Montag, 20. Oktober 2014

Kagami Biraki - 鏡開き & Zielspiele (Mato Asobi)

Der Name KAGAMI KIRAKI oder KAGAMI BIRAKI SHIKI, wörtl. "Öffnen des Spiegels" oder auch "Öffnen des Deckels" beschreibt einen alten Samurai-Brauch, der zu Beginn des neuen Jahres ausgeführt wird. Der Name KAGAMI BIRAKI entstand, weil zu den Neujahrsfeierlichkeiten vor dem Spiegel des Hausaltar MOCHI (Reiskuchen) und SAKE aufgestellt wurden, die man am letzten Tag der Feiertage dann vom Altar nahm und gemeinsam verzehrte. Damit war der zuvor durch die Weihegaben verdeckte Spiegel wieder "offen".


Die Zeremonie wird heutzutage nicht nur als Neujahrszeremonie sondern auch bei Hochzeiten, Sportveranstaltungen, Firmeneröffnungen und anderen relevanten Ereignissen durchgeführt.

Der im Altar aufgestellte Reiskuchen wurde zunächst mit einem Schwerthieb "getötet", bevor er direkt oder als Einlange in der OSHIROUKO (eine süße Neujahrssuppe aus AZUKI-Bohnen) verzehrt wurde. Die Anfänge dieser Zeremonie lassen sich bis in die KAMAKURA-Zeit zurückverfolgen, wobei der Zeitpunkt unterschiedlich gewählt wurde.


In der Samurai-Tradition wurden die Deckel der vor oder auf dem Altar abgestellten Sakefässer durch den Lehnsherren und seinen Heerführern aufgeschlagen. Alle Anwesenden tranken gemeinsam von diesem den Göttern geweihten Reiswein, um auf diese Weise ihr Treuegelöbnis zum Lehnsherrn zu erneuern und zu bekräftigen. Egal ob man nun das KAGAMI-BIRAKI mit Reiskuchen oder Sake feiert, stellt es immer eine Bitte für Harmonie und Glück dar. Der Deckel mit seiner runden Form ist ein Symbol von Harmonie.


Bis ca. 1632 war der 15. Januar der Beginn des neuen Jahres. Die Feierlichkeiten dauerten in der Regel fünf Tage, so dass das KAGAMI BIRAKI am 20. Januar zelebriert wurde. Da 1632 der TOKUGAWA-SHOGUN HIDETADA am 20. Januar 1632 verstarb, hielt man es für unangebracht, derartige Festlichkeiten an diesem Datum zu veranstalten und verlegte den Termin auf den 11. Januar. Es findet jedoch aus praktischen Erwägungen meistens am nächstliegenden Sonntag statt, um den Mitgliedern eines BUDOJO die Teilnahme zu ermöglichen. Im NIPPON-BUDOKAN - in der Nähe des Kaiserpalastes in Tokyo - wird das KAGAMI BIRAKI allerdings immer noch am 15. Januar durchgeführt, da dies ohnehin ein Feiertag ist (SEIJIN NO HI = Tag der Erwachsenenfeier). In der Begründung für den Erwachsenenfeiertag wird zwar darauf hingewiesen, das an diesem Tag zu Ende des 14. Jhd. das KAGAMI BIRAKI gefeiert wurde, aber letztendlich hat diese Tradition des SEIJIN NO HI zu dem heutigen Festtag, abgesehen vom Datum, keinen Bezug.


Das KAGAMI BIRAKI im NIPPON-BUDOKAN hat in jedem Jahr einen sehr ähnlichen Ablauf: KYUDO eröffnet den Reigen der Demonstrationen der BUDO-Disziplinen, die durch den Alljapanischen BUDO-Verband repräsentierten werden. Meistens werden diese Vorstellungen durch Spitzenlehrer der jeweiligen Disziplinen dargeboten. Diese Darbietungsfolge wird noch durch die Anfertigung einer Riesenkalligraphie oder der Zeremonie des Rüstungsanlegens (YOROI NO SHIKI) bereichert. Letztere Darbietung kommt einem historischen Umzug gleich. Etwa 30 bis 50 Personen legen dabei nach der "Feiertagspause" wieder ihre Rüstungen wieder an, treten in einem bestimmten, der TOKUGAWA-Hofsitte entsprechenden Arrangement auf und führen die Erneuerung des Treuegelöbnisses an Neujahr mit vielen Details nach. Nach dem gemeinsamen SAKE stößt die Gruppe dann gemeinsam ein markerschütterndes "BANZAI" aus, gewissermaßen als Einstimmung auf die Kämpfe des kommenden Jahres, bevor sie die Arena verlässt.

Im Anschluss an diese Darbietungen werden dann Ehrungen und Ordensverleihungen für verdiente Lehrer und Funktionäre durch die Vertreter der Ministerien und Verbände vorgenommen und man posiert ausdauernd für Erinnerungs- und Gruppenfotos.





Zielspiele - Mato Asobi

Zu besonderen Gelegenheiten, wie am Ende eines Trainingslagers, eines Wettkampfes oder aber zu Neujahr werden sogenannte MATO-ASOBI von den KYUDOKA veranstaltet. Die Zielspiele sind eine heitere Variante des Bogenschießens und sollen den Beteiligten vor allem Spaß machen.
Eröffnet werden die MATO-ASOBI gewöhnlich mit 4 Schüssen gegen das normale HOSHI-MATO und am Schluss steht meistens das Schießen gegen die Gold- und Silberscheiben. Dazwischen können in freier Reihenfolge und nach einem beliebigen Zählsystem die verschiedenen Zielscheiben für die Zielspiele benutzt werden.


Da beim MATO-ASOBI die Zählweise (Minuspunkte, verschieden hohe Zahlenwerte für Treffer und Nichttreffer) willkürlich durch die Teilnehmer festgelegt wird, kann es im Endergebnis - wenn man alle Schützen zusammenzählt - manche Überraschung geben.
In Japan spendet häufig jeder Teilnehmer wie beim Julklapp, ein kleines Geschenk, das er vor dem Wettkampf dem DOJO-Leiter übergibt. Dieser übernimmt am Ende des Wettkampfes dann auch die Verteilung.

1. KOHAKU - Weiß und Rot - 白赤的


Das MATO besteht aus einem Kreis von 45 cm Durchmesser, der vertikal je zur Hälfte in einen weißen und roten Halbkreis geteilt ist. Es wird in zwei Durchgängen mit jeweils 2 Pfeilen geschossen und dabei ist die rote Hälfte einmal links und einmal rechts.
2 Schützen schießen gleichzeitig überkreuz auf das MATO und zwar so, dass der vordere Schütze nur in das hintere Feld des MATO und der hintere Schütze nur in das vordere Feld des MATO schießen darf. Wird das MATO verfehlt, wird keine Wertung berechnet. Wird in das falsche Feld geschossen, so gibt es Minuspunkte. Das Treffen der richtigen Fläche wird mit hoher Punktzahl belohnt. Die Farbgebung bezieht sich auf die beiden japanischen Familien der HEIKE und der GENJI weshalb auch klar wird warum das Treffen der falschen Hälfte Minuspunkte gibt, man hätte dann nämlich seine eigenen Leute getroffen.


2. SHICHI-GO-SAN - 7-5-3 - 七五三
Bei diesem Zielspiel wird ein normales MATO von 36 cm Durchmesser benutzt, dessen Vorderfläche in 3 gleichgroße verschiedenfarbige Ringe eingeteilt ist. Der Innenring zählt 7, der Mittelring 5 und der Außenring 3 Punkte. Gegen diese Scheibe werden 4 Pfeile geschossen.


3. SAN-DAN-MATO - 三的


Wörtlich übersetzt "Drei-Schritt-MATO", denn es werden drei verschieden große HOSHI-MATO von 15 cm, 24 cm und 36 cm Durchmesser benutzt.
Gegen diese Anordnung von MATO wird im Zweierteam geschossen und jeder Schütze hat im ersten Durchgang 3 Pfeile zur Verfügung. Zuerst wird ein Pfeil gegen das größte der drei MATO geschossen. Trifft der Schütze, schießt der nächste Schütze gegen das nächst kleinere MATO und so fort. Die Zählweise ist dabei frei vereinbar. Werden im ersten Durchgang alle 3 MATO getroffen, ist dieses Spiel beendet. Werden die 3 MATO erst nach dem dritten oder vierten Durchgang getroffen, so zählen die Treffer bei jedem nachfolgenden Durchgang weniger als beim vorherigen.


4. AGARI MATO


Bei den AGARI MATO handelt es sich um mehrere, meist fünf HOSHI MATO unterschiedlicher, meist aufsteigender Größe (z.B. 45, 36, 24, 18 cm) die beieinander aufgehängt werden.



5. IWARI


IWARI bedeutet wörtlich "durch Schießen etwas zerteilen". Zerteilt wird hier eine quadratische, leicht zerbrechliche Holzplatte von 15 - 20cm Kantenlänge. Diese Platte steht mit der Spitze auf einem Stab, der in ca. 20 - 24 m Entfernung vom Schützen aufgestellt ist. Der Mittelpunkt der Scheibe muss sich in der Höhe der normalen Flugbahn befinden, wenn man den Schuss gegen das 28 m entfernte Ziel ausführt. Auf der Rückseitedes IWARI-MATO kann sich ein kleiner Papierbeutel, der mit Konfetti gefüllt ist, befinden. Wird das Ziel getroffen, zerplatzt der Beutel und eine bunte Konfettiwolke verteilt sich in alle Richtungen. Diese Variante wird aber nicht immer  verwendet.
Beim IWARI-MATO stehen jedem der Schützen normalerweise 2 Pfeile zur Verfügung.


6. Hasami-mono - 騎射挟物 / 騎射挿物


Beim HASAMI-MONO handelt es sich um 8-SUN große (24 cm), viereckige Bilder auf Zedernholzbrettchen, die man in das obere 1-SHAKU 2-SUN (36 cm) lange Stück eines Bambusstabes festklemmte. Die Bilder können Blätter, Blüten oder Muscheln nachempfunden sein.
Früher galt es sieben Stöcke auf einer Länge von 15 Metern zu schießen. Im Allgemeinen schoss man im HOSHA auf diese Ziele, früher gab es auch die Variante des KISHA HASAMI MONO und es wurde zu Pferd auf diese Ziele geschossen. Der Gebrauch von Fächern, gefalteten Papieren und Muscheln als Ziele ist wohl als Ursprung für den Brauch des Festklemmens der Holzplättchen auf die Bambusstangen anzusehen. Eine Steigerung dieses Zielspiels war in alten Zeiten nach dem Abschießen der Brettchen die Spitzen der Bambusstäbe abzuschießen.


7. TATE ICHI - YOKO ICHI


Der Name dieses Zielspiel leitet sich von der Schreibweise der Zahl "Eins" im Japanischen (ICHI) ab. Das Zeichen für "Eins" wird einmal senkrecht - TATE - und einmal waagerecht liegend - YOKO - als Strich gezeichnet. Das Ziel besteht aus einer Fläche von ca. 60 x 15 cm. Die Zahl wird entweder durch einen schwarzen 10 cm Ø Kreis in der Mitte, oder durch das Zahlzeichen (ein einfacher Strich) dargestellt, wobei das Ziel einmal senkrecht stehend und einmal liegend aufgestellt wird. Je Ziel stehen jedem Schützen 2 Pfeile für dieses Zielspiel zur Verfügung.


8. O-Mato


Das große MATO, das O-Mato, wird in unseren Breiten meist durch die farbigen Scheiben des olympischen Bogenschießens ersetzt. Die verschiedenen Ringe haben dabei entsprechende Punktwerte. Je Schütze werden 2 Pfeile gegen das O-MATO geschossen. Die große olympische Zielauflage hat einen Durchmesser von 122 cm. Das traditionelle O-Mato, das auch im Enteki benutzt wird hat einen Durchmesser von 158 cm. Die in Deutschland benutzte Enteki Zielauflage hat einen Durchmesser von 100 cm.





9. OGI NO MATO (Fächerscheibe)


Ein einfacher japanischer Papierfächer wird entweder an einer Schnur vom Dachbalken des Zielbereichs vor dem AZUCHI aufgehängt, oder aber wie beim IWARI-MATO auf einem Stock vor das AZUCHI aufgestellt. Der Fächer kann aber auch wie ein MATO am AZUCHI oder dem Pfeilfänger befestigt werden.
Jeder Schütze schiesst 2 Pfeile auf das Fächer-Ziel. Dieses Ziel geht auf eine berühmte Begebenheit aus den Kriegen der HEIKE gegen die GENJI zurück. In der Schlacht von DAN-NO-URA besiegten die MINAMOTO die TAIRA-Familie vernichtend und entschieden so den fünf Jahre andauernden GEMPEI-Krieg für sich und seine Familie die MINAMOTO (GENJI). Der Überlieferung nach soll sich in dieser letzten Schlacht bei YASHIMA aus der Menge der Kriegsdschunken ein kleines Boot gelöst haben, an dessen Mast eine der Hofdamen ihren Fächer aufgehängt hatte. Der Heerführer MINAMOTO YOSHITSUNE gab dem SAMURAI NASO NO YOICHI den Befehl den Fächer herunter zu schießen. Dieser schwang sich auf sein Pferd, ritt in das Meer und schoss auf den sich im Winde bewegenden, am durch den Seegang schwankenden Mast befestigten Fächer. Sein Können im Bogenschiessen war aber so groß, dass er den Fächer genau im Angelpunkt seiner Streben traf, so dass dieser in seine Bestandteile zersprang.


10. KIN-TEKI und GIN-TEKI - Gold- und Silberziel - 金 銀的


Ein MATO mit einem Durchmesser von 9 - 12 cm wird mit Gold- bzw. Silberpapier (Folie) bespannt. Je ein Gold- und Silber-MATO werden in der Höhe des normalen MATO-Mittelpunktes im Zielbereich befestigt. Im besten Falle soll das Licht die goldene bzw. silberne Oberfläche gut reflektieren. Oft werden in etwa dem Durchmesser des normalen MATO entsprechend grüne Zweige um dieses glänzende MATO herum befestigt. Jeder Schütze hat nur einen Schuss gegen das goldene MATO und gegen das silberne MATO. Wenn eines der MATO von einem Schützen getroffen wird, steht nur noch das andere MATO zur Verfügung. Die getroffene Scheibe steht nicht mehr als Ziel zur Verfügung. Dieses Zielspiel endet erst, wenn jedes der MATO von einem Pfeil getroffen wurde. Der Schütze der das MATO trifft darf es meist als Glücksbringer mit nachhause nehmen
Das Schiessen auf Gold und Silber ist meist das letzte Schiessspiel und beendet das MATO ASOBI.


11. Sternzeichen / E Mato



Zielscheiben mit Bildmotiven, wie man sie schon im alten China benutzte. Zu Neujahr wird meist gegen ein MATO geschossen auf dem das Tier aufgemalt ist das gemäß dem chinesischen Tierkreis das kommende, neue Jahr repräsentiert. Dem Schützen dem es gelingt in eines der Augen des Tiers zu schießen, soll im neue Jahr besonderes Glück verheißen sein. E-Mato ist der allgemeine Begriff und kann auch Motive aus Bildrollen oder andere Tier- und Pflanzendarstellungen beinhalten. Die Scheiben mit den Tierkreiszeichen sind beim Neujahrsschiessen besonders beliebt.


12. JOMA SHINJI - Dämonen austreiben 除魔神事



Traditionell gekleidete Bogenschützen in zwei Gruppen vom örtlichen Verein schießen Pfeile auf eine 165 cm große Zielscheibe in Form eines KASUMI-MATO in 27 Meter Entfernung. Auf der Rückseite des MATO ist das Schriftzeichen "ONI" 鬼 für Teufel geschrieben, wodurch beim Treffen des MATO das Böse ausgetrieben werden soll.
Die Besonderheit ist, dass das Schriftzeichen "ONI" auf dem Kopf steht und der erste, obere Strich, also das Horn des Dämons, nicht gezeichnet wird. Eine weitere Bedeutung des SHINJI Rituals ist "keine Konflikte in diesem Jahr".


13. KUSAJISHI SHIKAI - Gras-Hirsch 草鹿式


Das KUSAJISHI SHIKAI ist eine traditionelle Variante der HITOTSU MATO SHAREI (eine Zeremonie bei der alle Schützen auf ein gemeinsames Ziel schießen) für je fünf Schützen gleichzeitig. Der für das Ziel Verantwortliche trägt einen Stab mit einem Kopf aus weißem Papierstreifen mit dem er die Treffer anzeigt. Ein guter Treffer ist einer, bei dem der Pfeil den Schulterbereich des Hirsches trifft. Es gibt zwei verschiedene Versionen des Gras-Hirsch, eine stellt den Hirsch von der Seite dar, eine andere frontal von vorne.


Der heute verwendete Gras-Hirsch zeigt das Tier von der Seite. Es trägt in seiner traditionellen Form 24 weiße Punkte.


Die Punkte auf dem Fell haben folgende Bedeutungen:
  • Die sieben oberen Punkte repräsentieren die ‘NANAYŌSEI’, Sonne, Mond, Mars, Merkur, Venus, Jupiter und Saturn. Diese "Sterne" geben in Japan (wie auch in vielen anderen Kulturen) den sieben Tagen der Woche ihre Namen.
  • Die vier Punkte links repräsentieren die vier Himmelsrichtungen: Norden, Süden, Osten und Westen.
  • Die acht Punkte die das mittlere 4-sun (12 cm) ‘YACHŪ’ umgeben entsprechen die vier Himmelsrichtungen plus den vier Nebenhimmelsrichtungen; Nordosten, Südosten, Südwesten und Nordwesten.
  • Die vier Punkte rechts repräsentieren den vier Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und Winter.




14. Helmschiessen


Man kann beim Helmschießen keine bestimmte Größe angeben, es waren eben alte Helme, die nicht unbedingt vorher von Helden der Schlachtfelder getragen wurden. Bis in die 60er Jahre war es noch ein Neujahrsbrauch durch harte Gegenstände zu schießen (Stahlplatten) - die letzte Kunde war der Schuss durch eine Bratpfanne.


In der Schwertkunst wird das KABUTOWARI praktiziert, das Helmspalten.


Da originale japanische Helme schwer zu bekommen und sind auch zu teuer für derartige Schiessspiele sind bietet sich die Variante des Schiessens auf eine Gugelhupfform an.



15. Kamon Mato - 家紋的


Hier werden KAMON, japanische „Familienzeichen“ als Ziele verwendet. Dabei wurde in alten Zeiten symbolisch auf die "Namen" feindlichen Familien geschossen. Es gibt aber auch einige "neutrale" KAMON die als Ziele dienten. KAMON können auch Präfektur- und Gemeindewappen darstellen.



16. ITCH-NI-SAN-MATO - 1-2-3 MATO


Ein MATO mit 36 cm Durchmesser oder auch ein etwas größeres MATO wird in drei Teile unterteilt. Jedes Drittel zählt beim Treffer 1, 2 oder 3 Punkte.


17. KASEN - Feuerpfeile 火箭


Geschossen wird meist in Rüstung mit dem BO HIYA, einem speziellen Feuerpfeil. Dies ist eher ein Schiessspiel für draußen auf dem freien Feld im Dunkeln. Auch ist dabei keine Wertung möglich, es geht dabei eher darum die bösen Geister zu vertreiben.
 




18. HIKIME - Schiessen mit dem Flötenpfeil


Wie auch das schießen mit dem Feuerpfeil ist das HIKIME, das zeremonielles Schießen mit einem Flötenpfeil, dem KABURAYA 鏑矢 (z. B. zur Einweihung eines Hauses, zur Geburt eines Kindes oder zum Neujahr etc.), eher ein rituelles Schiessen zum Vertreiben der bösen Geister und auch hier ist eine Wertung eher schwer möglich.




19. TATE MATO - Setzschild-Schiessen - 盾的



Ein Setzschild "TATE" (盾), oder Palisadenschild, wurde von den "ASHIGARU" (足軽), den Infanteriesoldaten des mittelalterlichen Japan, bei Belagerungen oder in Feldschlachten verwendet. Die Schiessentfernung kann 28 Meter betragen, aber es werden auch andere Entfernungen geschossen. Manchmal werden in Reihen oder Strukturen aufgestellte "Schilder" benutzt um eine Schlacht darzustellen. Es bieten sich für diese Tate MATO Ethafoam-Platten als Ziele an.







Quellen:
- Diverse mündliche Unterweisungen europäischer und japanischer Lehrer unter Verwendung von eigenen Mitschriften.
- Zitate aus: "Kyudo - Die Kunst des japanischen Bogenschießens", F. F. Hoff, Weinmann Verlag, ISBN 3-87892-036-9



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Kommentare:

  1. Nachtrag:
    Die Historie und die Symbolik des KOHAKU - Weiß und Rot Mato (白赤的), wie auch des OGI NO MATO (Fächerscheibe) gehen auf den Gempei-Krieg (源平合戦) zurück. In den Jahren von 1180 bis 1185 tobte diese Auseinandersetzung um die Herrschaft in Japan, an der die angesehenen Samurai-Familien der Minamoto (源, auch 源氏, Genji) und Taira (平, auch 平家, Heike) beteiligt waren.
    DIe Minamoto trugen weiße und für die Taira rote Banner.
    Gewonnen wurde der Gempei-Krieg von den Minamoto mit den weißen Bannern.
    Daher wird das Treffen der falschen Siete des Mato mit Minuspunkten "bestraft", da man ja dann seine eigenen Leute getroffen hat.

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  2. Ich freue mich immer wenn wirkliche Fachleute sich zu meinen Posts äußern und Kommentare und Korrekturen posten. Mein Dank geht an Thomas B. nach Berlin, Deine Anmerkungen sollten hie rnicht fehlen:

    Anmerkungen zum Kagami Biraki:
    Das Datum wurde vom 20. Januar auf den 11. Januar verlegt. Der im Blog angegebene Grund dafür kann aber nicht zutreffen, weil Hidetada zwar 1632 starb, aber eben nicht am 20.01. sondern am 14.03. (jeweils solarkalendarische Angaben). Im Mondkalender lautet sein Todesdatum "Kan'ei 9, 1. Monat, 24. Tag". (Quelle: http://ja.wikipedia.org/wiki/%E5%BE%B3%E5%B7%9D%E7%A7%80%E5%BF%A0)
    Die althergebrachte Bezeichnung für diese Zeremonie lautete bei den Buke übrigens "Gusoku Biraki", eben weil man zu dieser Zeremonie Rüstung und Waffen anlegte. Bei den Frauen sprach man von "Kagami Biraki". Sodann fand ich in der ebenjener Quelle (http://www.weblio.jp/content/%E5%85%B7%E8%B6%B3%E9%96%8B%E3%81%8D), dass beim Zerschlagen der Mochi kein Schneidewerkzeug (im Blog-Artikel steht ja Schwert) verwendet wurde. Das entspricht dann auch dem heutigen Hämmern auf Mochi und Fässer. Zudem ist ebenda angegeben, dass es seit 1652 am 11.01. stattfand. Was nun auch immer stimmen mag …

    Danke, nur durch die Mitarbeit kompetenter und/oder aufmerksamer Leser wird ein Blog lebendig!

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