte eng anliegen, aber nicht zu eng. Zentriere die Schlaufe auf der Urahazu und fange an, die Tsuru am Yumi entlang auszurichten. 6. Nimm die korrekte kniende Position ein um den Yumi zu spannen, so wie weiter oben beschrieben.

Wichtig: Die beiden Schlaufen müssen eng auf den Nocken des Yumi anliegen, wenn er gespannt ist. Die Schlaufen und die Tsuru sind auf dem Yumi zentriert, und die Entfernung vom Griff zur Tsuru etwa 15 cm oder etwas weniger beträgt, wie weiter oben erwähnt. Beachte das dieses Maß in Beziehnung zum Abstand der Sehne vom oberen Holz der Uruhazu sthet. Diese beiden Maße wirken aufeinander.


Tsuru Notizen:

Beachte, dass die Tsuru eingedreht ist. Achte darauf, dass die Tsuru eingedreht bleibt wenn sie aufgespannt wird. Falls nötig dreh die Tsuru an der unteren Schlaufe im Uhrzeigersinn ein bevor du sie aufspannst. Zu starkes Eindrehen wird die Tsuru vorzeitig reißen lassen.

Eine Hanf-Tsuru erfordert besondere Aufmerksamkeit. Frage deinen Lehrer oder Übungsleiter, was nötig ist um sie instand zu halten. Achte beim Schießen auf die unterschiedliche Wahrnehmungen die der Gebrauch von Tsuru aus unterschiedlichem Materialien mit sich bringen. (Z.B,. Kevlar im Vergleich zu Hanf) Gestatte einer Tsuru ihr Leben zu vollenden und auf dem Yumi zu reißen. Im Normalfall wird sie reißen während du gerade schießt. Dies kann eine erschreckende aber wertvolle Erfahrung und Erkenntnis sein.

Das Reißen der Sehne beim Schuss erlaubt es dem Yumi seine Bambus- und Holzfasern vollkommen zu dehnen. Der Yumi mag diese Dehnübung. Sie hilft ihm dabei wieder Leben zurück zu bekommen. Es wird manchmal gesagt, dass man wenn eine Tsuru beim Schießen reißt den Yumi etwa einen Tag ruhen lassen soll ohne ihn zu benutzen. Dies ist die persönliche Entscheidung jedes einzelnen Schützen. Andere Schützen halten eine zweite, bereits fertig geformte Tsuru bereit: ziehe sie auf und benutze den Yumi sofort wieder.
(Hier endet die Übersetzung von Don's Text)


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Bemerkungen zum Umgang mit einem neuen Bambus-Yumi
Aus meinen privaten Aufzeichnungen. (Nitombo)

Ein neuer Take-Yumi (Bambus-Yumi) wird vom Bogenbauer (Yumishi) 4 - 8 Wochen aufgespannt gelassen damit er sich "setzen" kann. Wichtig ist das der neue Bogen im abgespannten Zustand seine Standhöhe beibehält wenn er für drei oder mehr Tage ungespannt bleibt.

Den neuen Bogen aufgespannt lassen bis er sich eingependelt hat. Dann erst kann man vier Pfeile pro Tag schießen ohne dabei zu lange im Kai zu verweilen. Der Bogen bleibt aufgespannt. Diese Prozedur wird eine Woche lang wiederholt.

Nach einer Woche wird die Anzahl der Schüsse erhöht. Nach dieser Woche für einige Monate (manche sagen drei Monate) nicht mehr als 20 Pfeile pro Tag schießen.

Wenn die Standhöhe gefestigt ist soll der Bogen nach dem Schießen nicht mehr aufgespannt bleiben.

Ein Zitat des Bogenbauers Higo Saburo (Matsunaga Shigeji):
"Behandle Deinen Bogen wie Du Dich behandelst. Wenn es kalt ist, reibe den Bogen mit einem Tuch aus Seide oder einem Fensterleder warm. Wenn es feucht ist, reibe den Bogen mit einem weichen Tuch trocken. Wenn die Luft trocken ist, sollte der Bogen gelegentlich mit einem feuchten Tuch abgerieben und anschließend trocken gerieben werden."
Nach jedem Training sollte der Bogen mit einem Fensterleder abgerieben werden und die Standhöhe im Abgespannten Zustand korrigieren.

Zum Einschiessen des Bogens vor dem Makiwara sollen schwere Pfeile benutzt werden, am besten 40g und schwerer. Der Pfeil sollte mit großen Federn befiedert sein, damit der Luftwiderstand höher ist.

1. Woche - 4 Pfeile pro Tag (kurzes Kai) - Der Bogen bleibt aufgespannt.
2. Woche - 8 Pfeile pro Tag - der Bogen bleibt nur am Tage aufgespannt
3. Woche - 12 Pfeile pro Tag - der Bogen bleibt nur am Tage aufgespannt
4. Woche - 16 Pfeile pro Tag - der Bogen bleibt nur am Tage aufgespannt
die folgenden 3 Monate - max. 20 Pfeile pro Tag

Ein bekannter Merksatz im Kyudo sagt:
Das Einschiessen neuer Bambuspfeile dauert 3 Tage.
Das Einschiessen eines neuen Bambusbogens dauert 3 Monate.
Das Einschiessen eines neuen Handschuhs dauert 3 Jahre.

Der neue Bambusbogen wird an Zuggewicht verlieren. Innerhalb des ersten halben Jahres bis Jahres kann er 1 - 2 kg Zuggewicht verlieren. Die Zuggewichtsabnahme ist von 13 Faktoren abhängig:

  • Die Form der Kurven des Yumi.
  • Die Länge des Yumi, ist er exakt auf die Auszugslänge des Schützen angepasst.
  • Die Stärke und Kraft des benutzten Bambus. Regionale Unterschiede in den Bambusqualitäten. Wurde gerösteter oder ungerösteter Bambus verwendet.
  • Art und Stärke des im Kern verwendeten Holzes.
  • Dicke des Bambus-Laminats im Verhältnis zur Kerndicke.
  • Aufbau von Bambus und Holz im Kern.
  • Verwendeter Leim.
  • Taper Stärke - Proportionale Abnahme der Bogendicke/Breite vom Griff zu den beiden Enden.
  • Wie der Yumi eingeschossen wird.
  • Körperbau und Persönlichkeit des Schützen in Bezug darauf wie er den Bogen spannt und die Sehne löst.
  • Wie oft der Bogen zu Beginn geschossen wird (Einschiesszeit).
  • Wie oft pro Übungseinheit geschossen wird (5 - 20 Pfeile pro Tag oder 108 Pfeile pro Tag).
  • Ob der Bogen gespannt bleibt oder abgespannt wird wenn es nötig ist.

Bei "normaler" Benutzung und etwa zwei Übungseinheiten pro Woche mit je 10 - 20 Pfeilen am Tag wird der Bogen in einem Jahr etwa 1 Kilo Zuggewicht verlieren.

Diese Werte sind keine festen Größen, sie können variieren!

Ganz wichtig, den Bogen möglichst 30 Minuten bis eine Stunde vor dem Training aufspannen und die Form nach dem Aufspannen kontrollieren und ggf. korrigieren. Den Bogen vor dem Schiessen 2 - 3 Mal trocken aufziehen und den Bogen und die Sehne mit einem Tuch oder Fensterleder warm reiben.

Das Thema Standhöhe ist schon fast religiös zu betrachten. Zuerst einmal sollte sich jeder der sich einen neuen Bambusbogen kauft von seinem Bogenbauer oder Lieferanten verlangen eine 1:1 Zeichnung (wird einfach auf eine Papierrolle gelegt und die Umrisse werden abgezeichnet) geben lassen. Dann hat man immer eine Kontrolle wie der Hersteller den Bogen gespannt und ungespannt entworfen und gebaut hat. Einige Heki Ryu Insai Ha Schützen reden von einer ungespannten Standhöhe von ca. 27 cm. Nun, wenn de Bogen so gebaut wurde mag das stimmen. Jedoch solle der ungespannte Bogen immer eine Standhöhe von 15 - 20 cm haben. Die Form regelmäßig von einem erfahrenen Bambus-Bogen-Schützen anschauen lassen und ggf. korrigieren und/oder einen japanischen Lehrer fragen.

Noch ein Hinweis zur Bogenlänge.
Wenn man weiß, das die Japaner - je nach ihrer Körpergröße im Norden und Süden unterschiedlich - die Tatami und damit auch die Zimmergrößen festgelegt haben, ist als Faustregel anwendbar: Beide Arme über dem Kopf auszustrecken, dort wo die Daumen enden, endet auch der aufgespannte Bogen. Wie so oft in den Handwerkskünsten ist "der Mensch das Maß der Dinge."

Zu guter Letzt: Keine der oben getroffenen Aussagen erhebt den Anspruch eine absolute Wahrheit zu sein! Wie immer in den Japanischen Kampfkünsten gibt es viele Wege die zum Ziel führen. Es handelt sich hierbei um eine Materialsammlung zum Thema "Bambus Yumi". Für jedweden Schaden der durch die Befolgung obiger Hinweise entsteht kann keine Verantwortung oder Haftung übernommen werden. Wer mit einem Bambus-Yumi umgeht und schießt arbeitet mit einem lebendigen Objekt das ein Gedächtnis besitzt. Alles was mit ihm geschieht wird er behalten und sich dementsprechend verhalten. Manch ein Yumi hält Jahrzehnte, manch einer nur einige Monate - das ist Karma! (Das Karma des Yumi und das des Schützen!) Schlussendlich ist alles vergänglich! Vom Schützen wird im Umhang mit dem Bambus Yumi gesunder Menschenverstand und Empathie verlang, nicht das sture Befolgen von Anweisungen und Hinweisen in Bezug auf seine Behandlung.


Mein Dank geht an Don Symanski für seine Unterstützung bei der Überarbeitung seines ursprünglichen Textes. Sowie an all jene die mir geholfen haben dieses Wissen zusammen zu tragen.



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