Mittwoch, 31. Dezember 2014

Durchbohren oder genau treffen? Alte Heki Ryu Texte

Auf der Webseite 河合家に残る日置流印西派伝書  finden sich viele alte Heki Ryu Texte.



In einem der alten Texte wird ausdrücklich betont, dass kein Wert auf das Treffen eines kleinen Ziels gelegt wird, da die Feinde auf dem Schlachtfeld eng beieinander stehen. Der Pfeil wird so oder so jemanden aus dem feindlichen Heer treffen. Daher ist Durchschlagskraft weit wichtiger als die Fähigkeit ein kleines Ziel genau zu treffen.


Wenn man bedenkt das die meisten der Fußsoldaten einfache Bauern waren die keine lange Ausbildung zum Waffenmeister herhielte, ist verständlich das es um das durchbohren der Rüstung ging und nicht um das exakte Schiessen. Nach dem erwähnten Text gab es in der alten Heki Schule drei grundlegende Punkte die es zu beachten galt:

敵合徳損の事
Das optimale Schiessen auf dem Schlachtfeld. Es wird zum Beispiel das Schiessen im Sitzen (蹲, 割膝) dem Schiessen im Stehen vorgezogen. Dabei ruht der Bogen auf dem linken Knie.

物のぬける事
Das Schiessen um etwas zu durchbohren und wie man den Bogen dafür einsetzt ,

矢の働く事
Das Schiessen für bestimmte Zwecke, z.B. das Schiessen auf lange Distanzen, Rüstungen durchschlagen usw.


Die Seite ist mit Ihren Materialien ein nahezu unerschöpflicher Quell für all jene die tiefer in die historischen Texte der Heki Schule eintauchen wollen:


日置流射禮秘書 - 1 

日置流嫡傳秘書 - 2 

河合家に残る其の他資料

Andere Texte befassen sich mit den verschiedenen Zeremonieformen, Mato Mae, Strategie, Kleidung, spezielle Schiesstechniken usw.


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1 Kommentar:

  1. Nachtrag:
    "Der genealogische Faden vom Erblasser dieser Schriften lässt sich direkt bis zu Yoshida Shigeuji, alias Issuiken Insai zurück verfolgen. Es handelt sich um Kawai Kyûsaburô Haruaki (1859-1926), dem letzten bekannten, bedeutenden Vertreter der Insai-Ha in Shizuoka. Seine Linie wurde begründet von Yoshida Shigenori (gest. 1644), einem Enkel von Insai, der erst in Osaka lebte und dann in die Dienste des Yoshida-Clans in Mikawa (Tôshû, auch Tôtôri) wechselte und u.a. vom Begründer der Insai Edo-Stammlinie, Yoshida Shigenobu unterrichtet worden war. Von dort sind dann auch die starken zeremoniellen Einflüsse übernommen worden, die auf die Edo-Linie am Hof des Shôguns wirkten.
    An einer Stelle stellt der Autor der Internetseiten die These auf, dass die Shizuoka-Linie möglicherweise ja der heimliche Nachfolger der (im 18. Jahrhundert erloschenen) Edo-Hauptlinie sein könnte.
    Die Schriften stammen aus dem Mikawa Yoshida-Han, den östlichen Teil der heutigen Präfektur Aichi bzw. aus Shizuoka-Ken dem östlichen Nachbar. Der fragmentarische Teil der Mokuroku-Erklärungen ist interessant, weicht allerdings bzgl. Themen und Reihenfolge deutlich von den alten Werken ab: leider sind die Erläuterungen auch recht dürftig."

    Ich danke wieder einmal Thomas B. für seine Recherche zu diesem Thema!

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